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„Ich will meine Muskeln behalten“
Panorama 5 Min. 03.12.2021
Henning Baum im Gespräch

„Ich will meine Muskeln behalten“

Das Christkind (Xenia Tiling) und der Weihnachtsmann (Henning Baum) legen eine kurze Verschnaufpause ein.
Henning Baum im Gespräch

„Ich will meine Muskeln behalten“

Das Christkind (Xenia Tiling) und der Weihnachtsmann (Henning Baum) legen eine kurze Verschnaufpause ein.
Foto: ARD Degeto/Gordon Mühle
Panorama 5 Min. 03.12.2021
Henning Baum im Gespräch

„Ich will meine Muskeln behalten“

Der deutsche Schauspieler spricht im Interview über seinen neuen Weihnachtsfilm, Zigarren und Rum an Heiligabend und sein hartes Fitnesstraining.

Interview: Cornelia Wystrichowski

Blond, blauäugig, groß und muskulös: Dass Henning Baum im Fernsehen als Vorzeige-Macho bekannt wurde, ist vielleicht wenig verwunderlich – doch der Schauspieler zeigt sich auch gerne von seiner weichen Seite. So wie in der Weihnachtskomödie „Wenn das fünfte Lichtlein brennt“ – zu sehen am Freitag in der ARD –, in der ein Schneesturm dafür sorgt, dass wildfremde Menschen an Heiligabend an einem Flughafen festsitzen. Baum spielt den einsamen Thorsten, der als Weihnachtsmann jobbt und für die gestrandeten Passagiere zum Helfer in der Not wird. 

Henning Baum, im Episodenfilm „Wenn das fünfte Lichtlein brennt“ stranden mehrere Menschen an Heiligabend an einem Flughafen. Ist Ihnen jemals etwas Vergleichbares passiert? 

Ich bin mal im Transitbereich des Moskauer Flughafens gestrandet, das war noch zu Zeiten des Kalten Krieges. Damals bin ich nach Tansania geflogen, und die besonders billigen Tickets führten über Moskau. In einem kleinen Häuschen saß jemand, der die Pässe kontrolliert hat, aber der war plötzlich verschwunden – unsere Pässe waren drin, wir standen draußen, und die Tür ließ sich nicht öffnen.

Und dann? 

Es kamen immer mehr Vorgesetzte mit immer mehr Orden auf der Brust, aber niemand hat die Tür aufgekriegt. Meine Mutter kam dann auf die Idee, mit Hilfe eines Besenstiels, den man durch eine Klappe schob, von innen die Klinke runterzudrücken, so dass wir letztlich mit Ach und Krach noch unseren Anschlussflug erreichen konnten. Das war schon ein Abenteuer.

Die Handlung des Films spielt im Flughafengebäude, gedreht wurde am Flughafen Münster/ Osnabrück. Wie war es möglich, dort bei laufendem Betrieb zu drehen? 

Da kam uns natürlich die Corona-Situation entgegen. Wir haben im November 2020 gedreht, ich glaube, während wir da gedreht haben, ist kein einziges Flugzeug gestartet. Es war für unser Produktionsteam also Glück im Unglück. Das war eine sehr interessante Erfahrung.

Als Weihnachtsmann Thorsten sollen Sie am Flughafen Besinnlichkeit verbreiten. Sind Sie der besinnliche Typ?

Ja, sehr. Ich finde es sehr schön, Weihnachten zu feiern. Man muss natürlich die entsprechende Vorbereitung haben, damit sich die nötige Ruhe einstellt und man sich nicht völlig verrückt macht vor Stress. Das kennen wir ja alle.

Wurde es Ihnen bei den Dreharbeiten sehr warm unter der Weihnachtsmann-Montur mit Bart und pelzbesetztem rotem Kostüm? 

Als Schauspieler merkt man das gar nicht, man blendet das aus. Das ist ein Phänomen: Wenn die Kamera läuft, merke ich weder Hitze noch Kälte oder sonst was, ich habe auch schon gedreht, wenn ich krank war. Wenn die Kamera läuft, bin ich voll da – und fange erst hinterher an zu frieren oder zu schwitzen. 

Haben Sie selber einen Weihnachtsfilm, den Sie ritualmäßig jedes Jahr zum Fest sehen, zum Beispiel „Der kleine Lord“? 

Eigentlich nicht, in den letzten Jahren hatte ich auch zu wenig Zeit dafür. Aber „Der kleine Lord“ ist natürlich ein toller Film, Alec Guinness ist großartig, und der Film gibt ja auch ein großes Beispiel von der Kraft der Nächstenliebe.

Und was gibt es bei Ihnen an Weihnachten zu essen?

Ich neige dazu, das gute, aufwendige Essen auf den Heiligabend zu legen. Ich liebe eine schöne Weihnachtsgans mit Rotkohl und Klößen, einen guten Rotwein dazu – das mag ich sehr. Ich koche auch vielfach selber.

Sie sind christlich erzogen, was bedeutet Ihnen Weihnachten?

Wie man das eben im Lukas-Evangelium liest – dass der Welt der Heiland geboren ist. Die Hirten haben ja zunächst Angst, aber der Engel sagt zu ihnen: „Fürchtet euch nicht“. Das ist doch die Botschaft, die wir Menschen eigentlich brauchen. Wenn man sich das zu Herzen nehmen würde, dieses „Fürchte dich nicht!“, dann würde man auch nicht diese Unruhe verspüren, die viele Menschen heute in sich tragen. Da wird einem vom lieben Gott das größte Geschenk gemacht und unter den Baum gepackt – aber es liegt an jedem selbst, ob er das Geschenk ignoriert oder ob er es aufmacht. 

Gehen Sie an Heiligabend in den Gottesdienst? 

Ja, letztes Jahr hat der Gottesdienst wegen Corona im Freien stattgefunden, das ging aber auch – wir haben gesungen und Kerzen gehalten. Ich empfehle ja auch, Bachs Weihnachtsoratorium zu hören, das ist genau die richtige Musik für dieses Fest, und wenn man will, kann man sich ja auch die Texte durchlesen.

Singen Sie auch selbst mit?

Ich habe das als Schüler im Chor gesungen, aber das würde ich heute nicht mehr schaffen. An Heiligabend singen wir daheim die schönen deutschen Weihnachtslieder wie „Stille Nacht“. Später am Abend, wenn das Essen und die Bescherung vorbei sind, gieße ich mir auch ein Glas Rum ein und rauche eine Zigarre. Dann höre ich mir auch gerne die Weihnachtslieder von Frank Sinatra und Dean Martin an.

Sie haben ja im Frühjahr bei der Show „The Masked Singer“ mitgesungen. War es anstrengend? 

Es hat mir unheimlich Spaß gemacht, aber es war wahnsinnig anstrengend. Die Show ist extrem anspruchsvoll, gerade wenn man kein Profi ist. Ich bin ja kein Sänger, ich singe höchstens mal für Freunde. Es war wirklich maximale Anstrengung.

Dabei sind Sie doch ein durchtrainierter Typ. Nächstes Jahr werden Sie 50, wie bleiben Sie fit? 

Tatsächlich muss ich inzwischen klüger trainieren. Das hängt mit der Regenerationszeit zusammen. Der Körper wird verletzungsanfälliger, wenn wir älter werden. Zwischen 20 und 30 fühlt man sich unverwundbar, da hat man unheimlich viel Dampf und kann brutal trainieren, ohne sich zu verletzen. Ab 50 muss man sich sehr sorgfältig aufwärmen und besonders auf die korrekten Bewegungsabläufe achten. Aber aufhören darf man niemals. Ich werde mein Leben lang weitertrainieren, damit ich meine Muskulatur behalte.

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