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„Ich war ein Klassenclown“
Paul Panzer – mit bürgerlichem Namen: Dieter Tappert – mischt seit 2005 die deutsche Comedyszene auf.

„Ich war ein Klassenclown“

Illustration: Illu Vision/Credit Live
Paul Panzer – mit bürgerlichem Namen: Dieter Tappert – mischt seit 2005 die deutsche Comedyszene auf.
Panorama 3 Min. 31.08.2018

„Ich war ein Klassenclown“

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Die Tournee „Glücksritter ... vom Pech verfolgt!“ führt den deutschen Comedian Paul Panzer Ende September erneut nach Luxemburg. Ein Gespräch über persönliches Glück und zweifelhafte Modestatements.

An Comedy-Künstlern herrscht – so zumindest der Eindruck, wenn man das Fernsehgerät einschaltet – in Deutschland kein Mangel. Für viele Bühnenprofis ist daher ein Alleinstellungsmerkmal unerlässlich. Paul Panzer, der sich zu Beginn seiner Karriere mit Scherzanrufen in die Herzen seiner Fans drängte, hat derer gleich mehrere, darunter einen Sprachfehler, eine wuchtige Nerd-Brille und ein buntes Blumen-Hemd. Dieser modische Hingucker begleitet den 46-Jährigen auch auf seiner aktuellen Tournee „Glücksritter ... vom Pech verfolgt!“, die ihn über die Bühnen im deutschsprachigen Raum und auch wieder nach Luxemburg führt.

Paul Panzer, Ihr Bühnenprogramm trägt den Titel „Glücksritter ... vom Pech verfolgt!“. Bleiben wir beim Positiven: Was ist das größte Glück in Ihrem Leben?

Ruhig schlafen können. Ganz in echt. Für mich ist Glück schon, wenn mal nichts passiert. Wenn man abends im Bett liegt, den Tag Revue passieren lässt und sich sagt: „Alles gut. Niemand verletzt, keine Post von der Stadt, Tochter im Bett – alleine – nicht schwanger. Das war ein guter Tag.“ Das ist Glück.

Und was – wenn Sie nicht schon unendlich glücklich sind – würde Sie glücklich machen?

Ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass mein Sohn Bolle irgendwann doch noch zur Fremdenlegion geht. (lacht)

Glauben Sie, dass die ewige Suche nach Glück jemanden auch daran hindern kann, überhaupt glücklich zu werden?

Wenn man immer irgendetwas Großem hinterherrennt, sieht man manchmal gar nicht, dass man eigentlich schon alles hat, was man braucht. Das Glück liegt oft in den kleinen Dingen und in uns selbst. Deshalb: Augen auf, Freunde!

Manche setzen auf Glücksbringer. Haben Sie ein Objekt, das Sie auf der Bühne begleitet?

Man sagt ja: „Jeder ist seines Glückes Schmied“... also lieber auf sich selber vertrauen.

Zumindest Ihr Hemd ist immer dabei: In welchem Second-Hand-Shop haben Sie denn das Ur-Modell entdeckt? Und warum hat Ihnen niemand verboten, es zu tragen?

Sagen wir mal so: Wenn ich mein Blümchenhemd nicht tragen würde, wäre es schlagartig vorbei mit dem häuslichen Glück. Das gäbe dann nämlich richtig Stress mit Hilde. Aber so richtig! Die Hemden sind ja alle Hildes Werk. Die hat den Stoff irgendwann mal entdeckt und dann gleich die ganzen Ballen aufgekauft. Und bis der letzte Stoffballen aufgebraucht ist, werde ich Hildes Hemden tragen.

Das Blumenhemd ist auch in Ihrem Fan-Shop erhältlich. Wer ist der typische Käufer?

Es gibt keinen typischen Käufer. Das reicht vom Kind bis zur Oma und vom Straßenkehrer bis zum Chefarzt.

Hat Sie Guildo Horn in dieser Sache noch nie des Plagiats beschuldigt?

Ich glaube, dass weder Guildo Horn noch Paul Panzer bunte Hemden erfunden haben. Es ist nur ein Hemd ...

Ist Ihre Karriere eigentlich auch dem Faktor Glück geschuldet? Oder lediglich harter Arbeit?

Ich war schon als Kind ein Klassenclown. Nun stehe ich auf der Bühne und bringe statt meiner Mitschüler das Publikum zum Lachen. Beruflich habe ich das große Glück, machen zu können, was mir Spaß macht. Die Bühne ist meine große Liebe.

Kommt es trotzdem vor, dass nach vielen Jahren im Comedybusiness ein Witz überhaupt nicht zündet? Wie helfen Sie sich aus solch einer Situation heraus?

Was machen Sie, wenn es Eichhörnchen regnet...?! Nicht lachen, das gibt’s nicht! (lacht)

Glauben Sie, dass Witze für das deutsche Publikum auch in Luxemburg funktionieren?

Beim letzten Mal habt ihr euch schlapp gelacht. Im Ernst, die Stimmung bei „Paul Panzer LIVE“ ist immer toll, aber die Luxemburger schaffen es immer, stimmungsmäßig noch einen draufzulegen.


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