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Jürgen Vogel: „Das nennt man Midlife-Crisis“
Panorama 1 4 Min. 05.06.2019

Jürgen Vogel: „Das nennt man Midlife-Crisis“

Kämpfen mit Alltagssorgen: Kurt Fankhauser (Jürgen Vogel) und seine Frau Sandra (Bettina Lamprecht).

Jürgen Vogel: „Das nennt man Midlife-Crisis“

Kämpfen mit Alltagssorgen: Kurt Fankhauser (Jürgen Vogel) und seine Frau Sandra (Bettina Lamprecht).
Foto: TVNOW/M. Rottenkolber
Panorama 1 4 Min. 05.06.2019

Jürgen Vogel: „Das nennt man Midlife-Crisis“

Der deutsche Schauspieler Jürgen Vogel spricht im Interview über sein neues TV-Projekt, das schwierige Leben als Papa und warum er viele Familienserien für verlogen hält.

Interview: Cornelia Wystrichowski  

Jürgen Vogel, einer der größten deutschen Filmstars, ist in seinen Rollen auf gebrochene Figuren spezialisiert. Jetzt zeigt sich der 51-Jährige mit dem unverwechselbaren Gesicht und den markanten Zahnlücken aber von einer völlig anderen Seite: In der Serie „Das Wichtigste im Leben“ – ab dem 5. Juni auf VOX immer mittwochs in Doppelfolgen – spielt Vogel, einen Patchwork-Papa mit drei Kindern, der mit dem ganz normalen Wahnsinn des Familienalltags gefordert ist.

Jürgen Vogel, was ist für Sie das Wichtigste im Leben?

Das Wichtigste im Leben ist eine gute Verdauung. (lacht) Nein, Spaß beiseite: Als der Titel der Serie festgelegt wurde, war mir sofort klar, dass diese Frage kommen würde, und ich dachte: „Um Gottes Willen, was soll ich darauf antworten?“ Ich verstehe den Titel so, dass jede Figur in der Serie herausfinden muss, was für sie selbst das Wichtigste im Leben ist.


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Bei den Figuren handelt es sich um das Ehepaar Fankhauser und seine drei Kinder. Die Sprösslinge suchen gerade ihren Platz im Leben, die Eltern sind eher unzufrieden …

Das nennt man Midlife-Crisis. Wenn die Kinder ein bisschen älter werden und ihr eigenes Ding machen, ist man nicht mehr so gefordert wie früher, muss nicht mehr den ganzen Tag nur Schulbrote schmieren und Windeln wechseln. Dann bist du plötzlich wieder auf dich selber zurückgeworfen und fragst dich: Wie geht es denn jetzt weiter? Das ist zwischen 40 und 50 eine echt interessante Phase im Leben.

Sie haben mal gesagt: „Ich spiele am liebsten gebrochene Typen und Arschlöcher.“ Jetzt verkörpern Sie einen ganz normalen Familienvater. Was reizt Sie daran?

Ich habe sowas noch nicht gemacht, und deshalb war das für mich eine wahnsinnige Herausforderung. Die Serie dreht sich um die normalen Dinge des Lebens, um den Alltag einer Familie, um die Themen Eltern und Geschwister. Es geht um die wirklichen Sorgen und Probleme, so dass man sich selber darin erkennen kann. Das wahre Leben kann ja spannender sein als mancher Thriller. Aber natürlich ist es nicht leicht, Dinge des Alltags so zu erzählen, dass der Zuschauer gebannt vor dem Fernseher sitzt und mitfiebert.

Für Leute im mittleren Alter sind Sie seit „Kleine Haie“ ein Kultschauspieler. Haben die Darsteller der Kinder Sie auch gekannt?

Das kann ich ehrlich gesagt gar nicht sagen, ich bin ja nicht auf die zu und habe gefragt: „Kennt ihr mich?“. Aber vielleicht haben sie „Die Welle“ ja in der Schule gesehen, oder im Kino „Emil und die Detektive“. Das passiert mir öfter, dass diese Generation zu mir kommt und sagt: „Ach, ich hab dich in ,Emil‘ als Bösewicht gesehen.“

Immer zu Scherzen aufgelegt.
Immer zu Scherzen aufgelegt.
Foto: TVNOW/Boris Breuer

Als Familienoberhaupt Kurt bemühen Sie sich in der Serie, ein guter Vater zu sein. Was macht einen guten Vater aus?

Es gibt keine Regeln, und das ist ja auch das Spannende. Du machst als Vater einfach immer alles richtig und alles falsch zur gleichen Zeit. Wenn es für das eine Kind ganz toll ist, was du da machst, ist es für das andere eine Katastrophe. Das ist ja auch der Humor, der im normalen Leben steckt: Es gibt kein gut oder schlecht – du kannst einfach nur das machen, von dem du im Moment gerade denkst, dass es das Richtige ist. Und meistens ist es falsch. (lacht)

Kurt ist enttäuscht, weil sein ältester Sohn Balletttänzer werden will. Welche Karriere hatten Ihre Eltern für Sie vorgesehen?

Das weiß ich selber nicht, ich habe ehrlich keine Ahnung. (lacht) Aber ich glaube, dass bei jeder Erwartungshaltung die Enttäuschung vorprogrammiert ist. Deshalb sollte man vielleicht weniger Erwartungen haben. Als Eltern sollte man das vorleben, was man für richtig hält.

Wie haben Sie sich der ungewohnten Serienrolle genähert? Manche Schauspieler greifen da auf einen Coach zurück …

Ich habe selbst Familie und kann aus meiner eigenen Erfahrung schöpfen, deshalb brauche ich keinen Coach. Außerdem habe ich viele tolle internationale Familienserien gesehen, die mich inspiriert haben, ich finde zum Beispiel die amerikanische Dramaserie „This Is Us“ ganz toll. Solche Vorbilder zeigen, wie gut solch eine Alltagsserie funktionieren kann.

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Haben Sie früher die klassischen deutschen Familienserien geguckt, „Diese Drombuschs“ oder „Ich heirate eine Familie“?

Nicht so oft. Familienserien waren früher anders, da hat man oft rosarote Fantasiewelten erfunden, so ein bisschen Rosamunde-Pilcher-mäßig. Fast wie eine kleine Lüge, die dem Zuschauer präsentiert wurde, was der auch bewusst wollte. Unser Ansatz ist das Gegenteil, wir wollen möglichst realitätsnah und echt sein. 

Ist „Das Wichtigste im Leben“ die erste Familienserie, in der Sie mitspielen?

Ja, das ist meine erste. Ich habe ja generell nicht so viele Serien gedreht. Das hat mehrere Gründe. Die ZDF-Thrillerserie „Blochin“ hat mich drei, vier Jahre gekostet, weil wir zuerst den Piloten gedreht haben, bevor dann eine Serie daraus wurde, und dann habe ich noch bei „The Team“ mitgemacht. So richtig viele tolle Serien gibt es ja auch gar nicht, danach muss man schon suchen. Die Serienmode gibt es noch nicht so wahnsinnig lange, das Ganze ist ja jetzt erst bei uns angekommen.

Schauen Sie Streaming-Serien?

Na klar, ich selber gucke viel Netflix, nicht zuletzt weil ich es beruflich interessant finde. Ich finde es auch gut, dass Netflix als einziger Anbieter deutsche Serien synchronisiert in Amerika zeigt, obwohl doch alle immer behauptet haben, dass das nicht funktionieren kann. Das ermöglicht es uns, genuin deutsche Geschichten auch auf Deutsch zu erzählen.

Welche Projekte stehen bei Ihnen noch an?

Ich würde mich freuen, wenn wir die zweite Staffel von „Das Wichtigste im Leben“ machen, es steckt einfach wahnsinnig viel drin. Ansonsten mache ich drei Monate frei, und was danach für ein Projekt kommt, ist noch nicht hundertprozentig klar. 


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