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Komiker Karl Dall gestorben
Panorama 1 4 Min. 23.11.2020

Komiker Karl Dall gestorben

 Karl Dall hatte vor kurzem einen Schlaganfall erlitten.

Komiker Karl Dall gestorben

Karl Dall hatte vor kurzem einen Schlaganfall erlitten.
Foto: NDR/Jann Wilken
Panorama 1 4 Min. 23.11.2020

Komiker Karl Dall gestorben

Erst Anfang November übernahm Karl Dall eine neue Rolle - in der ARD-Serie „Rote Rosen“. Doch er erlitt einen Schlaganfall - und erholte sich davon nicht mehr. Am Montag ist der 79-Jährige gestorben.

(dpa) - Der deutsche Komiker und Schauspieler Karl Dall ist tot. Er starb am Montag im Alter von 79 Jahren, wie seine Familie mitteilte. Dall habe sich von einem Schlaganfall, den er vor zwölf Tagen erlitten hatte, nicht mehr erholt.

„Trotz Einsatz aller technologischen und intensivmedizinischen Maßnahmen ist er heute friedlich eingeschlafen, ohne vorher noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Er hinterlässt eine Ehefrau, Tochter und Enkelin“, hieß es in dem Schreiben der Familie. „Er war nicht nur ein beliebter Komiker und Entertainer, sondern vor allem ein außergewöhnlich liebenswerter und netter Mensch.“ 

Dall hatte seit Anfang November die Rolle des Alt-Rockstars Richie Sky in der täglichen ARD-Serie „Rote Rosen“ übernommen. In Lüneburg, wo die Telenovela gedreht wird, erlitt er dann am 11. November einen Schlaganfall mit Hirnblutungen.


ARCHIV - 24.02.2010, Berlin: Der Musiker und Sänger Ingo Insterburg sitzt in seinem Wohnzimmer. (zu dpa «Liedermacher Ingo Insterburg ist tot » vom 29.10.2018) Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Liedermacher Ingo Insterburg war der Kopf von Insterburg & Co. Die Band brachte Stand-up-Comedy auf die Bühne, als es den Begriff noch gar nicht gab. Nun ist der Berliner Sänger im Alter von 84 Jahren verstorben.

Der nach seinem Kollegen Otto Waalkes - wie er in Emden geboren - berühmteste Ostfriesen-Komiker feierte Erfolge auf der Bühne und im Fernsehen. Dall, der als Kind wegen seiner Lidmuskelschwäche gehänselt wurde, hatte seine Karriere mit der Gruppe Insterburg & Co begonnen. Später moderierte er als Blödelbarde und Kalauer-König im Fernsehen Talkshows, platzierte sich mit Schlagern wie „Diese Scheibe ist ein Hit“ und „Millionen Frauen lieben mich“ in den Charts und stand als Schauspieler in zumeist kleineren Rollen für diverse Komödien vor der Kamera.

 „Auge zu und durch“ nannte Dall seine Autobiografie - und genau das dürften sich auch oft die prominenten Gäste seiner Talkshows wie „Dall-As“ gesagt haben, wenn der TV-Humorist sie mal wieder rotzig provozierte und ordentlich austeilte. Erst sei er damit nicht beachtet, später verrissen und schließlich zum Kult erklärt worden, fasste er es selbst einmal zusammen. „Jeder wollte mal mit Dall am Tisch sitzen und sich verarschen lassen - wer da nicht dabei gewesen war, gehörte nicht in die Showbranche.“

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Mit Blödelschlagern schaffte Dall es sogar in die Charts („Diese Scheibe ist ein Hit“, „Millionen Frauen lieben mich“). Als Schauspieler stand er für zahlreiche Produktionen vor der Kamera, darunter viele Komödien. Die Erotikkomödie „Sunshine Reggae auf Ibiza“ (1983) etwa, in der er die Hauptrolle hatte, erntete vernichtende Kritiken. Dall probierte auf seiner ungewöhnlichen Laufbahn vieles aus, provozierte und polarisierte gern. Seine Karriere brachte der Blödelbarde vor allem Mitte der 80er Jahre mit dem Einstieg beim frisch gegründeten Privatsender RTL auf Touren.

Wechsel zu Sat.1 sorgte für Aufsehen

Fernsehgeschichte schrieb 1992 sein spektakulärer Wechsel zu Sat.1 („Jux und Dallerei“) - bis dahin die prominenteste Personalie im Konkurrenzkampf der beiden Privatsender. „Bei RTL habe ich mir die Sporen verdient, bei Sat.1 die Mäuse“, resümierte er später. Doch 1995 kehrte Dall zu RTL zurück, moderierte etwa „Karls Kneipe“ und wirkte in Rudi Carrells Show „7 Tage - 7 Köpfe“ mit. Später war er nur noch selten auf dem Bildschirm zu sehen, zuletzt unter anderem bei Tele 5 in „OGOT - Old Guys On Tour“.

Stolz bin ich darauf, was für ein verdammtes Glück ich hatte, mich in dieser Branche so behaupten zu können.

„An eine neue TV-Karriere glaube ich zwar nicht mehr, aber ich würde gern noch einmal zeigen, was ich draufhabe“, sagte er kurz vor seinem 76. Geburtstag. „Nur es ist doch so, dass außer Dieter Hallervorden, der es beneidenswert aus der Blödelecke heraus geschafft hat, kaum jemand von uns alten Komikern diese Chance bekommt.“  


Karl Dall
Karl Dall wird 75: Ein Leben mit Ecken und Kanten
„Du steigerst vor allem unsere Einschlafquote“, sagte Karl Dall einmal zu einem Gast der RTL-Talkshow „Dall-As“. Sprüche wie diese brachten einen neuen Ton in die deutsche TV-Landschaft. Karl Dall setzte auf Provokation. Heute wird er 75 Jahre alt.

Er selbst habe Angebote für „Promi Big Brother“ und das TV-Dschungelcamp erhalten - „in der Hoffnung, dass ich da die Hosen runterlasse“, erzählte Dall vor einigen Jahren. „Aber auch wenn mir eine irre Kohle dafür angeboten wurde, lieber würde ich Klos putzen. Nicht zuletzt hat meine Frau gedroht mich zu verlassen, sollte ich jemals an so etwas teilnehmen.“ Das Paar hatte 1971 geheiratet und bekam Tochter Janina, die als Stuntfrau für Aufsehen sorgte.

„Stolz bin ich darauf, was für ein verdammtes Glück ich hatte, mich in dieser Branche so behaupten zu können“, sagte der für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Comedypreis geehrte Komiker mal. „Weniger stolz bin ich auf meine nicht geschafften Schulabschlüsse - darin bin ich kein Vorbild. Aber man kann eben nicht alles haben.“ Und auch wenn er die Tourneen nach 50 Jahren einstellte - zur Ruhe setzen wollte er sich nicht, schrieb er auf seiner Homepage. „Ein Abschied? Nein, kein Ende in Sicht!“ 

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