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Klimawandel befeuerte Rekord-Hitzewelle im Juli
Panorama 2 Min. 02.08.2019

Klimawandel befeuerte Rekord-Hitzewelle im Juli

Am 25. Juli stiegen die Temperaturen in Luxemburg bis an die 40-Grad-Marke.

Klimawandel befeuerte Rekord-Hitzewelle im Juli

Am 25. Juli stiegen die Temperaturen in Luxemburg bis an die 40-Grad-Marke.
Guy Wolff
Panorama 2 Min. 02.08.2019

Klimawandel befeuerte Rekord-Hitzewelle im Juli

Die jüngsten Hitzetemperaturen würden in Westeuropa ohne menschengemachten Klimawandel nur etwa alle 1000 Jahre auftreten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Wissenschaftern des World Weather Attribution Project.

(dpa/jt) - Hitzewellen wie zuletzt im Juli sind durch den Klimawandel einer Studie zufolge wesentlich wahrscheinlicher geworden. Nach der am Freitag vom World Weather Attribution Project (WWA) veröffentlichten Analyse wäre die jüngste Hitzewelle an allen gemessenen Standorten in Europa ohne Klimawandel um 1,5 bis 3 Grad geringer ausgefallen. 

„Die Hitzewelle im Juli 2019 war so extrem über dem kontinentalen Westeuropa, dass die erreichten Spitzenwerte ohne Klimawandel extrem unwahrscheinlich wären“, hieß es in der Studie. Oder, wie es die Wissenschafterin Martha Vogel von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ausdrückte: Ohne den Klimawandel hätte es die Hitzewelle im Sommer 2019 in Europa "so gut wie sicher" nicht gegeben.

Erhöhtes Sterberisiko während der Hitze

Die Forscher verweisen in dem Bericht auch auf die tödliche Gefahr, die von Hitzewellen ausgeht. Ältere Menschen und Patienten mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien während Perioden mit hohen Temperaturen einem besonderen Sterberisiko ausgesetzt. "Die vollen Auswirkungen von Hitzewellen werden erst Wochen, Monate oder sogar Jahre nach dem ursprünglichen Ereignis erkennbar."

Im WWA arbeiten mehrere wissenschaftliche Institute zusammen. Das Projekt beschäftigt mit dem Zusammenhang von Klima und Wetter. Der noch relativ neue Forschungsbereich berechnet etwa, wie viel wahrscheinlicher Extremwetterereignisse durch Klimawandel werden und welchen Anteil menschengemachter Klimawandel an einem bestimmten Ereignis hat.

Die Hitzewelle im Juli hatte in Frankreich, Deutschland und auch in Luxemburg zu neuen Temperaturrekorden geführt. Erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zeigte das Thermometer mehr als 40 Grad an. 


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Die Autoren der Studie bezeichneten die Wahrscheinlichkeit für die jüngsten Hitzetemperaturen ohne menschengemachten Klimawandel in Frankreich und den Niederlanden als „extrem seltenes“ Ereignis, das sonst nur etwa alle 1000 Jahre auftreten würde. 

In Deutschland und in Großbritannien wäre die jüngste Hitzewelle ohne Klimawandel etwa alle 50 bis 100 Jahre möglich. Derzeit müsse hingegen etwa alle zehn Jahre damit gerechnet werden.

Zudem steht der Juli 2019 nicht für sich allein, so die Klimawissenschaftler: Weltweit seien die Jahre 2015 bis 2018 die vier wärmsten gewesen, der Juni 2019 stellte als der wärmste seit Messbeginn einen neuen Rekord auf. 


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