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Leishmaniose beim Hund
Panorama 17.07.2019

Leishmaniose beim Hund

Leishmaniose beim Hund

Foto: Shutterstock
Panorama 17.07.2019

Leishmaniose beim Hund

Jagdhundmischling Limpy leidet an einer Infektionskrankheit, die immer häufiger in unseren Gegenden diagnostiziert wird. Tierärztin Dr. Romi Roth klärt auf.

von Romi Roth 

Limpy, ein Jagdhundmischling mittleren Alters, wurde letzten Sommer, herrenlos herumstreunend, im Süden Frankreichs von seinen neuen Besitzern gefunden und adoptiert. Limpy nannte man ihn mit etwas schrägem Humor deswegen, weil er bald an einer, dann wieder an einer anderen Pfote sehr schlimm hinkte, weswegen er auch in der Sprechstunde vorgestellt wurde. 

Limpy war, trotzdem er seine nun reichhaltig gefüllten Futterschüsseln mit gutem Appetit leer fraß, rappeldürr geblieben. An den Spitzen seiner beiden Schlappohren und über den Nasenrücken hatte er einen seltsamen, schuppigen Ausschlag und seit Kurzem hing auch eine eitrig-ulzerierende Lefze dramatisch herunter. Besonders diese letzten Symptome ließen an Leishmaniose denken, eine Infektionskrankheit, die in letzter Zeit immer mehr auch in unseren Gegenden diagnostiziert wird. 


Gefährliches Bad im See
Die meisten Hunde sind verrückt nach Wasser und gehen liebend gerne in Seen oder sonstigen Gewässern schwimmen.

Der Erreger der Leishmaniose ist Leishmania, ein einzelliger Parasit, der von blutsaugenden Sandmücken (Phlebotomus) auf Hund (und Mensch) übertragen wird. Endemisch (heimisch) ist die Krankheit im Mittelmeerraum, von Portugal bis in die Türkei. Die übertragenden Sandmücken sind wenige Millimeter groß und hauptsächlich in windstillen Nächten aktiv. Dann werden sie von Licht, Wärme und CO2 angezogen. 

Bei Limpy fiel eine Blutprobe auf Leishmania mit sehr hohem Gehalt an spezifischen Antikörpern stark positiv aus. Die Infektion verursacht Schäden an verschiedenen Organen, weswegen allgemein auch die klinischen Symptome sehr unterschiedlich sein können. Die starke Schuppenbildung am Kopf, wie auch Limpy sie aufzeigt, ist typisch für die Leishmaniose.

Als Folge dieser Hautveränderungen treten wie an Limpys rechter Lefze mitunter sekundär starke bakterielle Komplikationen auf. Durch Schädigung des Knochenmarks kommt es zur Anämie. Begleitet werden diese Krankheitszeichen von Niereninsuffizienz, Fieber, Schwäche und, wiederum wie bei unserem Patienten, hochgradigem Gewichtsverlust.

Zurzeit gibt es leider keine Therapie, um eine Leishmaniose vollständig zu heilen. Man kann aber mit heutigen Mitteln die Zahl der Infektionskeime im Körper reduzieren und damit für den kranken Hund eine recht gute Lebensqualität erreichen. Es gibt auch seit ein paar Jahren Canileish, eine Leishmanienimpfung, die unbedingt zu empfehlen ist.   


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