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„Klimaschutz ist mir ein großes Anliegen“
Panorama 2 5 Min. 04.08.2021
Daisy Ridley im Interview

„Klimaschutz ist mir ein großes Anliegen“

Daisy Ridley nahm nach ihrem Schulabschluss zunächst ein kulturwissenschaftliches Studium auf – brach dieses aber zugunsten ihrer Schauspielkarriere ab.
Daisy Ridley im Interview

„Klimaschutz ist mir ein großes Anliegen“

Daisy Ridley nahm nach ihrem Schulabschluss zunächst ein kulturwissenschaftliches Studium auf – brach dieses aber zugunsten ihrer Schauspielkarriere ab.
Foto: LW-Archiv/AFP
Panorama 2 5 Min. 04.08.2021
Daisy Ridley im Interview

„Klimaschutz ist mir ein großes Anliegen“

Ihr neuer Kinofilm „Chaos Walking“, Klimaschutz und übersinnliche Fähigkeiten - die britische Schauspielerin Daisy Ridley im Gespräch.

Interview: Patrick Heidmann

Daisy Ridleys Schauspielerfahrungen waren überschaubar als sie die Rolle als neue „Star Wars“-Heldin Rey bekam. Drei Filme lang kämpfte sie sich durch ferne Galaxien und wurde zum Weltstar. Auch für die Agatha-Christie-Verfilmung „Murder on the Orient Express“ stand sie bereits vor der Kamera. Seit dem Dreh ist sie mit ihrem Kollegen Tom Bateman liiert. Nun ist die 29-jährige Londonerin auch an der Seite von Tom Holland im Science-Fiction-Film „Chaos Walking“ zu sehen, der heute in den Kinos startet. Das „Luxemburger Wort“ erreichte die Schauspielerin via Telefon.  

Daisy Ridley, Sie wurden als Rey in den „Star Wars“-Filmen berühmt, jetzt spielen Sie in „Chaos Walking“ wieder eine Einzelgängerin ohne Familie, die im Kampf ums Überleben zur Actionheldin wird. Die Parallelen werden Ihnen nicht entgangen sein, oder?

Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, habe ich darüber eigentlich nicht nachgedacht. Da fand ich Viola in „Chaos Walking“ einfach nur bewundernswert mutig, weil sie alles zurücklässt, um auf einem fremden Planeten hoffentlich ein neues Leben beginnen zu können. Dazu wäre ich selbst eher nicht in der Lage, glaube ich. Entsprechend reizvoll fand ich die Rolle. Dass es durchaus ein paar Parallelen zu Rey gibt, fiel mir erst später auf. Aber ich finde, sie halten sich letztlich in Grenzen, schließlich findet Viola in Todd schnell einen Wegbegleiter.

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Suchen Sie gezielt unter den Angeboten nach Rollen, die Sie auch körperlich beanspruchen?

Soweit würde ich nicht gehen. Aber mir macht dieser Aspekt der Arbeit auf jeden Fall Spaß, das schon. Bei der Arbeit am letzten „Star Wars“-Film habe ich zum Beispiel mit einem Trainer enorm viel Kickboxen trainiert und sogar den grünen Gürtel gemacht. Das war für mich eine richtig große Sache, denn ich fand es toll, dass ich nach all meiner harten Arbeit etwas vorweisen konnte. Für „Walking Chaos“ habe ich Motorradfahren gelernt, was ich ziemlich cool fand. Und wir waren richtig viel draußen in der Natur. Ansonsten war ich etwas erstaunt, wie viel ich für die Rolle rennen musste. Damit hatte ich nach der Drehbuch-Lektüre nicht unbedingt gerechnet.

Apropos Natur: Wo entstanden denn die Außenaufnahmen?

Das, was nicht aus dem Computer stammt, haben wir in der Nähe einer kleinen Stadt bei Montreal gedreht. Da gab es nicht nur wundervoll sattgrüne Wälder, sondern vor allem einige Stromschnellen, wo wir alle Wasserszenen drehen konnten. Andere Szenen entstanden dann im Studio in Montreal selbst, was eine der coolsten Städte ist, in denen ich je gewesen bin.


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Haben Sie das Reisen in den zurückliegenden Monaten sehr vermisst?

Eigentlich fand ich es nicht so verkehrt, dass wir alle mal gezwungen waren, zuhause zu bleiben und nicht ständig ohne mit der Wimper zu zucken um die Welt geflogen sind. Klimaschutz ist mir ein großes Anliegen, ich fahre ein Elektroauto und halte es für wirklich wichtig, dass jeder seinen CO2-Ausstoß im Blick hat. Aus dieser Perspektive war es also ganz gut zu sehen, dass es auch mal mit ein paar Flugreisen weniger geht. Gleichzeitig hat mich natürlich auch irgendwann das Fernweh gepackt, denn ich liebe es, neue Regionen zu entdecken, wo mir die Kultur fremd ist und ich die Sprache nicht spreche. An meiner Wand hängt eine Weltkarte, und tatsächlich markiere ich dort mit Stecknadeln die Orte, an denen ich schon gewesen bin. Dass ich durch meinen Job in der Vergangenheit die unterschiedlichsten Länder bereisen durfte, von Jordanien bis Japan, empfinde ich als große Ehre.

Das Thema Klimaschutz ist bei einem dystopischen Film wie „Chaos Walking“ durchaus naheliegend. Wie blicken Sie in die Zukunft, optimistisch oder besorgt?

Ich versuche, nicht zu pessimistisch zu sein, auch wenn es manchmal Tage gibt, an denen ich denke, dass die Menschheit geliefert ist. Aber tief in meinem Herzen glaube ich eigentlich an das Gute in uns und bin deswegen hoffnungsvoll, dass wir gemeinsam viel bewirken können. Wir leben zwar aktuell in einer Zeit, in der die bösen und zerstörerischen Stimmen oft besonders laut zu erklingen scheinen oder wahrgenommen werden. Allerdings gibt es gleichzeitig auch Menschen wie Greta Thunberg. Unglaublich, was sie und viele ihrer Altersgenossinnen und -genossen leisten, gerade mit Blick auf Klima- und Umweltschutz. Wenn ich mir die britische Politik so anschaue, würde ich manchmal am liebsten gar nicht mehr aus dem Bett aufstehen. Aber Aktivistinnen und Aktivisten wie Greta geben mir Hoffnung.

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Sind Sie manchmal wütend auf die Generation Ihrer Eltern, die ja zum aktuellen Zustand der Welt einiges beigetragen hat?

Nein, Schuldzuweisungen dieser Art bringen ja niemand weiter. Außerdem hat sich schließlich niemand bewusst vorgenommen, unsere Umwelt für die Nachwelt zu ruinieren. Es ist eher so, dass sich Blickwinkel verändern, wir neue Erfahrungen und Informationen sammeln und sich deswegen manches verschiebt. Früher war Kunststoff neu und super hilfreich, etwa um Dinge länger frisch zu halten. Heute wissen wir, dass wir es damit etwas übertrieben haben und es nicht gut sein kann, wenn selbst auf der Spitze des Mount Everest Berge von Plastikmüll liegen. Aber gewisse Erkenntnisse gewinnt man eben erst im Nachhinein.

In der Welt von „Chaos Walking“ können die Männer die Gedanken ihrer Mitmenschen hören. Das könnte im realen Leben manchmal durchaus hilfreich sein, oder?

Im Gegenteil. Ich glaube, das wäre eine Katastrophe. Zwischenmenschliche Beziehungen leben ja gerade davon, dass man sich auch über anderes mitteilen kann als über Worte. Und selbst entscheiden zu können, was man mit anderen Menschen teilen möchte und was nicht, ist ja ein wichtiges Privileg. Außerdem ist es doch auch wichtig, Körpersprache, Mimik und andere Elemente nonverbaler Kommunikation lesen zu können. Ich zumindest bin darin anscheinend richtig gut.


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Ach ja?

Manche Leute haben mich schon als Hexe bezeichnet, weil ich so viel Ungesagtes registriere. Mein sprichwörtlicher sechster Sinn scheint echt ausgeprägt zu sein.

Zum Abschluss kurz noch die Frage: Was ist dran an dem Gerücht, dass Sie demnächst einen Film zusammen mit der deutschen Schauspielerin Nina Hoss drehen?

Das wird hoffentlich tatsächlich bald passieren. Eine spannende und komplexe Geschichte über drei Frauen bei Kriegsende 1945 in Deutschland ... Ich habe letztes Jahr erst den Film „Phoenix“ von Christian Petzold gesehen, in dem Nina Hoss ja die Hauptrolle spielt. Wow, der hat mich richtig begeistert. Ich habe ihr und Kristin Scott-Thomas, die in dem Film auch mitspielen wird, kürzlich eine E-Mail geschrieben, weil ich so aufgeregt und voller Vorfreude bin, mit ihnen zu arbeiten. Ich freue mich unglaublich auf die Arbeit, bin aber ziemlich nervös. Denn die beiden sind ja nicht nur unglaublich gut, sondern so erfahren, dass ich mich daneben als Küken erst einmal behaupten muss.

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