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Kippe und Krebs: Was Raucher wissen sollten
Panorama 3 Min. 30.05.2016

Kippe und Krebs: Was Raucher wissen sollten

Raucher haben ein besonders hohes Risiko, an Lungen-, Kehlkopf-, Speiseröhren- und Mundhöhlenkrebs zu erkranken.

Kippe und Krebs: Was Raucher wissen sollten

Raucher haben ein besonders hohes Risiko, an Lungen-, Kehlkopf-, Speiseröhren- und Mundhöhlenkrebs zu erkranken.
Foto: Marc Wilwert
Panorama 3 Min. 30.05.2016

Kippe und Krebs: Was Raucher wissen sollten

Manon KRAMP
Manon KRAMP
Mittlerweile weiß es jedes Kind: Rauchen kann Krebs - und viele andere Krankheiten - verursachen. Doch warum eigentlich? Wie hoch ist das Krebsrisiko für Raucher tatsächlich und welche Effekte bringt das Aufhören?

(dpa) - "Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs." Der Warnhinweis prangt groß auf vielen Zigarettenpackungen. Trotzdem wird weiter geraucht. Doch wie hängen Krebs und der blaue Dunstgenau zusammen? Einige Antworten:

Warum fördert Rauchen Krebs?

Tabakrauch besteht aus knapp 5000 verschiedenen chemischen Substanzen. Etwa 90 Stoffe sind nachgewiesenermaßen krebserregend oder stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Sie werden sowohl über die Schleimhäute und die Lunge aufgenommen als auch geschluckt.

Wie verursachen diese Stoffe Krebs?

Ob sich menschliche Zellen vermehren oder nicht, obliegt einer strengen Kontrolle im Körper. Der Schlüssel dazu liegt im Erbgut. Krebserregende Substanzen im Tabakrauch können diese Kontrolle stören: Sie verändern die DNA und lassen dadurch die Zellteilung aus dem Ruder laufen. Es kann zu einer massiven Bildung von neuen Zellen kommen, Krebs entsteht.

Der Organismus hat zwar Möglichkeiten, solche DNA-Schäden zu beheben, bei Rauchern sind diese Reparaturmechanismen durch die Belastung mit Giftstoffen aber eingeschränkt.

Welche Krebsarten begünstigt Rauchen besonders?

Zigarettenrauch schädigt die DNA dort, wo er direkt mit Gewebe in Kontakt tritt, also beispielsweise im Mund- und Lungenbereich. Krebserregende Stoffe können aber auch im Körper zirkulieren und anderswo zu Tumoren führen. Raucher haben ein besonders hohes Risiko, an Lungen-, Kehlkopf-, Speiseröhren- und Mundhöhlenkrebs zu erkranken. Ebenso gibt es einen Zusammenhang mit Leukämie sowie Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Harnblasen- und Gebärmutterhalskrebs.

Auch beim Rauchen von E-Zigaretten nimmt der Körper eine Hohe Dosis an gesundheitsschädlichen Substanzen auf.
Auch beim Rauchen von E-Zigaretten nimmt der Körper eine Hohe Dosis an gesundheitsschädlichen Substanzen auf.
Foto. Shutterstock

Wie stark ist das Krebsrisiko bei Rauchern erhöht?

Insgesamt verursacht das Rauchen nach Angaben der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 25 bis 30 Prozent aller Krebstodesfälle. Männliche Raucher haben beispielsweise ein 20- bis 30-mal so hohes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken wie Nichtraucher, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) schreibt. Bei rauchenden Frauen sei das Risiko 9-mal so hoch wie bei Nichtraucherinnen. Insgesamt erkrankt laut DKFZ rund jeder zehnte Raucher im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs. Dabei spielt es auch eine Rolle, wie stark ein Mensch raucht.

Erhöht auch Passivrauchen das Krebsrisiko?

Ja. Auch wer nicht selbst an einer Zigarette zieht, atmet noch viele verschiedene Schadstoffe ein.

Was bringt ein Rauch-Stopp konkret mit Blick auf das Krebsrisiko?

Nach einigen Jahren Verzicht sinkt das Risiko für die meisten Krebsarten deutlich. Nach einer Dekade hat der Ex-Raucher nur noch ein halb so hohes Risiko für Lungenkrebs, wie wenn er weitergeraucht hätte. Bis das Niveau eines Nichtrauchers erreicht ist, dauert es aber zwanzig bis dreißig Jahre.

Sind auch (Wasser-)Pfeifen- und Zigarrenraucher stark krebsgefährdet?

Ja. Dabei gibt es kleine Unterschiede: Zigarrenraucher erkranken besonders häufig an Krebs im Rachenraum, weil sie den Rauch länger im Mund halten. Pfeifenraucher bekommen etwas seltener Lungenkrebs als Zigarettenraucher. Über Wasserpfeifen können Konsumenten mehr Schadstoffe aufnehmen als über filterlose Zigaretten.

Verursachen auch E-Zigaretten Krebs?

Bei E-Zigaretten verbrennt kein Tabak, stattdessen wird eine Art nikotinhaltiger Dampf eingeatmet. Dennoch sehen Experten gesundheitliche Gefahren. Die Flüssigkeiten in den E-Zigaretten enthalten auch giftige Zusätze mit krebserzeugendem Potenzial. Unter bestimmten Voraussetzungen können zudem mehr krebserzeugende Aldehyde freigesetzt werden als bei Tabakzigaretten.

Positive Effekte nach dem Aufhören

Nach 20 Minuten sinken Herzfrequenz und Blutdruck. Nach 12 Stunden ist der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut wie bei einem Nichtraucher. Nach 2-12 Wochen bessern sich Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion. Nach 1-9 Monaten bessern sich Husten und Kurzatmigkeit. Nach 2 Jahren entspricht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen fast dem eines Nichtrauchers. Nach 5 Jahren entspricht das Risiko für einen Herzinfarkt dem eines Nichtrauchers. Nach 10 Jahren ist das Risiko für Lungenkrebs im Vergleich zu einem Raucher halbiert.


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