Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Kampagne "Ouni Pestiziden": Vorsicht, giftiger Nektar!
Panorama 05.04.2017

Kampagne "Ouni Pestiziden": Vorsicht, giftiger Nektar!

Hummeln und Bienen sammeln auch Pollen von Zierpflanzen.

Kampagne "Ouni Pestiziden": Vorsicht, giftiger Nektar!

Hummeln und Bienen sammeln auch Pollen von Zierpflanzen.
Foto: Shutterstock
Panorama 05.04.2017

Kampagne "Ouni Pestiziden": Vorsicht, giftiger Nektar!

Nicole WERKMEISTER
Nicole WERKMEISTER
Ohne es zu wissen, bieten viele Hobbygärtner Hummeln und Bienen eine belastete Nahrungsquelle an. Schon beim Einkauf von Zierpflanzen ist Vorsicht geboten.

(NW) - Sobald die Temperaturen im Frühling steigen, kann man die ersten Hummeln, bald auch Bienen und andere Bestäuber im Garten beobachten. Anlässlich der bekannten Problematik des Bienensterbens möchten viele Natur- und Gartenfreunde den summenden Gesellen helfen und pflanzen deshalb bienenfreundliche Sommerblumen und Stauden. Der bewusste Gärtner weiß, dass Pestizide für die Bestäuber tödlich sind, und benutzt deshalb auch keine Spritzmittel im eigenen Garten.

Bereits beim Kauf belastet

Doch leider ist selbst der aktive Verzicht auf Pflanzenschutzmittel nicht ausreichend: In der Aufzucht angewandte giftige Pflanzenschutzmittel sind auch später, wenn die Pflanze im Garten oder im Kasten des Käufers blüht, noch vorhanden. Bestäuberinsekten nehmen die Gifte mit den Pollen auf und sterben daran. So gesehen stellen Blumen zwar eine wichtige, jedoch oftmals auch tückische Nahrungsquelle für Insekten dar.

Um den Naturraum konsequent vor chemischen Gefahrenstoffen zu schützen, müssen demnach auch Zierpflanzen wie Geranien, Surfinien oder Studentenblumen in Zukunft pestizidfrei aufgezogen werden. Das Projekt „Blumen ohne Pestizide“ versucht seit 2015, diese Problematik anzugehen. Bio-Gemüsepflanzen findet man bereits an vielen Stellen. Bisher ist das Angebot an Sommerblumen ohne Pestizide jedoch noch relativ klein. Mehrere Luxemburger Gartenbaubetriebe haben sich nun entschieden, auf eine pestizidfreie Aufzucht umzusteigen. Dies stellt eine enorme Perspektive zum Schutz von bestäubenden Insekten wie Bienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen dar.

Pestizidfreie Blumen und Stauden zu produzieren, gibt darüber hinaus eine interessante Marktperspektive für luxemburgische Gartenbaubetriebe, die sich im internationalen, nur auf den Preis ausgerichteten Wettbewerb oft schwer tun. Grund genug, um die mutigen Gärtner bei ihrer Initiative zu unterstützen und beim Kauf der Blütenpracht für Frühling und Sommer nach unbelasteten Blumen und Zierpflanzen Ausschau zu halten, um Bienen, Hummeln und ihren Artgenossen ein reichhaltiges, aber giftfreies Pollen-Buffet anzubieten.

---

Mit diesem Gastbeitrag macht die Kampagne „Ouni Pestiziden“ auf die Gefährdung von Insekten durch pestizidbelastete Blüten aufmerksam. Welche Gärtner Pflanzen ohne Pestizide aufziehen und diese zum Verkauf anbieten ist zu erfahren unter: www.ounipestiziden.lu



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lieber wild statt superordentlich
Naturexperte André Erpelding über den Hang der Luxemburger zur Sterilität in Sachen Grünanlagen und das ökologische Potenzial von Schulhöfen.