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Hochaufgelöste Musik
Panorama 2 Min. 24.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Konkurrenz für die CD

Hochaufgelöste Musik

Was HDTV für die Augen ist, soll HD-Audio für die Ohren sein. Doch ganz so einfach ist es mit der klanglichen Beurteilung hochauflösender Musik nicht.
Konkurrenz für die CD

Hochaufgelöste Musik

Was HDTV für die Augen ist, soll HD-Audio für die Ohren sein. Doch ganz so einfach ist es mit der klanglichen Beurteilung hochauflösender Musik nicht.
Foto: dpa
Panorama 2 Min. 24.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Konkurrenz für die CD

Hochaufgelöste Musik

Was HDTV für die Augen ist, soll HD-Audio für die Ohren sein. Doch ganz so einfach ist es mit der klanglichen Beurteilung hochauflösender Musik nicht. Klingt HiRes Audio wirklich besser als CD?

(dpa) - Seit mehr als drei Jahrzehnten ist die CD in den Wohnzimmern zu Hause. Das wird erstmal auch so bleiben - aber klanglich hat die Compact Disc Konkurrenz bekommen. Für Musikfans soll künftig an hochauflösenden Audio-Dateien kein Weg mehr vorbeiführen. Unter dem Schlagwort High Resolution (HiRes) Audio wird eine Qualität jenseits der CD versprochen.

HiRes was ist das?

„HiRes Audio ist ein schillernder und nicht klar definierter Begriff“, sagt Prof. Karlheinz Brandenburg, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie in Ilmenau. „Üblicherweise reden wir von HiRes, wenn die Abtastrate des Audiosignals und die Auflösung größer definiert sind als im üblichen Hifi-Bereich.“

HiRes-Inhalte werden heute praktisch ausschließlich in Dateiform gehandelt, sprich als Downloads über Portale wie Highresaudio.com, Linnrecords.com und viele andere. Der Streaming-Dienst Tidal bietet unter anderem HiRes-Inhalte und setzt auf ein Dateiformat namens MQA, das aber nicht unumstritten ist. Damit erfolgt eine nicht verlustfreie Komprimierung. Zudem handelt es sich um ein geschlossenes Format, das auf entsprechend lizenzierte Wiedergabegeräte angewiesen ist.

Zum Abspielen der hochauflösenden Dateien dienen entweder PCs oder Macs, die häufig mit speziellen Abspielprogrammen und externen D/A-Wandlern veredelt werden, oder Hifi-spezifische Netzwerkspieler. Für unterwegs gibt es eine große Auswahl HiRes-tauglicher Player. Zum Hören zu Hause braucht man im Minimalfall einen PC. Das typische Hifi-Szenario besteht - neben üblichen Komponenten wie Boxen und Verstärkern - aus einem hochwertigen Netzwerkspieler, einem NAS-Server sowie einem Tablet oder Smartphone zur komfortablen Steuerung.

Der sehr feine Unterschied

Brandenburg zufolge sind die Abspielgeräte heute fast alle so gut, dass sie auf die Wiedergabequalität hochauflösender Audiodateien wenig bis gar keinen Einfluss ausüben. Hingegen lohne es sich, für Lautsprecher und Kopfhörer etwas mehr Geld auszugeben, da sie die schwächsten Glieder in der Kette sind. „Ob es überhaupt einen klanglichen Unterschied zwischen CD und HiRes Audio gibt, ist umstritten. Verschiedene Hörtests konnten bisher keinen signifikanten Unterschied zwischen HiRes Audio und der CD nachweisen“, sagt Susanne Rath, Geschäftsfeldleiterin AV- und Produktionssysteme vom Institut für Rundfunktechnik in München. Allerdings gebe es Menschen, für die HiRes-Dateien wesentlich klarer und detailreicher klingen.

Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man HiRes Audio nicht im Vergleich mit der CD, sondern mit verlustreichen Komprimierungen wie MP3- oder AAC-Dateien betrachtet. Diese Codierungen basieren darauf, dass alle Anteile des Audiosignals, die für das menschliche Gehör unhörbar sind, nicht mit übertragen werden. „Demgegenüber hat HiRes Audio sicherlich den klaren Vorteil der sehr guten Qualität“, sagt Rath.

Für andere Experten klingt HiRes in vielen, aber längst nicht allen Fällen besser als die CD. Häufig liege diese Überlegenheit aber gar nicht ursächlich an der mit HiRes möglichen größeren Frequenz-Bandbreite und Dynamik. Vielleicht habe der wichtigste Einzelfaktor mit der Abspieltechnik gar nichts zu tun und beruhe ganz einfach darauf, dass HiRes-Downloads häufig mit Blick auf ihre Zielgruppe anders gemastert werden als ihr CD-Äquivalent, so manche Fachleute.

Letzteres müsse massenkompatibel sein und im Autoradio genauso funktionieren wie auf den Kopfhörern vom Smartphone. HiRes-Musik mit ihrer explizit audiophilen Zielgruppe sei oft anspruchsvoller gemastert, also zum Beispiel in der Dynamik weniger stark komprimiert, und klinge daher klar besser.


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