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Vollkommen abgehoben
Panorama 2 Min. 21.07.2021
Jeff Bezos

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Die New-Shepard-Crew nach dem Weltraum-Flug: Oliver Daemen, Jeff Bezos, Wally Funk und Mark Bezos (v.l.n.r.).
Jeff Bezos

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Die New-Shepard-Crew nach dem Weltraum-Flug: Oliver Daemen, Jeff Bezos, Wally Funk und Mark Bezos (v.l.n.r.).
Foto: AFP
Panorama 2 Min. 21.07.2021
Jeff Bezos

Vollkommen abgehoben

Nach seinem Weltraum-Flug fühlt sich Milliardär Jeff Bezos großartig - und dankt den Amazon-Kunden für ihre finanzielle Mithilfe.

(dpa/LW) - Mit einem breiten Lächeln und jeder Menge Selbstbewusstsein verließ Milliardär Jeff Bezos am Dienstagmorgen (Ortszeit Texas) die Raumkapsel, mit der er die 100-Kilometer-Marke überquert hat und als zweiter Milliardär nach Richard Branson innerhalb von zehn Tagen mit Weltraum-Touristen ins All abgehoben ist. 

Die gesamte Aktion wurde - unter anderem aufgrund der hohen Kosten und des geringen Nutzens für die Wissenschaft - von Forschern und Medien kritisiert. Für einen weiteren Aufschrei sorgte ein Kommentar, den Bezos auf der anschließenden Pressekonferenz, bei der er mit einem Cowboy-Hut sein Draufgängerdasein nochmals unterstrich, abgab: „I also want to thank every Amazon employee and every Amazon costumer because you guys paid for all of this.“ (Ich möchte allen Amazon-Angestellten und allen Amazon-Kunden danken, denn ihr habt für all das hier bezahlt.)

Zwei weitere Flüge in 2021


ARCHIV - 05.04.2017, USA, Colorado Springs: Der Milliardär Jeff Bezos steht vor einer Weltraumkapsel auf dem Space Symposium in Colorado Springs. Bezos und drei weitere Passagiere wollen am Morgen des 20. Juli an Bord der New-Shepard-Rakete seiner Firma Blue Origin zum Rand des Weltraums starten. Foto: Chuck Bigger/Space Symposium via ZUMA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Milliardäre im Weltall
Zwei der reichsten Männer der Welt liefern sich ein Wettrennen in Sachen Weltraumtourismus. Verständnis kann man dafür nur schwer aufbringen.

In diesem Jahr, so Bezos weiter, solle es noch zwei weitere Flüge geben. „Die Nachfrage ist sehr hoch“, so der 57-Jährige. „Wir gehen auf 100 Millionen Dollar in Ticketverkäufen zu.“ Nach den zwei Flügen noch in diesem Jahr müsse man sehen, wie es im nächsten Jahr weitergehe. Auch er selbst würde sofort wieder ins All fliegen, sagte der laut „Forbes“-Magazins reichste Mensch der Welt. „Selbstverständlich! Wie schnell können wir das Ding wieder betanken?“

Einige, die Grund zur Kritik hätten, nutzten die Gratulation, um den Amazon-Gründer zum Nachdenken anzuregen. Der Chef des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (UN), David Beasley, rief ihn per Twitter erneut dazu auf, sich für die Hunger leidenden Menschen auf der Erde einzusetzen. „Wie du vom Weltraum aus gesehen hast, ist die Erde ein ganz besonderer Ort. 41 Millionen Menschen stehen an der Schwelle zur Hungersnot. Ich brauche deine Hilfe. Wir brauchen deine Hilfe.“  

Dan Price, der in seinem Unternehmen das Mindestgehalt für jeden Angestellten auf 70.000 US-Dollar im Jahr anhob und sein Gehalt um eine Million Dollar kürzte, ging den Milliardär direkt an: Bezos habe allein am Dienstag 1,13 Milliarden Dollar verdient - das entspräche dem Jahresgehalt von 36.000 Warenhaus-Mitarbeitern. Dabei sei sein Steuersatz niedriger als der eines gewöhnlichen Arbeiters.

Auch US-Politikerin Nina Turner griff wie viele der Twitter-Kommentatoren das Thema Steuern auf - schließlich habe Bezos laut dem Portal „Propublica“ in den vergangenen Jahren teilweise gar keine oder zumindest Beträge weit unter dem Spitzensteuersatz zahlen müssen: „Jeff Bezos kann seinen Arbeitern danken, indem er sie mit Würde behandelt und ihnen faire Löhne zahlt ... und er kann uns allen danken, indem er diese verdammten Steuern zahlt.“ 


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