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James Bond und ABBA-Fan
Panorama 2 5 Min. 18.07.2018

James Bond und ABBA-Fan

Pierce Brosnan schlüpft in der "Mamma Mia!"-Fortsetzung in die Rolle von Sam Carmichael.

James Bond und ABBA-Fan

Pierce Brosnan schlüpft in der "Mamma Mia!"-Fortsetzung in die Rolle von Sam Carmichael.
Foto: AFP
Panorama 2 5 Min. 18.07.2018

James Bond und ABBA-Fan

Pierce Brosnan spricht im Interview über den neuen „Mamma Mia!“-Film, das Geheimnis seiner Ehe und die Kunst.

Interview: André Wesche

Die Karriere des irischen Schauspielers Pierce Brosnan kennt drei besondere Höhepunkte: Bekannt wurde der Sohn eines Tischlers als Titelheld der Krimiserie "Remington Steele". Zwischenzeitlich längst zum Kinostar avanciert, übernahm Brosnan 1994 die Rolle des James Bond, den er in vier Filmen verkörperte. 2008 erweiterte der heute 65-Jährige sein Repertoire um das ABBA-Filmmusical "Mamma Mia!". Das "Luxemburger Wort" traf Pierce Brosnan nun in Hamburg zur Vorstellung des Nachfolgers "Mamma Mia! – Here We Go Again".

Pierce Brosnan, was dachten Sie, als bekannt wurde, dass es einen zweiten Teil von "Mamma Mia!" geben wird?

Ich war hin und weg. Man hat mich in den letzten zehn Jahren immer wieder gefragt, wann es den nächsten "Mamma Mia!"-Film geben wird. Der erste Teil war so fröhlich und hat die Herzen der Menschen wirklich berührt. Deshalb war ich begeistert, als das Angebot kam. Eines Tages lag das Drehbuch auf der Eingangstreppe. Es war so fundiert und in sich schlüssig, einfach wunderbar. Ich traf Ol Parker, den Regisseur. Er ist ein charmanter Typ, der viel Menschlichkeit und Geduld ausstrahlt. Er hat ein absolut einnehmendes Wesen. Mehr hat es nicht gebraucht.

Sie singen dieses Mal nicht so häufig wie im Original. War das ein zusätzlicher Pluspunkt?

Darüber war ich ziemlich glücklich. Die Welt muss diese Erfahrung nicht noch einmal machen. Wie auch immer: Es hat mir Spaß gemacht. Man hat mich ja auch nicht für mein Gesinge engagiert. Ich habe das komische Potenzial natürlich erkannt.

Kannten Sie Cher, die im Film eine kleine Rolle spielt, schon vor den Dreharbeiten?

Nein. Wir haben in Malibu in derselben Nachbarschaft gewohnt, aber ich habe sie nie gesehen. Ich bin immer an ihrem Haus vorbeigefahren. Ihre Besetzung war ein Knaller. Ich war voller Erwartungen und Vorfreude. Als sie an den Drehort kam, flüsterten alle nur "Cher kommt! Cher ist hier!". Es war eine Freude, ihr zuzuschauen. Sie ist so sicher und selbstbewusst, trotzdem geht auch eine Zerbrechlichkeit von ihr aus. Es ist einschüchternd, in einen Raum voller Schauspieler zu kommen, die sich alle schon seit langer Zeit kennen. Aber diese Gemeinschaft ist sehr freundlich und warmherzig, sie vereint viele Gaben und Talente. Darüber hinaus sind es gute Leute, keine Egos, keine Schreihälse und Wichtigtuer. All das hat den Tag dieser Begegnung zu etwas Magischem gemacht.

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Vermissen Sie eigentlich ihre Heimat Irland?

Das tue ich tatsächlich. Ein Teil von mir wünschte, ich hätte vor Jahren dort etwas gekauft. Ich habe neulich einen Film dort gedreht und zu meiner Frau Keely gesagt: "Ich war ein Narr, dass ich zu Zeiten von "Bond" nicht etwas in Irland gekauft habe." Aber damals war ich der Meinung, dass ich niemals zurückkehren will.

Es heißt, dass Sie wegen Trump die USA verlassen wollten. Stimmt das?

Wegen Trump würde ich gern eine Menge Dinge tun. Aber ich liebe Amerika! Es ist mein Zuhause. Ich liebe das Land und die Menschen dort. Es schnürt mir die Kehle zu, auch nur über jemanden zu reden, der aus dem Genre des Reality-TV kommt. Das übersteigt mein Fassungsvermögen.

Welche ist Ihre irischste Eigenschaft?

Ich weiß nicht recht. Es ist schwer zu definieren, was das bedeutet. Ja, meine Seele ist irisch. Keltisch. Aber auch englisch und amerikanisch. Ich mag alle drei Flaggen, Länder, Menschen. Vielleicht ist es mein Gesang? Ich bin definitiv ein Ire. Ich liebe die Mystik des Landes, seine Lyrik und seine Poesie. Dort wurde ich geboren und dort bin ich aufgewachsen. Tatsächlich habe ich vor ein paar Monaten damit begonnen, meine Memoiren zu schreiben. Wann, wenn nicht jetzt?

Wie kam es zu dieser Idee?

Ein Freund, Mark Bailey, ist Autor. Er schreibt ein Buch über irische Emigranten und bat mich, einen Beitrag zu leisten. Ich schreibe über Rex Ingram, einen Regisseur der Stummfilmära. Ein Ire, der als der Spielberg seiner Zeit galt. Von ihm stammt der Film "Die vier Reiter der Apokalypse". Als ich mein Essay verfasste, fragte mich meine Frau, wann ich denn mal ein gemeinsames Buch mit Mark schreiben werde. Also sitze ich nun mit meinem guten Freund zusammen und wir erzählen Geschichten, so wie wir beide jetzt. Er schreibt alles auf, ich lese es dann und schmücke es aus. Mal sehen, was daraus wird.

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Auf Facebook posten Sie regelmäßig Bilder von Ihnen und Ihrer Frau Keely. Wie lautet Ihr Rezept für eine glückliche Beziehung?

Wir mögen uns einfach und kommen gut miteinander aus. Sie ist eine schöne und gutherzige Frau. Stark und brillant. Keely ist ein wahres Geschenk. Sie trat in mein Leben, als ich nicht mehr wusste, wohin mein Weg mich führen würde. Wir haben uns ein neues, gemeinsames Leben mit zwei wunderschönen Jungs aufgebaut. Sie bereitet uns ein Zuhause zum Wohlfühlen, sie ist eine talentierte Autorin und eine couragierte Umweltschützerin. In ihr vereinigen sich ein starker Wille, Schönheit und Verletzlichkeit. Ihre Palette kennt viele Farben.

Haben Sie noch Träume oder Wünsche, was die Zukunft betrifft?

Oh ja. Ich wünsche mir eine Ausstellung meiner Gemälde. Die Malerei wird immer wichtiger für mich. Und ich möchte endlich wissen, ob meine Bilder halbwegs gut und von Bedeutung sind. Keely kuratiert die 153 Stücke. Ich möchte die besten 25 oder 30 auswählen und ein Buch herausbringen.

Ihr Bob Dylan-Porträt hat jedenfalls ein erkleckliches Sümmchen für einen guten Zweck eingebracht.

Das war verrückt! Tatsächlich war es Keelys Dokumentation "Poisoning Paradise", die alles ins Rollen brachte. Sie wurde damit zum Filmfestival nach Cannes eingeladen und wir sagten, okay, lass´ uns hingehen! Man fragte mich, ob ich ein Bild zur Versteigerung mitbringen könnte. In meinem Studio stand gerade das Bild von Bob Dylan und wir haben es eingereicht. Tatsächlich ging das Gemälde auf dem Weg nach Cannes verloren und ich dachte: "Gut so!". Aber dann tauchte es wieder auf. Keely brachte das Eröffnungsangebot an, 30 Riesen. 31 hätten mich glücklich gemacht. Ich stellte das Bild vor und redete dann über AIDS und die Notwendigkeit, die Vorurteile in Zusammenhang mit dieser Krankheit endlich abzubauen. Und dann bat ich um die Abgabe der Gebote. Der Zuschlag erfolgte bei 1,4 Millionen!

Es wurde gemunkelt, dass Ihnen der erste "Mamma Mia!"-Film ein Stück Freude zurückgegeben hat, was Ihre Karriere nach Bond anbetrifft.

Man steckt die Tiefschläge des Lebens weg und muss dann schnell weitermachen. Man muss aufstehen. Was "Mamma Mia!" angeht, ist da vielleicht etwas dran. Ich habe weder nach Bestätigung gesucht, noch wollte ich mich neu erfinden. Ich wollte einfach weiterarbeiten. Man muss die Arbeit finden. Manchmal hat man eine gute Auswahl und manchmal auch gar keine Wahl. Die Schauspielerei ist für mich ein wunderbares Hobby, mit dem man mich davonkommen lässt.


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