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Keine reine Männerdomäne
Zwölf Wissenschaftlerinnen stellen in der Cité Bibliothèque ihre Forschungsarbeiten vor.

Keine reine Männerdomäne

Foto: Guy Jallay
Zwölf Wissenschaftlerinnen stellen in der Cité Bibliothèque ihre Forschungsarbeiten vor.
Panorama 2 Min. 27.01.2017

Keine reine Männerdomäne

Bis zum 11. Februar werden die Projekte von zwölf Wissenschaftlerinnen in der Cité Bibliothèque vorgestellt.

(m.r.) - Auch im 21. Jahrhundert sind Frauen in der Wissenschaft immer noch unterrepräsentiert. Lediglich 24 Prozent der Forscher in Luxemburg sind weiblich. Die Stadt Luxemburg will die Arbeit der Wissenschaftlerinnen mehr in den Mittelpunkt rücken und hat zu diesem Zweck gemeinsam mit der Fondation Jeunes Scientifiques Luxembourg und dem Fonds National de la Recherche eine Ausstellung organisiert. Noch bis zum 11. Februar kann man in der Cité Bibliothèque die Expo „Wise Women – Les femmes dans la recherche et dans l’ingénierie au Luxembourg“ besuchen.

Julie Distel, Sandra Domagala, Nathalie Valle, Pascale Engel de Abreu, Claudine Kirsch, Conchita D’Ambrosio, Mahulena Hofmann, Patrice Caire, Anna Heintz-Buschart, Conny Mathay, Simone Niclou und Ines Thiele stellen im Rahmen der Ausstellung ihre Forschungsarbeiten vor. Von ökonomischen Studien bis hin zum Weltraumrecht ist alles vertreten.

Auf zur WM

Luxemburg bei einer Fußballweltmeisterschaft – durch die Forschung von Dr. Patrice Caire könnte dieser Traum schon bald in Erfüllung gehen. Die Informatikerin leitet das Laboratoire de Robotique Sociale der Universität Luxemburg und ist Gründerin von Luxemburgs nationalem Roboterfußballteam. Momentan versucht die Mannschaft sich für die Weltmeisterschaft, den RoboCup 2017 zu qualifizieren. In ihren Forschungsarbeiten befasst sich die Forscherin mit unterschiedlichen Aspekten von künstlicher Intelligenz. So beschäftigt sich Caire unter anderen mit der Interaktion zwischen Mensch und Robotern.

Wie die Ernährung unsere Gesundheit beeinflusst, erforscht Dr. Ines Thiele. Dafür entwickelt die Bioinformatikerin Computermodelle, die den menschlichen Stoffwechsel nachahmen. Seit 2013 arbeitet Thiele an der Universität Luxemburg und leitet ihr eigenes Labor.

Nicht nur die körpereigenen Prozesse, sondern auch der Stoffwechsel aller im Magen oder Darm lebenden Bakterien müssen von dem Computermodell berücksichtigt werden. Aus diesem Grund ist das Projekt sehr zeitaufwendig. Für die Erstellung eines ersten Modells hat ein sechsköpfiges Team zwei Jahre gebraucht. Seither arbeitet die Gruppe stetig an der Ausbesserung. Das fertige Modell soll verschiedene Manipulationen des Ernährungstraktes möglich machen. So lässt sich der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Ernährung genauer untersuchen.

Forschungsgebiet Luxemburg

Die einmalige Sprachensituation Luxemburgs führt dazu, dass hierzulande viele Kinder mehrsprachig aufwachsen. Dr. Pascale Engel de Abreu erforscht an der Universität Luxemburg, wie Kinder in einem solchen Umfeld sprechen und lesen lernen.

Die Mehrsprachigkeit wirkt wie eine Art Gehirntraining. Engels Studien zeigen, dass monolinguale Kinder ihre Muttersprache besser beherrschen als mehrsprachige. Allerdings sind mehrsprachig aufgewachsene Kinder in kognitiven Bereichen im Vorteil.

Mehrere hundert Kinder testet Engel für die Erhebung ihrer Daten. Die Resultate werden anschließend mit statistischen Methoden ausgewertet. Für einige Studien werden dieselben Kinder über mehrere Jahre hinweg begleitet. So kann herausgefunden werden, wie sich gewisse kognitive Prozesse im Laufe der Jahre verändert haben.

Auch die Forschungsprojekte der anderen Wissenschaftlerinnen klingen vielversprechend und machen Lust auf mehr.

"WISE WOMEN"

Die Expo kann noch bis zum 11. Februar in der Cité Bibliothèque besucht werden.

  • 2, rue de Genistre L-1623 Luxembourg
  • Freier Eintritt
  • Dienstags bis freitags: 10 - 19 Uhr
  • Samstags: 10 - 18 Uhr




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