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Impfung: Ja oder Nein?: Mythen und Fakten zur Grippeschutzimpfung
Panorama 3 Min. 14.10.2017

Impfung: Ja oder Nein?: Mythen und Fakten zur Grippeschutzimpfung

Auch viele Arbeitgeber bieten die Grippeschutzimpfung mittlerweile ihren Beschäftigten an. Ob sie sinnvoll ist, hängt auch davon ab, wie sehr man Viren im Alltag ausgesetzt ist.

Impfung: Ja oder Nein?: Mythen und Fakten zur Grippeschutzimpfung

Auch viele Arbeitgeber bieten die Grippeschutzimpfung mittlerweile ihren Beschäftigten an. Ob sie sinnvoll ist, hängt auch davon ab, wie sehr man Viren im Alltag ausgesetzt ist.
Foto: dpa
Panorama 3 Min. 14.10.2017

Impfung: Ja oder Nein?: Mythen und Fakten zur Grippeschutzimpfung

Jedes Jahr im Herbst bieten Ärzte und auch viele Unternehmen die Grippeschutzimpfung an. Doch für wen ist sie geeignet?

(dpa) - Wenn im Herbst die jährliche Grippeschutzimpfung ansteht, sollten ältere und chronisch kranke Menschen sie unbedingt wahrnehmen. Aber wie sieht es mit gesunden Erwachsenen und Kindern aus? Und stimmt es eigentlich, dass man im Anschluss  krank werden kann, wie manche Menschen behaupten? Wichtige Fragen und Antworten rund um die Impfung gegen Influenza im Überblick:

Wer sollte sich unbedingt impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am deutschen Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Impfung Menschen mit besonderen Risiken - zum Beispiel im Alter ab 60 Jahren. Auch Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen, Bewohner von Pflegeheimen, Ärzte und Pflegekräfte gehören dazu.

Warum sollen sich gesunde ältere Menschen impfen lassen?

Da ihr Immunsystem häufig nicht mehr so stark ist, kann eine Grippeinfektion für ältere Menschen sehr gefährlich werden. Gleichzeitig ist die Immunantwort auf den Impfstoff bei Betroffenen nicht mehr so gut. Aus diesem Grund steht für Menschen ab 65 Jahren auch ein Impfstoff mit Wirkverstärker zur Verfügung.

Warum wird die Impfung nicht jedem ausdrücklich empfohlen?

Weil der Körper von gesunden Kindern und Erwachsen in der Regel mit einer Grippeinfektion fertig wird, doch gesunden Menschen unter 60 Jahren wird nicht von der Impfung abgeraten. Jeder entscheidet selbst, ob er sich schützen möchte oder nicht. Man soll das eigene Risiko in den Blick nehmen: Wer jeden Tag zwei Mal mit der Tram oder mit dem Bus fährt, ist mehr Viren ausgesetzt, als jemand, der das Fahrrad nimmt. Außerdem kann man sich selbst fragen, wie anfällig man ist. Hat jemand öfter Infekte, kann eine Impfung sinnvoll sein. 

Sollten Eltern ihre Kinder impfen lassen?

Empfohlen wird die Impfung nur chronisch kranken Kindern und eventuell deren Geschwistern. Viele Kinderärzte finden das allerdings sehr bedauerlich, und sie würden es jedenfalls begrüßen, wenn alle geimpft würden. Gerade da, wo viele Kinder zusammenkommen, haben Viren leichtes Spiel.

Kann man sich wegen des Impfstoffs erkälten?

Eigentlich nicht. In der Regel enthält der Impfstoff nur abgetötete Grippe-Erreger. Lediglich für Kinder gibt es einen Lebendimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird. Da dieser sich nicht als effektiver herausgestellt hat als der Totimpfstoff, wird er seit dieser Saison jedoch nicht mehr vorrangig empfohlen. Auch bei einem Totimpfstoff reagiert aber das Immunsystem - das ist ja Sinn der Sache. Daher kann die Einstichstelle vorübergehend etwas wehtun, rot werden oder anschwellen. Es kann auch sein, dass man hinterher müde ist, Fieber bekommt, fröstelt oder schwitzt. Das geht aber normalerweise nach kurzer Zeit vorbei.

Aber es gibt doch Menschen, die davon berichten, dass sie nach der Impfung richtig krank wurden?

Natürlich kann es vorkommen, dass jemand in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung krank wird. Dafür muss aber nicht die Impfung an sich die Ursache sein. Man kann eher vermuten, sich in einem Wartezimmer bei Erkrankten anzustecken, wenn man zum Impfen geht. Zudem lassen sich die meisten im Herbst impfen - wenn die ersten Erkältungserreger umgehen.

Kann man sich trotz Impfung noch erkälten?

Ja. Die Grippe-Schutz-Impfung schützt - wie der Name sagt - vor Grippeviren. Eine herkömmliche Erkältung kann sich der Geimpfte also immer noch zuziehen. Wie gut die Impfung gegen Grippeviren schützt, hängt davon ab, welche Virusstämme kursieren. Zu 100 Prozent voraussagen lässt sich das nicht. Entsprechend ist der Impfstoff in manchen Jahren besser und in anderen weniger gut auf die kursierenden Virusstämme abgestimmt. In der Regel schützt er vor gut der Hälfte der Influenza-Erkrankungen. Zudem verlaufen sie bei Geimpften, die es trotzdem trifft, milder - also mit weniger Komplikationen.

Ist, wer vergangenes Jahr geimpft wurde, immer noch geschützt?

Leider nein. Viren verändern sich. Die Entwickler der Impfstoffe versuchen, dem so gut es geht Rechnung zu tragen. Deshalb ist es sinnvoll, sich jedes Jahr mit dem aktuellen Impfstoff impfen zu lassen. Der Impfschutz lässt zudem mit der Zeit nach.

Wann sollte die Impfung stattfinden?

Die Grippesaison geht meist im Januar los. Der Körper braucht aber ungefähr zwei Wochen, bis er sich nach der Impfung richtig gegen die Viren gewappnet hat. Deshalb wird empfohlen die Impfung im Oktober oder November zu machen. Man kann sich aber auch später noch impfen lassen.


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