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Israel gewinnt den Eurovision Song Contest
Panorama 1 3 Min. 13.05.2018

Israel gewinnt den Eurovision Song Contest

Die Sängerin Netta aus Israel freut sich beim Finale des 63. Eurovision Song Contest über ihren Sieg und hält dabei die ESC-Trophäe in den Händen. Sie trat mit dem Lied «Toy» an.

Israel gewinnt den Eurovision Song Contest

Die Sängerin Netta aus Israel freut sich beim Finale des 63. Eurovision Song Contest über ihren Sieg und hält dabei die ESC-Trophäe in den Händen. Sie trat mit dem Lied «Toy» an.
Jörg Carstensen/dpa
Panorama 1 3 Min. 13.05.2018

Israel gewinnt den Eurovision Song Contest

Die Siegerin Netta (25) aus Israel erhielt 529 Punkte. Ihr Lied „Toy“, das Korea-Pop, Hip-Hop und orientalische Elemente mit Stimmeffekten und Gacker-Klängen verbindet, ist durchaus politisch in Zeiten der #MeToo-Debatte.

(dpa) -Den Sieg beim Eurovision Song Contest holte Israel dieses Jahr mit der Sängerin Netta. Es ist der vierte Triumph Israels beim ESC - nach 1978, 1979 und 1998.

Die Siegerin Netta (25) erhielt 529 Punkte. Ihr Lied „Toy“, das Korea-Pop, Hip-Hop und orientalische Elemente mit Stimmeffekten und Gacker-Klängen verbindet, ist durchaus politisch in Zeiten der #MeToo-Debatte. Die Botschaft an junge Frauen: Nehmt Euch an, so wie Ihr seid und seid stolz auf euch selbst. Ihr seid nicht das Spielzeug (toy) von Männern.

Sehen Sie hier das offizielle Video zum Siegersong:

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Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gratulierte zu ihrem Sieg. „Netta, Du bist ein echter Schatz“, twitterte er. „Du hast dem Staat Israel viel Ehre eingebracht! Nächstes Jahr in Jerusalem!“ Damit machte Netanjahu klar, dass der Wettbewerb 2019 voraussichtlich in der Stadt stattfinden wird, die Israel als seine Hauptstadt beansprucht. Dies ist allerdings international umstritten.


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Netanjahu rief Netta Barzilai nach ihrem Sieg in Lissabon auch an, um ihr zu gratulieren. Er sagte der Sängerin, sie sei „Israels beste Botschafterin“.

Beim Finale des 63. ESC konkurrierten 26 Kompositionen. Zum vierten Mal war auch Australien als Ehrengast dabei, weil es dort so viele ESC-Fans gibt. Hinter Israel landete auf Platz zwei Zypern (Eleni Foureira mit „Fuego“), vor Österreich (Cesár Sampson mit „Nobody But You“), Deutschland  (Michael Schulte mit "You let me walk alone") und Italien (Ermal Meta & Fabrizio Moro mit „Non mi avete fatto niente“).

Störenfried

Beim Auftritt der britischen Kandidatin SuRie stürmte ein Störer die Bühne und entriss der Sängerin das Mikrofon, er wurde von Sicherheitsleuten weggebracht. Die souverän weitersingende SuRie lehnte eine Wiederholung ihres Auftritts ab. Sie kam am Schluss auf Rang 24.

Ein Mann entriss Sängerin SuRie das Mikrofon aus der Hand.
Ein Mann entriss Sängerin SuRie das Mikrofon aus der Hand.
AFP

Mit dem ESC-Sieg ist kein Geld, sondern nur eine Trophäe für die Komponisten verbunden - außerdem die Austragung der Veranstaltung im Folgejahr. Insgesamt nahmen am Song Contest in diesem Jahr 43 Länder teil.

17 der 43 Teilnehmer 2018 wurden in den beiden Semifinals (Halbfinals) am Dienstag und Donnerstag aussortiert, darunter auch Russland, die Schweiz und Belgien. Deutschland ist als großer Geldgeber jeweils automatisch für das Finale gesetzt, ebenso Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Auch der Gastgeber, also diesmal Portugal, muss sich nicht qualifizieren.

Musikalisch wurde auch dieses Jahr wieder ein breites Spektrum geboten. Von Rock über Hip-Hop bis typischen Schmachtballaden war vieles dabei.

Um einen nochmaligen Sieg kämpfte zum Beispiel Alexander Rybak, der bereits 2009 den Wettbewerb für Norwegen gewann: Sein Ohrwurm „That’s how you write a song“ kam diesmal aber nur auf Platz 15.

Das wohl eindrucksvollste Kostüm trug Elina Nechayeva für Estland, die ihr Opernstück „La forza“ in einem 53-Quadratmeter-Hightech-Kleid vortrug, auf das Lichteffekte projiziert wurden - es reichte für Platz 8.

Nechayeva in ihrem 53-Quadratmeter-Kleid.
Nechayeva in ihrem 53-Quadratmeter-Kleid.
AFP

Die Finnin Saara Aalto ließ sich bei ihrem sogenannten Epic-Love-Pop-Song „Monsters“ auf einer Drehscheibe auch kopfüber umherwirbeln (Platz 25). Im französischen Beitrag vom Duo Madame Monsieur ging es um ein Flüchtlingsschicksal (Platz 13) und im italienischen Beitrag von Eral Meta & Fabrizio Moro um Terroropfer (Rang 5).

Die finnische Sängerin Aalto auf ihrer Drehscheibe.
Die finnische Sängerin Aalto auf ihrer Drehscheibe.
AFP

Die Zuschauer konnten wie immer über den Sieger mit abstimmen, jedoch nicht für die eigene Nation. Ihr Voting wurde ergänzt von nationalen Jurys. In diesem Jahr war die komplizierte und vielen als kultig geltende Punkteverkündung von Jurys und Publikum bereits zum dritten Mal getrennt voneinander. Sie dauerte rund 40 Minuten.


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Im vergangenen Jahr hatte der Portugiese Salvador Sobral mit dem stillen Lied „Amar pelos dois“ gewonnen und so den Grand Prix in sein Heimatland geholt. Sobral, der im Dezember ein neues Herz transplantiert bekommen hat, trat als Pausen-Act zusammen mit der brasilianischen Musiklegende Caetano Veloso auf. Der Auftritt gehörte zu den emotionalen Höhepunkten der großen Musikshow, die laut Veranstalter EBU (European Broadcasting Union/Europäische Rundfunkunion) jährlich weltweit etwa 200 Millionen TV-Zuschauer verfolgen. Den ESC gibt es seit 1956.


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