Hype um virtuelle Jagd

Pokémon-Jäger findet Leiche statt Monster

Die virtuelle Jagd beschäftigt derzeit Jung und Alt.
Die virtuelle Jagd beschäftigt derzeit Jung und Alt.
Foto: GMS

(dpa/mk) - Auf Pokémon-Jagd hat ein Mann in Dänemark eine Leiche entdeckt. Statt mit seiner Smartphone-App ein virtuelles kleines Monster zu finden, stieß der 49-Jährige an einem Abwasserkanal auf der Insel Fünen auf die Leiche, die nach Angaben der Polizei vom Mittwoch schon länger dort gelegen haben muss.

„Es war nicht möglich, Geschlecht, Alter oder Identität festzustellen“, teilten die Beamten mit. „Die Leiche hat schon eine Weile dort gelegen und war sehr von Wind und Wetter mitgenommen.“ Die Ermittler wollen nun herausfinden, ob die Person vermisst ist.

Das Handy-Spiel „Pokémon Go“, bei dem per App und Handykamera Monsterfiguren an realen Orten gesammelt werden, hat die Polizei in Dänemark und auch in vielen anderen Ländern weltweit in den vergangenen Tagen viel beschäftigt. So drangen Spieler etwa in fremde Gärten, Schulen und auf Baustellen ein oder spazierten verdächtig lange vor der Botschaften und Schlössern auf und ab, weil sie dort eines der fiktiven Monster vermuteten.

Lebensgefährliche Suche

Auf der Jagd nach Pokémons wagen sich einige Menschen in Bosnien-Herzegowina selbst in gefährliche Regionen mit Landminen. Nachdem einzelne Pokemon-Jäger vor den vielen Minenfeldern in diesem Balkanland nicht haltgemacht hatten, warnten Medien und Fachorganisationen am Dienstag in Sarajevo: „Wir bitten die Bürger, die aufgestellten Tafeln wegen der Minengefahr zu beachten.“

Nach dem Bürgerkrieg von 1992 bis 1995 liegen in dem Land noch auf schätzungsweise mehr als 1100 Quadratkilometern verborgene Minen. In diesem Jahr sind bereits zwei Minenentschärfer ums Leben gekommen. Zwei weitere kamen mit Verletzungen davon. Obwohl seit Kriegsende mehr als 3000 Quadratkilometer entmint worden sind, dürfte es noch bis zum Jahr 2024 dauern, bis Bosnien-Herzegowina minenfrei ist.