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Kommunikationspanne wohl Ursache für Absturz der Mars-Sonde
Panorama 26.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Bremsraketen viel zu kurz betätigt

Kommunikationspanne wohl Ursache für Absturz der Mars-Sonde

This handout picture released on October 21, 2016, by the European Space Agency shows the landing site of the Schiaparelli module within the predicted landing ellipse in a mosaic of images (up) and a pair of before-and-after images (down) from the Context Camera (CTX) on NASA's Mars Reconnaissance Orbiter and the Thermal Emission Imaging System (THEMIS) on NASA's 2001 Mars Odyssey orbiter.
A tiny European craft despatched to Mars for a trial touchdown on October 21, 2016, "crashed" into pieces on the Red Planet's surface instead, a European Space Agency mission manager told AFP on Friday. A NASA photograph of the intended landing site confirmed the Schiaparelli craft, missing for two days, had "crashed on the surface of Mars", Thierry Blancquaert said by telephone from mission control in Darmstadt, Germany. The craft "reached the Martian surface a lot faster than intended," he said. / AFP PHOTO / EUROPEAN SPACE AGENCY / HO
Bremsraketen viel zu kurz betätigt

Kommunikationspanne wohl Ursache für Absturz der Mars-Sonde

This handout picture released on October 21, 2016, by the European Space Agency shows the landing site of the Schiaparelli module within the predicted landing ellipse in a mosaic of images (up) and a pair of before-and-after images (down) from the Context Camera (CTX) on NASA's Mars Reconnaissance Orbiter and the Thermal Emission Imaging System (THEMIS) on NASA's 2001 Mars Odyssey orbiter. A tiny European craft despatched to Mars for a trial touchdown on October 21, 2016, "crashed" into pieces on the Red Planet's surface instead, a European Space Agency mission manager told AFP on Friday. A NASA photograph of the intended landing site confirmed the Schiaparelli craft, missing for two days, had "crashed on the surface of Mars", Thierry Blancquaert said by telephone from mission control in Darmstadt, Germany. The craft "reached the Martian surface a lot faster than intended," he said. / AFP PHOTO / EUROPEAN SPACE AGENCY / HO
Foto: AFP
Panorama 26.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Bremsraketen viel zu kurz betätigt

Kommunikationspanne wohl Ursache für Absturz der Mars-Sonde

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Experten kreisen die Absturzursache der europäisch-russischen Mars-Sonde ein: Es hat sich demnach um einen Software-Fehler gehandelt. Ein Abschlussbericht soll in etwa zwei Wochen vorliegen.

(dpa) - Der Absturz der Mars-Sonde „Schiaparelli“ ist nach Einschätzung der Europäischen Raumfahrtagentur Esa von einem Kommunikationsfehler ausgelöst worden. Bei der Landung der Sonde habe es bei ihr zwischen einem Radar-Höhenmessgerät und der Navigation ein Verständigungsproblem gegeben, sagte der Esa-Direktor für Missionsbetrieb, Rolf Densing, am Mittwoch in Darmstadt. „Die beiden Softwareteile haben nicht richtig miteinander kommuniziert.“

Das erste europäisch-russische Mars-Landegerät war beim Aufprall auf der Oberfläche des Roten Planeten am vergangenen Mittwoch wahrscheinlich explodiert.

Das Höhenmessgerät habe zwar Informationen gesendet, sagte Densing. Das Navigationsteil habe sich aber abgeschaltet. Der Fehler sei wahrscheinlich in einer Höhe von zwei bis vier Kilometer vom Mars entfernt passiert. „Die Navi-Software hatte schon gedacht, die Landung wäre bereits vollzogen. Dann haben die Bremsraketen nur noch die minimal vorgewählte Zeit von etwa drei Sekunden gefeuert.“ Rund 60 Sekunden hätten es sein müssen. Von einer solchen Einschätzung hatte Densing auch im Deutschlandfunk berichtet.

Schiaparelli sucht nach Methan

An welchem Software-Fehler der Absturz genau liegt, müsse noch geklärt werden. Ein Zwischenbericht der Hersteller werde in etwa einer Woche erwartet, eine Abschlussbewertung in rund zwei Wochen.

Mit dem Milliardenprojekt ExoMars suchen Europa und Russland nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. 2020 wollen sie einen Rover zum Mars schicken. Der Forschungssatellit „Trace Gas Orbiter“ (TGO), der im März gemeinsam mit  „Schiaparelli“ zum Mars gestartet war, kreist unterdessen um den Mars. TGO soll künftig nach Spuren von Methan in der Atmosphäre suchen. Wird das Gas nachgewiesen, könnte dies ein Hinweis auf biologische Aktivität sein.


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