Wählen Sie Ihre Nachrichten​

„Das Geld spielt keine Rolle“
Panorama 4 Min. 13.09.2021
Linda Zervakis im Interview

„Das Geld spielt keine Rolle“

Eine neue Herausforderung für die Ex-„Tagesschau“-Sprecherin Linda Zervakis: Gemeinsam mit Matthias Opdenhövel moderiert sie ab heute bei Pro Sieben das neue wöchentliche TV-Journal „Zervakis & Opdenhövel. Live.“.
Linda Zervakis im Interview

„Das Geld spielt keine Rolle“

Eine neue Herausforderung für die Ex-„Tagesschau“-Sprecherin Linda Zervakis: Gemeinsam mit Matthias Opdenhövel moderiert sie ab heute bei Pro Sieben das neue wöchentliche TV-Journal „Zervakis & Opdenhövel. Live.“.
Foto: Pro Sieben/Benedikt Müller
Panorama 4 Min. 13.09.2021
Linda Zervakis im Interview

„Das Geld spielt keine Rolle“

Linda Zervakis spricht im Interview über ihr Debüt als Moderatorin bei Pro Sieben, ihren Co-Moderator und die bessere Bezahlung.

Sie moderierte acht Jahre lang die Hauptausgabe der „Tagesschau“ im Ersten und sorgte als erste Sprecherin mit Migrationshintergrund für Schlagzeilen: Linda Zervakis. Jetzt bricht die 45-jährige Journalistin mit griechischen Wurzeln zu neuen Ufern auf: Ab Montag (13. September) moderiert sie gemeinsam mit Matthias Opdenhövel bei Pro Sieben das neue wöchentliche TV-Journal „Zervakis & Opdenhövel. Live.“. Die Infotainment-Show, die sich mit aktuellen Themen der Woche beschäftigt, ist der erste Moderationsjob, den Linda Zervakis nach ihrem Wechsel von der ARD zu Pro Sieben übernimmt.

Interview: Martin Weber

Linda Zervakis, das TV-Journal „Zervakis & Opdenhövel. Live.“ ist Ihre erste Sendung bei Ihrem neuen Arbeitgeber Pro Sieben. Mit welchen Erwartungen gehen Sie diese Aufgabe an?

Mit großen Erwartungen, die Sendung wird schließlich ein Knaller. (lacht) Aber im Ernst: Wir wollen relevante Themen live und verständlich für die Zuschauerinnen und Zuschauer aufbereiten. Wenn wir es schaffen, die Leute zwei Stunden lang dafür zu begeistern, dann bin ich glücklich und kann nachts beruhigt schlafen.

Was passiert in der Sendung?

Wir beschäftigen uns mit drängenden gesellschaftlichen, aktuellen, aber auch unterhaltsamen Themen. Und dafür haben wir einen großen Werkzeugkasten zur Verfügung – es gibt lange Beiträge, kürzere Beiträge, Interviews im Studio, Umfragen und auch mal Aktionen oder Showeinlagen von eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern. Wir lassen Betroffene, Verantwortliche oder auch Prominente zu Wort kommen. Dabei stehen immer Menschen und ihre Geschichten bei uns im Vordergrund, und das Schöne ist, dass auch das Publikum interaktiver Bestandteil sein kann. Über die ProSieben-App treten wir direkt und live mit den Menschen zu Hause in Kontakt – über Umfragen, Abstimmungen oder Kommentare.

Formate wie diese bezeichnet man als Infotainment. Wie groß ist der Anteil von Information und wie groß der von Entertainment?

Das kann von Sendung zu Sendung variieren, weil wir kein festes Korsett haben. Es hängt natürlich ganz stark vom jeweiligen Thema und der aktuellen Lage ab, wie wir das angehen, und insofern kann ich das gar nicht generell beantworten. Ich denke, wir finden eine gute Mischung.

Ich bin mir durchaus bewusst, was ich da aufgegeben habe und was für ein Risiko ich jetzt eingehe.

Der Aspekt Unterhaltung dürfte für Sie Neuland sein, schließlich sind Sie als stocknüchterne „Tagesschau“-Sprecherin bekannt geworden …

Aber genau das ist für mich der Reiz an dem neuen Journal, deshalb habe ich die „Tagesschau“ ja aufgegeben und bin zu Pro Sieben gegangen. Ich bin mir durchaus bewusst, was ich da aufgegeben habe und was für ein Risiko ich jetzt eingehe. Aber man darf auch nicht vergessen, dass ich als Sprecherin bei der „Tagesschau“ redaktionell nicht involviert war, ich habe die Nachrichten nur vorgelesen. Das ist bei ProSieben ganz anders, da bin ich nicht die „strenge Nachrichtensprecherin“, sondern kann auch meine andere Seite zeigen. Und genau dafür ist „Zervakis & Opdenhövel. Live.“ perfekt, weil es eben keine Unterhaltungsshow ist, sondern immer einen journalistischen Hintergrund und Blick auf die Themen hat.

War der Zeitpunkt für den Wechsel richtig?

Absolut, weil es genau der richtige Zeitpunkt war, noch einmal etwas Neues anzupacken. In zwei, drei Jahren hätte ich mich das vielleicht gar nicht mehr getraut.

Bei Pro Sieben verdienen Sie bekanntermaßen besser als bei der ARD. Welche Rolle hat das gespielt?

Überhaupt keine, weil ich nicht so ticke. Geld hat für mich noch nie die entscheidende Rolle gespielt. Ein Beispiel: Ich habe in jungen Jahren als Werbetexterin gearbeitet und gutes Geld verdient, wollte aber unbedingt in den Journalismus. Als ich dann die Möglichkeit hatte, beim Radio ein unbezahltes Praktikum zu machen, habe ich sofort zugegriffen und meinen gut bezahlten Job in der Werbung hingeschmissen. Damals haben mich alle gefragt, ob ich noch ganz dicht sei, aber ich wollte das unbedingt machen – und es war auch die richtige Entscheidung, wie sich später herausgestellt hat. Ich bin eben ein Bauchmensch und treffe meine Entscheidungen aus dem Gefühl heraus.


(v.l.n.r.) Der Monstronaut; Matthias Opdenhövel; Der Dinosaurier; Das Einhorn
Matthias Opdenhövel: „Die Prominenten stehen Schlange“
Moderator Matthias Opdenhövel spricht im Interview über die neue Staffel von „The Masked Singer“, den Erfolg des Konzepts und sein persönliches Lieblingskostüm.

Sie moderieren die neue Sendung gemeinsam mit Matthias Opdenhövel. Kannten Sie sich vorher?

Nur flüchtig, ich habe vor neun Jahren mal beim „Star Biathlon“ im Ersten mitgemacht, er hat die Sendung damals moderiert. Er hat sich köstlich über meine, sagen wir mal, niederschwelligen Fähigkeiten im Skilanglauf amüsiert, und wir haben uns schon damals sehr gut verstanden. Dazu kommt, dass er ja auch mal beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen war, und wir dadurch eine ähnliche journalistische Basis haben – da muss man sich dann gegenseitig nicht so wahnsinnig viel erklären.

Also stimmt die Chemie zwischen Ihnen?

Absolut, wir surfen auf einer Welle.

Was hat Pro Sieben außer dieser Sendung denn sonst noch mit Ihnen vor?

Ich habe mit Louis Klamroth bereits die Interviews mit den Kanzlerkandidaten beziehungsweise der -kandidatin für ProSieben geführt und werde am 19. September mit Claudia von Brauchitsch das TV-Triell vor der Bundestagswahl für die Sender der Seven.One Entertainment Group moderieren. Jetzt mache ich erst mal „Zervakis & Opdenhövel. Live.“. Mit einer zweistündigen Livesendung jede Woche bin ich ganz gut beschäftigt – und alles Weitere wird man sehen.

Mussten Sie für den neuen Job eigentlich von Ihrer Heimatstadt Hamburg nach München ziehen?

Nein, ich werde pendeln. Hamburg gebe ich nicht auf.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema