Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Infantin Cristina lässt sich scheiden
Panorama 3 Min. 25.01.2022
Trennung im spanischen Königshaus

Infantin Cristina lässt sich scheiden

Ein Bild aus besseren Zeiten: Infantin Cristina und ihr Mann Iñaki Urdangarin: Das Paar gab nach 25 gemeinsamen Jahren die Trennung bekannt.
Trennung im spanischen Königshaus

Infantin Cristina lässt sich scheiden

Ein Bild aus besseren Zeiten: Infantin Cristina und ihr Mann Iñaki Urdangarin: Das Paar gab nach 25 gemeinsamen Jahren die Trennung bekannt.
Foto: Europa Press Reportajes/dpa
Panorama 3 Min. 25.01.2022
Trennung im spanischen Königshaus

Infantin Cristina lässt sich scheiden

Eine Beziehung, die zum Scheitern verurteilt war – Cristina von Spanien und ihr Mann Iñaki Urdangarin gehen getrennte Wege.

Von Martin Dahms (Madrid)

Am Mittwoch vergangener Woche kamen die Fotos heraus, am selben Tag begannen Journalisten und Kameraleute die Anwaltskanzlei zu belagern, in der alles anfing – oder alles endete. Am Donnerstag sagte Iñaki Urdangarin endlich einen Satz in die Mikrofone der Belagerer: „Son cosas que pasan“ – das sind Dinge, die passieren. Oder, ins Englische übersetzt: Shit happens. 

Anfang dieser Woche gab er dann gemeinsam mit seiner Frau Cristina, der Schwester des spanischen Königs Felipe, bekannt, dass man „die eheliche Beziehung unterbrechen“ werde. Oder anders gesagt: Sie lassen sich scheiden. 

25 gute und schlechte Jahre 

Cristina de Borbón y Grecia, 56 Jahre alt, Mutter von vier Kindern, hat genug. 25 Jahre lang hatte sie in guten und in schlechten Zeiten zu ihrem Mann gehalten, den sie einst bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta kennenlernte. Im Oktober 1997 heirateten sie, diesen Herbst wäre die Silberhochzeit fällig gewesen. Aber es gibt nichts zu feiern. 

Vor einem halben Jahr kam Iñaki Urdangarin nach drei Jahren aus dem Gefängnis frei, in dem Cristina ihn regelmäßig besucht hatte. Kaum draußen, begann er eine Affäre mit einer Kollegin aus der Anwaltskanzlei im baskischen Vitoria, in der er gerade eben zu arbeiten begonnen hatte. Das Promiblatt „Lecturas“ veröffentlichte vor einer Woche auf ihrer Titelseite das Foto eines romantischen Strandspaziergangs, Urdangarin und die Neue Hand in Hand. Cosas que pasan – Cristina sei „zerstört“, schreiben die spanischen Zeitungen. 

Vor 25 Jahren war die Welt noch in Ordnung. Da gab es aus dem Königshaus nur Gutes zu berichten, und die Hochzeit einer Infantin, der zweitältesten Tochter des damaligen Königs, konnte nichts anderes als eine Traumhochzeit sein. Der Mann, ein Profihandballer, 1,97 Meter groß, schien eine gute Partie zu sein. 


ARCHIV - 10.03.2018, Chile, Santiago: Juan Carlos, ehemaliger König von Spanien, kommt in die Diplomatische Akademie Chiles. (zu dpa "Bleibt Juan Carlos doch weiter in Abu Dhabi? Ermittlungen verlängert") Foto: Francisco Flores Seguel/Agencia Uno/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bleibt Juan Carlos doch weiter in Abu Dhabi?
Der spanische Altkönig muss wohl zum zweiten Mal in Folge das Weihnachtsfest fern seiner spanischen Heimat verbringen.

14 Jahre und vier Kinder später sollte es Urdangarin sein, der den Popularitätsniedergang des spanischen Königshauses einleitete. Er hatte sich als Organisator von Großveranstaltungen bei korrupten Geschäften mit öffentlichen Auftraggebern erwischen lassen; ein Richter in Palma erklärte ihn im Herbst 2011 zum Beschuldigten; im Sommer 2018 wurde er zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, von denen er knapp drei Jahre absaß.

Gemeinsam auf die Anklagebank 

Cristina hielt zu ihm, was sie selbst auf die Anklagebank brachte, eine Sensation. Mit versteinertem Gesicht saß sie im Frühjahr 2016 im Gerichtssaal von Palma, und als sie endlich öffentlich vernommen wurde, sagte sie nur, sie habe von den Geschäften ihres Mannes nichts gewusst, obwohl sie von ihnen profitierte. Der Rest waren Gedächtnislücken. Sie wurde freigesprochen. Einer der Scherze, die dieser Tage in Spanien nach Veröffentlichung der Untreuefotos die Runde machen, geht so: Cristina will den Prozess gegen Urdangarin wiederholen lassen – sie erinnert sich jetzt wieder an alles. 

Cristina und ihr Partner Iñaki gaben sich am 4. Oktober 1997 das Jawort.
Cristina und ihr Partner Iñaki gaben sich am 4. Oktober 1997 das Jawort.
Foto: AFP

Vielleicht erinnert sich die Infantin auch wieder daran, dass ihr Mann bereits in festen Händen war, als sie zum ersten Mal ein Auge auf ihn warf. Die Frau, die er dann Cristinas wegen verließ, hatte er kennengelernt, als er mit einer anderen Frau liiert war, in die er sich verliebt hatte, als er noch mit einer früheren Freundin verbandelt war. So die Gerüchte. 

Die erste Scheidung in der Geschichte der spanischen Monarchie war die von Cristinas älterer Schwester Elena, die sich vor zwölf Jahren von ihrem Mann Jaime de Marichalar trennte. Auch Königin Letizia ließ sich von ihrem ersten Mann scheiden, aber das war lange, bevor sie Felipe und damit das spanische Königshaus kennenlernte. Bleibt noch Sofía, die Gattin des Frauenhelden Juan Carlos. Scheidungsgründe hätte sie wahrlich genug. Aber sie bleibt lieber Ehefrau – trotz aller Unannehmlichkeiten. 

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Herzogin Kate wird 40
Von „Waity Katie“ zum Rettungsanker der Monarchie – Herzogin Kate hat eine enorme Entwicklung durchgemacht.
Kate bei einm Empfang für Mitglieder des Diplomatischen Korps im Buckingham Palast.
Cristina von Spanien
Das gab’s noch nie: Ein Mitglied des spanischen Königshauses sitzt seit Montag auf der Anklagebank. Die Infantin Cristina, Schwester von König Felipe, ist der Steuerhinterziehung beschuldigt.
Spain's Princess Cristina sits in court where she appears on charges of tax fraud, as a long-running investigation into the business affairs of her husband goes to trial, in Palma de Mallorca, Spain, January 11, 2016. REUTERS/Cati Cladera/Pool