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Lieben und Leiden des Steve McQueen
Der „King of Cool“ bleibt bis heute eine gefeierte Stil-Ikone.

Lieben und Leiden des Steve McQueen

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Der „King of Cool“ bleibt bis heute eine gefeierte Stil-Ikone.
Panorama 2 Min. 13.07.2018

Lieben und Leiden des Steve McQueen

Cool, cooler, Steve McQueen. Auf dem Sattel, dem Motorrad oder im Rennauto – der Hollywood-Star gab stets eine exzellente Figur ab. Eine „Arte“-Dokumentation zeichnet das rasante Leben des Schauspielers nach.

(dpa) - Die Augen leuchtend blau, missmutig-melancholischer Blick, zaghaftes Lächeln – sie haben sich in das Kino-Gedächtnis der 1960er- und 1970er-Jahre eingraviert. Die „Arte“-Doku „Ich bin Steve McQueen“ lässt das Leben des Schauspielers, seinen atemberaubenden Weg zwischen Heimerziehung, Ruhm und frühem Tod am Freitag ab 21 Uhr Revue passieren.

In Zeiten der #MeToo-Debatte und grassierender Unsicherheit über Geschlechterrollen dürfte Macho McQueen einigen wie aus der Zeit gefallen erscheinen. Der 1930 in Beech Grove im US-Bundesstaat Indiana geborene Steven Terrence McQueen gab den einsamen Kämpfer, geplagt von Gewissensbissen, der sich aber nichts vormachen lässt und am Ende seine Bedingungen durchsetzt. „He was the guys guy“, der Kerl, der die Jungs beeindruckt, wie ein Freund ihn im Film von US-Regisseur Jeff Renfroe beschreibt.

Ob als wortkarger Revolverheld in den „The Magnificent Seven“, rebellischer Kriegsgefangener der Nazis in „The Great Escape“ oder Anti-Mafia-Cop in „Bullitt“ – McQueen gelingt es früh, Rollen zu bekommen, die zum Image zwischen Draufgänger und zerbrechlichem Held passen. Er wird damit schnell berühmt, Regisseure reißen sich bald um ihn.

Dramatische Kindheit

Dabei hätte alles auch schiefgehen können. Das Kind alkoholkranker Eltern wächst im Heim auf, driftet ab, wird Kleinkrimineller. Irgendwann schickt ihm die Mutter fünf Dollar, mit denen er die Fahrt quer durch die USA antritt. Als er in New York aus dem Bus steigt und von der Mutter empfangen wird, riecht er ihre Alkoholfahne. McQueen sucht Zuflucht, zuerst bei den Marines, dann in der Schauspielschule.

„Es war viel Zorn in ihm“, erinnert sich seine erste Frau Neile Adams. Doch der junge Mann ist „hungrig und entschlossen“, wie Biograf Marshall Terrill sagt. In Hollywood schlägt er sich mit kleinen Rollen durch, mit der Western-Serie „Wanted: Dead Or Alive“ wird er einem größeren Publikum bekannt. McQueen schafft den Übergang vom Fernsehen ins Kino, zunächst im Low-Budget-Horrorstreifen „The Blob“, später kommen die interessanten Rollen.

Auf der Leinwand gibt McQueen den Verschlossenen, in Dialogen weicht er dem Blick seines Gegenübers aus. „Sein Spiel hatte etwas Rätselhaftes“, sagt Bond-Darsteller Pierce Brosnan. Die Attitüde kommt der Kunst zugute. In „The Thomas Crown Affair“ gelingt es der hinreißenden Faye Dunaway das Eis zu brechen. Dass es nur auf der Leinwand heiß zuging und Dunaway sich den Avancen McQueens entzog, habe dem Film die eigentliche Spannung verliehen, erinnert sich Regisseur Norman Jewison.

McQueen habe das Kunststück fertiggebracht, vor und hinter der Kamera der gleiche zu sein, sagt Filmkritiker Ben Mankiewicz. Vor allem nach seiner Hochzeit mit „Love-Story“-Darstellerin Ali McGraw wird er vollends zum Medienliebling.

Schockdiagnose

Ob im Mustang für die legendäre Verfolgungsjagd in „Bullitt“ durch die Straßen von San Francisco oder als Rennfahrer in den Boliden von Le Mans – McQueen kann seiner Liebe für die Geschwindigkeit auch im Film frönen. Erst im Rausch der Stundenkilometer fühle er sich entspannt, sagt er damals in einem Interview.

Aber dann holt ihn die Vergangenheit ein. Zuerst ist es ein hartnäckiger Husten, dann die Diagnose: McQueen hat Krebs, ausgelöst in der Zeit bei den Marines, als er zur Strafe in den asbestverseuchten Maschinenraum eines Schiffes abkommandiert wird. Er kämpft bis zuletzt, reist nach Mexiko für Bluttransfusionen. Es hilft nichts. „Eine lange, tolle Spritztour“, wie Sohn Chad das Leben des Vaters zusammenfasst, geht am 7. November 1980 in Ciudad Juárez zu Ende. McQueen ist 50 Jahre alt.


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