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HIV breitet sich in Osteuropa aus
Panorama 2 Min. 23.07.2018 Aus unserem online-Archiv

HIV breitet sich in Osteuropa aus

Rund 18 000 Wissenschaftler, Aktivisten und Politiker beraten ab Montag auf der Welt-Aids-Konferenz über Wege zur Bekämpfung der HIV-Epidemie.

HIV breitet sich in Osteuropa aus

Rund 18 000 Wissenschaftler, Aktivisten und Politiker beraten ab Montag auf der Welt-Aids-Konferenz über Wege zur Bekämpfung der HIV-Epidemie.
Fredrik von Erichsen/dpa
Panorama 2 Min. 23.07.2018 Aus unserem online-Archiv

HIV breitet sich in Osteuropa aus

Der Kampf gegen Aids und HIV ist noch lange nicht vorbei. Zu Beginn der Welt-Aids-Konferenz liegt der Fokus gar nicht so sehr auf Afrika. Sondern auf Osteuropa und Zentralasien.

(dpa) - Zu Beginn der Welt-Aids-Konferenz haben Experten vor einem Rückschlag beim Kampf gegen die Immunschwächekrankheit gewarnt. Wegen fehlenden politischen Willens, Geldmangels und Diskriminierung könne die Epidemie nicht überall wirkungsvoll bekämpft werden. Das betonten Wissenschaftler und Aktivisten zum Auftakt des weltweit größten Expertentreffens zu Aids und HIV am Montag in Amsterdam. Besonders bedrohlich sei die Lage in Osteuropa und Zentralasien.

„Die größten Barrieren die Epidemie zu beenden haben ideologische und politische Ursachen“, erklärte die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft und Vorsitzende der Konferenz, Linda-Gail Bekker.

Die Zunahme der Neu-Infektionen in Osteuropa und Zentralasien sei alarmierend, warnten Aktivisten aus dieser Region. Dort gebe es jährlich rund 190 000 neue HIV-Infizierte, davon 80 Prozent in Russland, erklärten die Sprecher von sechs Organisationen. Nur eine Minderheit der Patienten habe Zugang zu Medikamenten. Nach Angaben der UN-Organisation Unaids ist dies die Region, in der die Epidemie am deutlichsten zunimmt. Die Schätzungen von Unaids sind mit 130 000 Neu-Infizierten im Jahr etwas niedriger.

Die UN hatten sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 die Epidemie zu beenden. Doch in etwa 50 Ländern nimmt die Zahl der Infizierten laut Unaids zu.

Der HI-Virus schädigt die körpereigenen Abwehrkräfte. Der Körper kann dadurch Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze immer schwerer bekämpfen. Eine Ansteckung ist unter anderem über Blut und Sperma möglich. Wenn eine HIV-Infektion nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, entwickelt sich die Immunschwächekrankheit Aids.

Die Lage in Osteuropa ist eines der Hauptthemen auf der Welt-Aids-Konferenz. Rund 15 000 Experten aus mehr als 160 Ländern beraten bis zum Freitag über den Kampf gegen die Epidemie. Das 22. Treffen von Wissenschaftlern, Aktivisten, Betroffenen und Politikern steht unter dem Motto: „Barrieren durchbrechen - Brücken bauen“.

Die neuen HIV-Infektionen in Osteuropa und Zentralasien seien verhinderbar, sagte der niederländische Vorsitzende der Konferenz, Professor Peter Reiss. „Die Maßnahmen, die erfolgreich sind, müssen dort nur umgesetzt werden.“ Der Aidsforscher hofft auf ein Umdenken. „Wenn sich in diesen Ländern nach dieser Konferenz etwas ändert, dann wäre das der größte Erfolg.“

Als ein Grund für die Ausbreitung der Epidemie gilt auch die Stigmatisierung von besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Die sechs Organisationen von Betroffenen starteten die Kampagne „Jagd den Virus, nicht die Menschen“, um eine breite Öffentlichkeit aufzurütteln. Sie erhoffen sich auch stärkeren politischen Druck von der EU.

Sie berichteten von systematischer Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen, Sex-Arbeitern und Drogenabhängigen. Daher würden sich diese auch oft nicht auf Aids testen lassen.

Jahrzehntelang lag der Fokus des weltweiten Kampfes gegen Aids auf Afrika. Noch immer leben die meisten der rund 37 Millionen HIV-Infizierten auf diesem Kontinent. Doch gerade aus Afrika kamen nun positive Nachrichten. Vertreter aus Kenia, Ghana und Ruanda teilten mit, dass Aufklärung und Behandlung erfolgreich seien.

In Südafrika, das mit sieben Millionen HIV-Infizierten am stärksten betroffen ist, ging die Rate der neuen Ansteckungen nach einem UN-Bericht zwischen 2010 und 2017 um 40 Prozent zurück.


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