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LNS entwickelt Neue Methode der Pilzdiagnose
Panorama 2 Min. 10.06.2021
Laboratoire National de Santé

LNS entwickelt Neue Methode der Pilzdiagnose

Um eine Reinkultur der zu analysierenden Bakterienkolonie zu erhalten, wird die Bakterienkultur re-isoliert.
Laboratoire National de Santé

LNS entwickelt Neue Methode der Pilzdiagnose

Um eine Reinkultur der zu analysierenden Bakterienkolonie zu erhalten, wird die Bakterienkultur re-isoliert.
Foto: Clemens Sarholz
Panorama 2 Min. 10.06.2021
Laboratoire National de Santé

LNS entwickelt Neue Methode der Pilzdiagnose

Ein Forscherteam des LNS erreicht mit einer neuen Technik in zwei Stunden Ergebnisse, für die vorher mehrere Wochen notwendig waren.

Von Clemens Sarholz

Das Laboratoire National de Santé (LNS) existiert schon seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Die Abteilung Mikrobiologie wurde jedoch erst im Jahr 2013 gegründet – sie kann jetzt, nur ein paar Jahre später, einen Durchbruch in der Diagnostik verschiedener Pilzerkrankung feiern. 

Der Direktor des LNS, Prof. Dr. Friedrich Mühlschlegel, erklärt: „Pilzinfektionen gehören weltweit zu den am meisten verbreiteten Hautkrankheiten.“ Besonders häufig kämen sie in sich schnell entwickelnden Gesellschaften vor. „Vor allem bei Kindern zwischen ein und fünf Jahren.“ 

Je schneller desto besser 

Typische Symptome seien Juckreiz, Rötungen und Schuppenbildung an den betroffenen Stellen, legt Alexandre Mzabi im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ dar. Er ist einer der Autoren der Studie und arbeitet am LNS. Das sei zum einen nicht schön, zum anderen seien diese Infektionen besonders schwierig zu behandeln. 

Pilzinfektionen gehören weltweit zu den am meisten verbreiteten Hautkrankheiten.

Friedrich Mühlschlegel, Direktor LNS

Pilzinfektionen werden von sogenannten Dermatophyten verursacht. Sie befallen vor allem die Haut, die Nägel und den Kopf. „Das führt im schlimmsten Fall zu Haarausfall“, erklärt der Forscher. Mzabi und Monique Perrin, die Leiterin der Abteilung, die auch an der Studie beteiligt war, sprechen von Gattungen. „Trichophyton rubrum, Epidermophyton oder Microsporum“, heißen diese. Umso schneller die Diagnose vorliege, desto besser sei das für die behandelnden Dermatologen und natürlich für die betroffenen Patienten. 

Die konservative Diagnostik ist aufwendig und nur durch die Kombination mehrerer Verfahren verlässlich. Es müssen Pilzkulturen speziell gezüchtet werden und die auswertende Person muss eine umfangreiche Schulung am Mikroskop erhalten haben, um die Pilze zu erkennen und richtig zuzuordnen. Der Prozess habe zwei bis vier Wochen in Anspruch genommen, erklärt Mzabi.


Forschung in Luxemburg
In der Reihe „Forschung in Luxemburg” präsentiert das „Luxemburger Wort” die Stipendiaten des European Research Council aus dem Großherzogtum.

Er sei stolz darauf, was die Forscher geschaffen hätten: Denn am LNS wurde eine Methode entwickelt, mit der innerhalb von zwei Stunden ein Ergebnis vorliegen kann. Aus ganz Luxemburg und weit darüber hinaus kämen Dermatologen, die dem LNS vertrauen und der Abteilung Mikrobiologie Proben zusendeten, damit diese sich um die Klarheit bei der Diagnose kümmere. 

Sich mit diesen Pilzen infiziert zu haben sei nicht zwingend ein Ausdruck mangelnder Hygiene. Man könne sich schnell durch eine Schmierinfektion, also durch den Kontakt mit kontaminierten Oberflächen infizieren, oder sich sogenannte zoonotische Dermatophyten zuziehen. Das bedeutet, man infiziert sich durch den Kontakt mit einem Tier, das diese Krankheit überträgt.

Akkreditierte Methodik 

Es gibt Zahlen aus den USA, die Aufschluss darüber geben, wie teuer Pilzerkrankungen das Gesundheitssystem zu stehen kommen. Dort schlagen sie mit 7 Milliarden US-Dollar jährlich zu Buche. „In Europa ist die Situation nicht anders, und das zeigt, dass wir als LNS erneut einen Beitrag von hoher Relevanz leisten konnten, von dem natürlich auch unsere Patienten in Luxemburg sowie das hiesige Gesundheitssystem profitieren,“ so LNS-Direktor Mühlschlegel. 

„Wir sind wirklich stolz auf diesen Durchbruch“, ergänzt Monique Perrin. 2019 kam das Projekt ins Rollen, als der Master-Student Thomas Pablo am LNS begann, an einer besseren Methode für Pilzdiagnosen zu forschen. Mittlerweile gibt es eine ISO-Akkreditierung für die Technik. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Journal of Microbiological Methods“ publiziert, so dass andere Forscher das am LNS generierte Wissen nutzen können.

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