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Luxemburg auf Platz 47 bei der Luftqualität
Panorama 4 Min. 17.06.2021
Europas Städte im Vergleich

Luxemburg auf Platz 47 bei der Luftqualität

Laut EEA beträgt die Feinstaubbelastung in Luxemburg-Stadt 8,28 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Europas Städte im Vergleich

Luxemburg auf Platz 47 bei der Luftqualität

Laut EEA beträgt die Feinstaubbelastung in Luxemburg-Stadt 8,28 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Foto: John Schmit
Panorama 4 Min. 17.06.2021
Europas Städte im Vergleich

Luxemburg auf Platz 47 bei der Luftqualität

Die Luft in Skandinaviens Städten ist im europäischen Vergleich am saubersten. Aber auch Luxemburg schneidet nicht schlecht ab.

(dpa/mij) - Durchatmen in Finnland und Schweden, Luft anhalten in Polen: Bei der EU-Umweltagentur EEA kann man sich nun anschauen, wie es langfristig um die Luftqualität in den größten Städten Europas bestellt ist. Spitzenreiter in Sachen saubere Luft unter den mehr als 320 untersuchten Städten sind das schwedische Umeå (90.000 Einwohner), Tampere in Finnland (241.000 Einwohner) sowie Funchal auf der portugiesischen Insel Madeira (111.000 Einwohner), Estlands Hauptstadt Tallinn (438.000 Einwohner) und das norwegische Bergen (283.000 Einwohner). 

Die Schlusslichter finden sich dagegen überwiegend in Polen und im Norden Italiens. Das geht aus einer neuen Luftqualitätsrangliste hervor, die die in Kopenhagen ansässige Umweltagentur gestern veröffentlichte. 

Luxemburg, Saarbrücken, Metz 

Die Stadt Luxemburg (125.000 Einwohner), die als einzige Gemeinde des Landes in der Liste geführt wird, landet auf Rang 47 – kein schlechtes Ergebnis, denn hier wird die Luftqualität als „gut“ eingestuft. Ebenfalls mit „gut“ schnitt Saarbrücken ab (180.000 Einwohner, Platz 104), die Werte für Metz (116.000 Einwohner, Platz 147) sind dagegen etwas schlechter – dafür erhielt die Stadt die Einstufung „moderat“. 

Für die von nun an jährlich aktualisierte Übersicht bewertete die EEA die Feinstaubbelastung in 323 Städten in 26 EU-Ländern sowie Island, Norwegen und der Schweiz. 127 Städten wird eine gute Luftqualität bescheinigt. Bei 123 gilt die Belastung als moderat, in den restlichen 73 als schlecht oder sehr schlecht. Diese Einordnung bezieht sich auf die durchschnittliche Luftbelastung mit Feinstaub (PM2.5) in den Jahren 2019 und 2020. 

Ein „gut“ erhält, wer unter dem empfohlenen Wert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt: Die WHO empfiehlt, dass die Langzeitbelastung zehn Mikrogramm Feinstaub (PM2.5) pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten sollte, das ist strenger als der EU-Wert. Wer auch das jährliche EU-Limit von 25 Mikrogramm reißt – das gilt für fünf Städte in Polen, Kroatien und Italien – bekommt ein „sehr schlecht“ aufgebrummt. 

Während sich die Luftqualität im Laufe der vergangenen Jahre markant verbessert hat, bleibt die Luftverschmutzung in vielen Städten Europas hartnäckig hoch.

EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx

Luxemburg weist mit 8,28 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter den geringsten Wert in der Großregion auf. Für Saarbrücken wurde ein Wert von 9,5 Mikrogramm gemessen, in Metz, das wie die beiden anderen Städte über eine Teststation verfügt, liegt der Wert ein wenig höher – bei 10,3. 

Die Hauptstädte der Nachbarstaaten schafften es nicht in die Top 100 – Brüssel landete etwa auf Platz 133 (drei Teststationen, 10,1 Mikrogramm), Paris auf Platz 154 (vier Teststationen, 10,52 Mikrogramm) und Berlin auf Platz 219 (drei Teststationen, 13,1 Mikrogramm). 

Spürbar verbesserte Luftqualität 

Laut Analyse der EEA überschreiten 61 Prozent der Städte den Richtwert der WHO, wie die Leiterin der EEA-Fachgruppe für Luftverschmutzung, Umwelt und Gesundheit, Catherine Ganzleben, mitteilte. Nur zwei Prozent liegen demnach auch über dem jährlichen EU-Limit. Wie bereits Ende 2020 aus einem EEA-Bericht hervorgegangen war, hat sich die Luftqualität in Europa im Laufe des vergangenen Jahrzehnts aber unter anderem wegen Emissionsverringerungen in Verkehr und Energieversorgung spürbar verbessert. Das hat dazu geführt, dass im Vergleich von 2009 zu 2018 knapp 60.000 weniger Menschen pro Jahr vorzeitig durch die Belastung mit Feinstaub gestorben sind. 

Dennoch leiden demnach weiterhin nahezu alle Europäer unter Luftverschmutzung etwa durch Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon, vor allem in Städten. Mehr als 400.000 Menschen starben EEA-Schätzungen zufolge 2018 in 41 europäischen Ländern vorzeitig an den Folgen der Belastung durch diese Schadstoffe. Auch dieses Mal wies die EEA darauf hin, dass Luftverschmutzung weiter ein ernsthaftes Problem und ein reales Gesundheitsrisiko in vielen europäischen Städten sei. Feinstaub bleibe dabei der Luftschadstoff Nummer eins, der den größten Einfluss auf vorzeitige Todesfälle und Erkrankungen habe, sagte Expertin Ganzleben. 


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EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx resümierte: „Während sich die Luftqualität im Laufe der vergangenen Jahre markant verbessert hat, bleibt die Luftverschmutzung in vielen Städten Europas hartnäckig hoch.“ Die Übersicht erlaube es Bürgern nun, auf einfache Weise zu vergleichen, wo ihre Stadt bei der Luftverschmutzung lande. 

Besonders Italiener dürfte bei einem Blick auf die Liste etwas mulmig werden: Gleich mehrere bekannte Städte landen weit hinten. Als „schlecht“ wird die Luftqualität unter anderem in Mailand, Bergamo und Venedig bewertet. Die Einstufung „sehr schlechte Luftqualität“ gibt es für fünf der überprüften Orte: Zgierz und Nowy Sacz in Polen, Vicenza und Cremona in Italien und Slavonski Brod in Kroatien. 

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