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Johnny Cash lässt es laufen
Panorama 1 2 Min. 19.05.2022
Vandalismus

Johnny Cash lässt es laufen

Ob der Schütze über den praktischen Witz hinaus weitere Motive hatte, ist nicht bekannt.
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Johnny Cash lässt es laufen

Ob der Schütze über den praktischen Witz hinaus weitere Motive hatte, ist nicht bekannt.
Foto: Screenshot Twitter
Panorama 1 2 Min. 19.05.2022
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Johnny Cash lässt es laufen

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Am Geburtsort der Countrylegende in Arkansas hat sich jemand einen besonders amerikanischen Scherz mit dem örtlichen Wahrzeichen erlaubt.

In Kingsland, Arkansas ist nicht viel los. Nur ein paar hundert Menschen leben hier noch, das Durchschnittseinkommen ist niedrig, das Land rundherum sehr weit. Historisch gesehen hat Kingsland, gut eine Autostunde südlich von Little Rock, aber etwas zu bieten, worauf sie dort sehr stolz sind. Little Rock ist mit 200.000 Einwohnern viel größer, es ist die Hauptstadt von Arkansas und von dort stammt Bill Clinton. Aus Kingsland aber stammt … Johnny Cash, die Legende der Countrymusik. 


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Mitten in der Depression, 1932, wurde Cash in Kingsland geboren, und wegen der Depression zog die Familie schon drei Jahre später weg. Aber das reicht für Schilder am Ortseingang, ein in Google Maps eingetragenes Geburtshaus und ein weithin sichtbares Wahrzeichen: eine Johnny-Cash-Silhouette inklusive Gitarre am 200.000 Liter fassenden Wasserturm. 

Mit ebendiesem Wahrzeichen hat sich vergangene Woche offenbar jemand auf sehr amerikanische Weise einen Scherz erlaubt: Nach einem fast perfekt gezielten Gewehrschuss an eine „sehr empfindliche Stelle“, wie sich Bürgermeister Luke Neal der Presse gegenüber ausdrückte, ließ der gemalte Countrysänger Wasser auf seine Geburtsstadt. Und das nicht nur minuten- oder stunden-, sondern tagelang, so der Bürgermeister, der am Mittwoch vergangener Woche davon erfuhr. 

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Erst nach ungefähr einer Woche habe man Handwerker kriegen können, die das Leck fachgerecht abdichten konnten. „Also haben wir’s einfach laufen lassen. Also, Johnny hat es laufen lassen“, so Neal. Erst am darauffolgenden Mittwoch war das Loch gestopft - da waren nach vorsichtiger Schätzung über 600.000 Liter in hohem Bogen ausgelaufen, denn der örtliche Wasserversorger wollte den 866 Bürgern von Kingsland nicht wegen eines Lochs an sensibler Stelle den Hahn abdrehen, so schreibt die „Washington Post“. Bürgermeister Neal schätzt den Schaden auf etwa 200 Dollar pro Tag und nochmal 5.000 für den Handwerkereinsatz – viel Geld für die Gemeindekasse.

Immerhin hat der Sheriff mittlerweile den Schuldigen ermittelt – ein 38-jähriger Mann aus dem Ort wird verdächtigt, Johnny Cash zwischen die Beine geschossen zu haben, ihm könnte eine saftige Geldstrafe und sogar eine mehrjährige Haftstrafe drohen - denn der Wasserturm ist auch ohne die Cash-Silhouette ein wichtiges Stück Infrastruktur.   

Bürgermeister Neal scheint die Sache dennoch irgendwie mit Humor zu nehmen: Auf TikTok veröffentlichte er ein kurzes Video zu dem Vorfall - unterlegt mit Cashs letztem großem Hit „Hurt“. 


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