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„Ich mache mir Sorgen“: Alkoholprobleme bei anderen ansprechen
Wer beobachtet, dass ein Angehöriger oder Freund viel trinkt, sollte das unbedingt thematisieren.

„Ich mache mir Sorgen“: Alkoholprobleme bei anderen ansprechen

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Wer beobachtet, dass ein Angehöriger oder Freund viel trinkt, sollte das unbedingt thematisieren.
Panorama 15.06.2015

„Ich mache mir Sorgen“: Alkoholprobleme bei anderen ansprechen

Der Kumpel trinkt gerne mal einen über den Durst. Oder der Partner braucht abends immer erst mal ein Glas Wein - zum Entspannen. So etwas bringt andere in eine heikle Lage: Sollen sie es ansprechen? Und wenn ja, wie?

(dpa/tmn) - Manche Gespräche sind mehr als unbequem - und gefährden womöglich den Familienfrieden oder die Freundschaft. Das Thema Alkohol birgt reichlich Zündstoff. Aber wer beobachtet, dass ein Angehöriger oder Freund viel trinkt, sollte das unbedingt thematisieren. Je früher jemand angesprochen wird, desto eher muss er sich mit seinem Trinkverhalten auseinandersetzen.

Doch wann trinkt jemand zu viel? Da sollte man seinem Menschenverstand und der eigenen Wahrnehmung trauen. So könne auffallen, dass der Betroffene auf Familienfeiern besonders viel trinkt und alkoholisiert Auto fährt. Dann heißt es: Keinesfalls Vorwürfe machen oder Sätze sagen wie „Du trinkst zu viel“. Besser ist es, Ich-Botschaften zu formulieren. Beispielsweise kann man sagen: "Ich mache mir Sorgen um dich". Oder: "Ich hab den Eindruck, dass du immer, wenn wir zusammen sind, Alkohol trinkst".

Diskrete Hilfestellung

Dabei muss deutlich werden: Derjenige, der es anspricht, kann und soll dem Betroffenen nicht klarmachen, dass er ein Alkoholproblem hat. Das sollte dieser im Gespräch mit Fachleuten selbst klären. Dennoch muss er sich darauf einstellen, dass der Angesprochene schroff reagieren und es zum Streit kommen kann. Es gehört zum Krankheitsbild der Alkoholsucht, die Krankheit zu leugnen. Deshalb sollte man konkret Hilfe anbieten und beispielsweise einen Zettel mit der Nummer einer Beratungsstelle hinterlassen.

Verläuft das Gespräch gut, bietet es sich an, persönliche Hilfe anzubieten. Sätze wie: „Ich unterstütze dich gern, wenn du selber überprüfen möchtest, ob du ein Problem hast", sind empfehlenswert. Wer nicht gleich zu einer Beratungsstelle möchte, kann sich erst mal selber informieren. Im Internet gibt es Tests zum Trinkverhalten, Betroffene können auch per App ein Trinktagebuch führen.