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"Kulikitaka Challenge": Kühe erschrecken als Trend
Panorama 1 2 Min. 03.07.2020

"Kulikitaka Challenge": Kühe erschrecken als Trend

Eigentlich sind Kühe friedliche Tiere - werden sie erschreckt, können sie aber auf der Flucht sich und andere verletzen.

"Kulikitaka Challenge": Kühe erschrecken als Trend

Eigentlich sind Kühe friedliche Tiere - werden sie erschreckt, können sie aber auf der Flucht sich und andere verletzen.
Foto: dpa
Panorama 1 2 Min. 03.07.2020

"Kulikitaka Challenge": Kühe erschrecken als Trend

Ein neuer Trend auf TikTok treibt einigen Landwirten Sorgenfalten auf die Stirn - sie warnen vor der "Kulikitaka"-Challenge, die Gefahren für Mensch und Tier birgt.

(dpa) - Eine junge Frau stellt sich breitbeinig auf, streckt ihre Arme in die Höhe und rennt schließlich wild mit den Händen wedelnd auf eine Kuh zu, bis diese panisch davonläuft. Auf dem sozialen Netzwerk TikTok posten zahlreiche Nutzer solche Videos mit Rindern oder anderen Tieren derzeit als "Kulikitaka-Challenge" – benannt nach dem Merengue-Titel "Kulikitaka" des dominikanischen Sängers Toño Rosario, mit dem das Erschrecken der Tiere unterlegt wird. Landwirte warnen nun davor, diese Videos nachzuahmen.

In den Tod gestürzt

"Diese Aktionen sind kein Spaß, sondern lebensgefährlich und tierschutzwidrig", sagt beispielsweise Udo Hemmerling, der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes. Normalerweise friedliche Rinder würden sich gerade mit Kälbern aggressiv verteidigen: "Wenn eine rund 700 Kilogramm schwere Kuh oder ein noch schwererer Bulle so erschreckt und gereizt wird, hat ein Mensch keine Chance."

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Eigentlich sind gerade Rinder nach Auskunft der Viehzuchtexperten sehr neugierige Tiere und haben kaum Scheu, auf Menschen zuzugehen. Würden sie aber ohne Vorwarnung erschreckt, setzten sie entweder zur Verteidigung oder unkontrolliert zur Flucht an. Die Folge: Die Rinder können die Menschen und andere Tiere ebenso verletzen, wie sich selbst. "Hier werden unnötig Risiken für Mensch und Tier in Kauf genommen, nur um Klicks und Aufmerksamkeit zu erzielen", sagt ein Verbandssprecher.

Doch auch bei Spaziergängern, Radfahrern und Wanderern ist im Umgang mit den Tieren Rücksichtnahme gefragt. Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Angriffen der Tiere auf Wanderer, zuletzt wurden im Juni auf einer Weide am Vilsalpsee in Tirol drei Menschen verletzt. 2014 wurde eine Frau im Stubaital in Österreich von einer Rinderherde totgetrampelt, die wohl ihre Kälber schützen wollte. Doch auch eine panische Flucht der Tiere kann tödliche Folgen haben: Vergangene Woche stürzten nach Angaben der Stadt Immenstadt im Allgäu am Immenstädter Horn 13 Kühe einer Alpe bis zu 300 Meter in die Tiefe. Nächtliche Besucher hatten die Tiere aufgeschreckt, zwei Kühe überlebten den Sturz nicht.


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"Wir haben keine Hinweise darauf, dass das absichtlich geschehen ist", berichtete am Mittwoch die Stadtverwaltung, die selbst zehn Alpen verpachtet. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben dennoch in dem Fall. "Sollte das letztlich doch Absicht gewesen sein, kommen Anzeigen wegen Verstößen gegen den Tierschutz und Sachbeschädigung in Betracht", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Kempten.

Kein grelles Licht

Die dringende Bitte der Immenstädter Stadtverwaltung: Wanderer sollten am Berg sensibel mit den Tieren umgehen, auf nächtliche Aktivitäten außerhalb fester Forst- und Alpwege verzichten und keine stark strahlenden Leuchten verwenden oder Feuer entzünden. Denn auch Landwirte und ihre Mitarbeiter, die im Umgang mit Kühen Erfahrung haben, sind vor Unfällen nicht gefeit: 2019 registrierte die deutsche Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau 5.669 meldepflichtige Unfälle im direkten Kontakt zu Rindern, fünf Menschen starben. Umso mehr sollten TikTok-Nutzer darauf verzichten, die Tiere auf der Jagd nach Klicks zu erschrecken. 

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