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König Charles bekräftigt: Keine Foie gras als Palastessen
Panorama 2 Min. 19.11.2022
In den königlichen Residenzen

König Charles bekräftigt: Keine Foie gras als Palastessen

Straßburg: Im Verkaufsraum eines Delikatessengeschäfts in Straßburg liegen Gänse- und Entenleberpasteten.
In den königlichen Residenzen

König Charles bekräftigt: Keine Foie gras als Palastessen

Straßburg: Im Verkaufsraum eines Delikatessengeschäfts in Straßburg liegen Gänse- und Entenleberpasteten.
Foto: DPA
Panorama 2 Min. 19.11.2022
In den königlichen Residenzen

König Charles bekräftigt: Keine Foie gras als Palastessen

Der für seinen Einsatz um den Umweltschutz bekannte Charles gilt schon lange als Gegner von Stopfleber.

(dpa) - König Charles III. verzichtet beim Essen auf die Delikatesse Foie gras. Der Monarch habe das Verbot von Stopfleber in den königlichen Residenzen bestätigt, teilte die Organisation Peta in London mit. 

Der König gilt schon lange als Gegner der Stopfleber.
Der König gilt schon lange als Gegner der Stopfleber.
Foto: DPA

Damit kommt das umstrittene Lebensmittel weder im Buckingham-Palast noch im ostenglischen Sandringham, im schottischen Balmoral, im nordirischen Hillsborough oder in Windsor bei London auf den Tisch. Zum Dank schickten die Tierschützer Charles einen Präsentkorb mit veganer Foie gras. Die Chefin von Peta-Großbritannien, Elisa Allen, forderte, dem Beispiel des Königs zu folgen und das Produkt an Weihnachten „und darüber hinaus“ vom Menü zu nehmen.

Der für seinen Einsatz um den Umweltschutz bekannte Charles gilt schon lange als Gegner von Foie gras. Die Herstellung ist in Großbritannien verboten, nicht aber der Verkauf oder die Einfuhr.

Grausames Mästen

Peta geißelt das Stopfen der Gänse und Enten schon seit Langem als grausam und verweist auf das Mästen der Tiere über ein direkt in den Hals geschobenes Rohr. 


Spanish matador Tulio Salguero performs a pass to a bull during a bullfight at the Ventas bullring in Madrid July 24, 2016. REUTERS/Javier Barbancho
Zwischen Tierwohl und blutiger Tradition
Die französische Nationalversammlung debattiert über das Verbot von Stierkämpfen. Doch der Antrag eines Linkspolitikers ist wohl zum Scheitern verurteilt.

Bei der Stopfleber handele es sich um eine krankhaft vergrößerte Fettleber, die bis zu zehnmal so groß sei wie die Leber eines gesunden Tieres. Rechne man die Menge des zwangsweise verabreichten Futters auf den Menschen hoch, dann entspräche das bis zu 14 Kilogramm Nudeln pro Tag. Das Stopfen verursache gravierende Nebenwirkungen bei den Tieren: von Atemnot über Halsverletzungen bis hin zu Leberblutungen und Herzversagen.    

Wie korrekt is(s)t der Palast allgemein?

Die verstorbene Queen Elizabeth II. soll Austern verabscheut haben, wie ihr Diener Charles Oliver einst berichtete. Ihr ehemaliger Koch Darren McGrady sagte: „Wir können nichts mit Knoblauch oder zu vielen Zwiebeln servieren.“ Hinzu kommen Gerichte, die als schwierig gelten. Schalentiere etwa. „Wir wollen nicht, dass ein Mitglied der Royal Family ein Problem mit einer Lebensmittelvergiftung bekommt“, sagte Ex-Butler Grant Harrold einst. Charles selbst soll dieses Gebot aber schon mal gebrochen haben, wird in London erzählt. Derweil sind Krabbenbeine in der Öffentlichkeit tabu, weil das Risiko von unappetitlichen Bildern zu groß ist.

Das ist es mit dem Essen. Tatsächlich aber werden Tierprodukte auch noch an anderer Stelle für den Palast genutzt. So handelt es sich bei den berühmten schwarzen Mützen der Palastwachen um echtes Bärenfell. Üblicherweise kommt dafür das Fell weiblicher kanadischer Braunbären zum Einsatz. Die verwendeten Felle seien „Nebenprodukte lizenzierter Keulungen durch kanadische Behörden“, mit der die wilde Bärenpopulation gesteuert werde, heißt es dazu vom Palast. Doch Kritiker fordern, die Mützen nur noch aus synthetischem Tierfell herzustellen. Genau dies verlangt Peta nun auch für ein anderes wichtiges Kleidungsstück. Der König möge für seine Krönung am 6. Mai 2023 nachgemachtes Fell nutzen. Bisher besteht der royale Mantel bei der Zeremonie aus dem Fell echter Hermeline.    

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