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Kiss verwechselt in Wien Österreich mit Australien
Panorama 2 3 Min. 30.06.2022
Austria oder Australia?

Kiss verwechselt in Wien Österreich mit Australien

„You wanted the Best, You Got the Best“… aber nicht in Erdkunde.
Austria oder Australia?

Kiss verwechselt in Wien Österreich mit Australien

„You wanted the Best, You Got the Best“… aber nicht in Erdkunde.
Foto: Sebastian Willnow
Panorama 2 3 Min. 30.06.2022
Austria oder Australia?

Kiss verwechselt in Wien Österreich mit Australien

Dustin MERTES
Dustin MERTES
Das Netz amüsiert sich über eine Verwechslung bei einem Kiss-Konzert in Österreich. Die Rocker sind nicht die einzigen mit einem solchen „Spinal Tap“-Moment.

„You wanted the Best, You Got the Best“, lautet das selbstbewusste Motto der legendären Band Kiss. Im Bereich Geografie gibt es bei den geschminkten US-Hardrockern aber offensichtlich noch Nachholbedarf. Bei einem Konzert am vergangenen Montag in Wien flatterte nach dem Konzert eine australische Flagge hinter dem Kiss-Logo mit dem Satz „Kiss loves you Vienna“. 

 


Ohne Konkurrenz - und ohne roten Faden
Iron Maiden laufen auf ihrem 17. Studioalbum Gefahr, sich an der eigenen Legende zu verheben: "Senjutsu" ist keine Platte für neue Fans.

Der Verwechslungsgrund liegt nahe: im Englischen heißt „Österreich“ „Austria“ und klingt damit ähnlich wie „Australia“.  Aber auch bei einer Multimillionen-Dollar-Tour können derartige Fehler passieren, wie zahlreiche Anekdoten aus der Rock-Geschichte beweisen.

Im Jahr 2017 begrüßte der Gitarren-Roadie McBob die auf Guns N' Roses wartende Zuschauermenge in Melbourne mit den Worten „Sydney, you wanted the best but they're stuck in traffic, so here’s what you get“, bevor er die Band vorstellte. Gitarrist Slash entschuldigte sich nach der Show via Twitter für den „Spinal Tap“-Moment.

Die Mockumentary „This Is Spinal Tap“ folgt einer fiktiven Heavy-Metal-Band namens Spinal Tap auf einer Tournee und fängt teilweise absurde Szenen vom Tourleben ein. Die Musiker der Band wissen selten, wo sie gerade spielen und verlaufen sich in einer legendären Szene auf dem Weg vom Backstage-Bereich zur Bühne.

Auch Bruce Springsteen verwechselte bereits eine Stadt auf Tour und bezeichnete auf einem Konzert Anfang 2016 Cleveland als „Pittsburgh“, Rapstar Kanye West begrüßte Sacramanto als „Seattle“ und R’n’B-Sänger Usher machte aus dem britischen Maidstone „Manchester“. 


Die private Boeing 747 "Ed Force One" der britischen Heavy-Metal-Band Iron Maiden, geflogen von Leadsänger Bruce Dickinson, auf dem Flughafen Schiphol.
Iron Maiden mustern Jumbo "Ed Force One" aus
Der Privatjet der legendären Heavy-Metal-Band war gutes Marketing und Hilfe bei der Logistik in einem. Damit ist jetzt Schluss.

Wie derartige Fauxpas auch millionenschweren Musikern passieren kann, erklärte die kanadische Sängerin Feist gegenüber The Globe and Mail in einem Interview: „Die Leute im Publikum nehmen es persönlich, nach dem Motto ‚Wie kannst du vergessen, wo du gerade bist!?‘, aber [auf Tour] ist es wirklich nur ein stakkatoartiges Flackern der Städte, die Tag für Tag an einem vorbeiziehen. Wenn du manchmal an fünf aufeinanderfolgenden Nächten in verschiedenen Orten spielst, an denen du noch nie zuvor gewesen bist, verwechselt man wirklich schnell Charlottesville und Ashville und Greenville“, so die Sängerin.

Einer der großen Singer-Songwriter der Popmusik hat diesem Phänomen sogar ein musikalisches Denkmal gesetzt: Jackson Browne’s Album „Running On Empty“ aus dem Jahr 1978 ist ein Konzeptalbum, das sich nicht nur mit dem Leben auf Tour beschäftigt, sondern auch zum großen Teil „auf der Straße“ entstanden ist - aufgenommen bei Konzerten, aber auch in Hotelzimmern oder im Bus. 

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Im wohl bekanntesten Stück der Platte, „The Load-Out/Stay“, singt Browne: „but the band’s on the bus and they're waiting to go, we've got to drive all night and do a show in Chicago. Or Detroit, I don't know. We do so many shows in a row. And these towns all look the same“ („Die Band sitzt schon im Bus und will los, wir müssen die Nacht durchfahren und in Chicago spielen, oder Detroit, keine Ahnung, wir spielen so viele Shows hintereinander. Und die Städte sehen alle gleich aus.“).

Auch die Kult-Serie „Simpsons“ griff das Problem in ihrer „Spinal Tap“-Folge auf, in der die Band beim Satz „Nobody rocks like …“ kurz innehalten und auf der Gitarrenrückseite nachschauen muss, wo man denn gerade überhaupt spielt.

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Wenn also Kiss beim nächsten Mal ihre Auftrittsorte irrtümlich von Österreich nach Australien verlegen, sollte das Publikum mit Verständnis reagieren. Solange sie nicht Detroit vergessen …


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