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„Ich habe schlaflose Nächte“
Panorama 1 4 Min. 29.10.2021
Matthias Schweighöfer im Interview

„Ich habe schlaflose Nächte“

Matthias Schweighöfer schlüpft für den Netflix-Film „Army of Thieves“ erneut in die Rolle des chaotischen deutschen Panzerknackers Dieter.
Matthias Schweighöfer im Interview

„Ich habe schlaflose Nächte“

Matthias Schweighöfer schlüpft für den Netflix-Film „Army of Thieves“ erneut in die Rolle des chaotischen deutschen Panzerknackers Dieter.
Foto: Stanislav Honzik/ Netflix
Panorama 1 4 Min. 29.10.2021
Matthias Schweighöfer im Interview

„Ich habe schlaflose Nächte“

Im Interview spricht Matthias Schweighöfer über seinen neuen Film, seine Freundin Ruby und ein schönes Tumbler-Glas.

In der Zombie-Apokalypse „Army of the Dead“ von Regisseur Zack Snyder spielte Matthias Schweighöfer den deutschen Panzerknacker Ludwig Dieter – und avancierte schnell zum internationalen Publikumsliebling. Der neue Film „Army of Thieves“, der ab Freitag bei Netflix zu sehen ist, erzählt nun als Prequel, wie aus dem Bankangestellten Dieter der mit allen Wassern gewaschene Tresorräuber wurde. Schweighöfer spielte nicht nur die Hauptrolle, der 40-Jährige führte auch Regie und zeichnet als Co-Produzent verantwortlich.

Interview: André Wesche

Matthias Schweighöfer, wie kamen Sie zu der Ehre, das Prequel zu „Army of the Dead“ inszenieren zu dürfen?

Meine Figur aus „Army of the Dead“ war scheinbar sehr beliebt. Irgendwann haben mich die Leute von Netflix und auch Regisseur und Produzent Zack Snyder gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, ein Prequel zu drehen. Aufgrund dieser Popularität der Figur habe ich schließlich gesagt: „Okay, wenn Ihr unbedingt wollt, dann mache ich es eben!“ (lacht)

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Sie setzen die Tresore sehr liebevoll in Szene. Welche Vorbilder hatten Sie dabei?

Ursprünglich wurden die Safes im Drehbuch gar nicht so genau analysiert. Ich dachte irgendwann: „Okay, wie wäre es für mich interessant? Was habe ich bei einem Heist-Film noch nicht so gesehen?“. Ich habe das für mich immer so übersetzt wie: „Was passiert eigentlich in dem Moment, in dem man einen Safe knackt? Fühlt man das da drin? Wie kann man die Sinne so transportieren, dass man diesen Vorgang besser versteht?“. Das führte zum Entschluss, tiefer in die Safes einzudringen. Aufgrund dieser ganzen Mythologie des Richard-Wagner-Themas habe ich die Safes irgendwann als Drachen versinnbildlicht. Was für eine Art Drache wäre der Gegner? Ich bin der, der das Schwert hat und zuschlägt. Aber wie würde der Drache antworten? So habe ich mich in diese Welt reingefuchst. Ich kam sozusagen in „Lord of the Rings“-Manier in diese Safes hinein und habe mir vorgestellt was wäre, wenn der Tresor ein Eigenleben hätte, und antwortet: „Hey, falscher Tumbler! Ätsch!“ So habe ich mich angenähert.

Ich war noch niemals in einer Oper. Und es wird Gründe dafür geben.

Hatten Sie einen Experten, der Sie beraten hat?

Ja klar. Wir hatten immer jemanden dabei, der auch in der Realität gut Safes knacken kann und Erfahrung damit hat. Wer es war, darf ich nicht sagen. Wir haben uns auch viel mit Weltmeisterschaften im schnellen Safe Knacken beschäftigt und was genau dabei wichtig ist. Und dann haben wir Uhrenbauer an Bord gehabt, die Uhrensysteme bauen können, welche wir auf die Safes übersetzt haben.

Die Tresore tragen die Namen von Wagner-Opern. Halten Sie es aus, sich eine Oper anzuschauen?

Ich war noch niemals in einer Oper. Und es wird Gründe dafür geben. Ich muss das aber irgendwann mal nachholen und ich glaube, dass das bestimmt auch toll sein kann, wenn man eine richtig gute Inszenierung erwischt. Ich habe auch schon Theaterstücke besucht, die sechs bis sieben Stunden lang waren und diese Zeit verging wie im Flug.

Im Film werden Witze über die Schwierigkeit gemacht, deutsche Namen auszusprechen. Kennen Sie dieses Problem aus der Realität?

Ja klar. „Schweighöfer“ ist auch nicht easy. Erst dieses „Schw“. Und wenn dann noch ein Umlaut dabei ist, macht das vielen englischsprachigen Menschen Probleme. Der Nachname der Figur in meinem Film ist tatsächlich so gewählt, weil auch „Schweighöfer“ in Amerika sehr schwer auszusprechen ist.

Wenn ich einen Horrorfilm gesehen habe, bin ich sehr affin für die Vorstellung, dass irgendetwas Geistermäßiges im Zimmer steht.

Wahrscheinlich hat sich Ihre Lebensgefährtin Ruby O. Fee nur zufällig bei einem langwierigen Casting unter 300 Mitbewerberinnen durchgesetzt, oder?

(lacht) Wir hatten tatsächlich vorher viele Castings, über Jahre hinweg. Ruby ist dabei, weil im Film jeder Schauspieler ein anderes Land repräsentiert. Jonathan Cohen übernahm Frankreich, Nathalie Emmanuel übernahm England. Ruby ist in Brasilien aufgewachsen, sie lebt in Deutschland und spricht, neben anderen Sprachen, Deutsch. Ich wollte jemand aus Deutschland dabei haben, um schneller in der Kommunikation zu sein und nicht komplett Englisch reden zu müssen. Ich wusste, dass Ruby den südamerikanischen Markt abdecken kann. Nach „Polar“ (Actionfilm mit Mads Mikkelsen, Anm. d. Red) ist sie in Südamerika durch die Decke gegangen. Ich dachte mir, dass es eine sehr smarte Idee sein könnte, sie dabei zu haben.

Ludwig Dieter hat oft Alpträume. Wovon handeln Ihre?

Wenn ich einen Horrorfilm gesehen habe, bin ich sehr affin für die Vorstellung, dass irgendetwas Geistermäßiges im Zimmer steht. Meine Alpträume sind die Geister neben dem Bett, Monsters in the room.

Sind Sie als Regisseur mittlerweile so abgezockt, dass Sie beim Dreh keine schlaflosen Nächte mehr haben?

Nein. Ich habe definitiv schlaflose Nächte, aber ich versuche zu schlafen. Denn ich weiß, ohne Schlaf wird der Tag auf jeden Fall hart. Aber klar, in den Dreh zu gehen ist jedes Mal eine echt aufregende Sache. Das hört auch nie auf. Wir haben in Prag gedreht. Zu dieser Zeit war Prag der Nummer-1-Hotspot der Welt, was Corona angeht. Ich war jeden Tag für 300 bis 400 Leute verantwortlich. Auch dafür, dass die gesund wieder nach Hause kommen. Das war auf jeden Fall eine sehr, sehr spannende Zeit.

Zum Abschluss noch eine heikle Frage: Hand aufs Herz, haben Sie schon mal etwas geklaut?

Das ist eine gute Frage. Ich weiß auch nicht warum, aber ich finde Gläser irgendwie cool. Ich habe tatsächlich mal in einem Hotel ein sehr gutes Tumbler-Glas mitgehen lassen, weil ich mich spontan darin verliebt hatte. An das Hotel erinnere ich mich nicht mehr. Aber ja, dieses Glas lastet auf meinem Gewissen.

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