Klimamodelle geraten ins Wanken: Steht uns doch ein kalter Winter bevor?
In Schweden hat der Winter dieser Tage bereits Einzug gehalten.

Klimamodelle geraten ins Wanken: Steht uns doch ein kalter Winter bevor?

Foto: AFP
In Schweden hat der Winter dieser Tage bereits Einzug gehalten.
Panorama 111.11.2016

Klimamodelle geraten ins Wanken: Steht uns doch ein kalter Winter bevor?

Teddy Jaans
Teddy Jaans

Über Monate prognostizierten die Meteorologen einen milden Winter 2016/2017. Doch seit einigen Tagen scheinen sich diese Berechnungen zu relativieren.

Der US-Wetterdienst NOAA sah in seinen Klimatrends seit einigen Wochen und Monaten durchweg einen deutlich zu milden Winter. Doch seit einigen Tagen scheint sich diese Berechnung etwas zu relativieren. Nun soll der kommende Winter 2016/2017 statt bis zu 2 Grad nur noch bis zu 1 Grad wärmer als im langjährigen Mittel ausfallen.

Sehen Sie hier die Ausführungen von Dominik Jung:

„Die Kollegen aus den USA haben ihre Mildwinter-Prognose spürbar zurückgerechnet. Der Winter soll demnach in Westeuropa nur noch um ein Grad wärmer als im langjährigen Mittel ausfallen. Richtung Sibirien wird nun sogar mit einem zu kalten Winter gerechnet.

Noch vor ein paar Wochen sollte auch nahezu ganz Russland und Sibirien einen deutlich zu warmen Winter bekommen. Das sieht nun nach einer Rolle rückwärts bei den Klimamodellen aus“ kommentiert Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom deutschen Wetterportal wetter.net.

Neuster Wintertrend des staatlichen US-Wetterdienstes NOAA

Der Winter könnte demnach nur noch um 1 Grad wärmer als normal ausfallen, Quelle: NOAA Besonders auffällig ist das am aktuellen Trend für den Dezember. Der Dezember sollte vor einigen Wochen noch bis zu 2 Grad wärmer werden.

Aktuell kommen die Berechnungen des US-Klimamodells auf einen völlig durchschnittlichen Dezember. „Gefühlt könnte das bei vielen Menschen wie ein eher zu kalter Monat ankommen. Die Klimamodelle haben sich für den Dezember ziemlich gewandelt“ merkt Jung an.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit reagiert der Klimatrend von NOAA damit auf die ungewöhnlich strenge Kälte die sich bereits jetzt in Sibirien aufgebaut hat. Für die Jahreszeit ist es dort viel zu kalt. Selbst in so manchem vergangenen Winter war es dort manchmal nicht so kalt gewesen wie das aktuell der Fall ist.

„In Sibirien werden in den nächsten Tagen Werte zwischen minus 25 und minus 30 Grad erwartet. Das ist für Mitte November wirklich sehr ungewöhnlich“ erklärt Wetterexperte Jung.

Aktuell ist es für die Jahreszeit in Sibirien und Teilen Russlands ungewöhnlich kalt: Kommt die Kälte bald auch zu uns? Bisher ist der Dauerfrost bis nach Russland vorgerückt. Dort ist die Kältefront derzeit zum Stillstand gekommen. Bei uns gab es bisher zwar auch kleinere winterliche Eskapaden, vom großen flächendeckenden Wintereinbruch blieben wir aber verschont.


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