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Henri Leconte: „Es könnte jeden treffen“
Panorama 2 Min. 12.09.2019

Henri Leconte: „Es könnte jeden treffen“

Henri Leconte war von 1980 bis 1996 als Tennisprofi aktiv.

Henri Leconte: „Es könnte jeden treffen“

Henri Leconte war von 1980 bis 1996 als Tennisprofi aktiv.
Foto: Chris Karaba
Panorama 2 Min. 12.09.2019

Henri Leconte: „Es könnte jeden treffen“

Tennislegende Henri Leconte und Handicap International laden am Samstag zum "Tennis Day" nach Luxemburg ein.

Von Eric Hamus 

„Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich etwas zurechtgemacht.“ Mit einem verschmitzten Lächeln hält Henri Leconte dem Fotografen die Hand hin. Der Ex-Tennis-Profi hat zum Gespräch in eine gemütliche Bar nach Strassen geladen. Den Fotografen hatte er nicht erwartet, doch das macht dem inzwischen in Luxemburg ansässigen Franzosen nicht sonderlich viel aus. Der Schelm in ihm nimmt es gelassen. Demonstrativ rückt er das Polo-Shirt zurecht und streicht sich schnell noch einmal durch die zerzausten Haare, seit jeher ein Markenzeichen des Tennisspielers, der zwischen 1980 und 1996 neun Einzel- und zehn Doppeltitel auf der ATP World Tour gewinnen konnte.

Eine Herzensangelegenheit

Nun soll aber nicht seine Karriere im Mittelpunkt stehen, sein Sieg bei den French Open 1984 in der Doppelkonkurrenz mit Yannick Noah oder der Gewinn des Davis- Cups mit Frankreich im Jahr 1991. Vielmehr will Leconte über ein Projekt sprechen, das ihm besonders am Herzen liegt: Am Samstag lädt der ehemalige Tennis-Profi zusammen mit Handicap International zum „Tennis Day“ nach Luxemburg ein.


200 Biker hatten sich in Eschweiler(Wiltz) eingefunden um dem Behinderten Bryan zum Geburtstag zu gratulieren / Foto: Roland ARENDT
Bikerparty für Bryan
Motorradfan Bryan aus Eschweiler bei Wiltz, der aufgrund einer Behinderung auf den Rollstuhl angewiesen ist, erlebte am Sonntag eine große Überraschung: Zu seinem Geburtstag gratuliertem ihm Hunderte Biker.

Ziel sei ein angenehmer Nachmittag, unterstreicht Leconte. „Un moment convivial“, wie er gleich mehrmals betont. Die „convivialité“ ist ihm wichtig, dem Spieler, der auf den Tennis-Plätzen stets zu Schabernack bereit war. Viele Franzosen glauben heute noch, dass Leconte ohne diese Eskapaden weitaus erfolgreicher hätte sein können. Im Ausland aber feierten ihn die Fans wegen seiner spielerischen Art, seines französischen Humors, aber auch wegen des messerscharfen Aufschlags und des gekonnten Volley-Spiels, mit dem er seine Gegner über den Platz jagte. Diese Popularität will er nun nutzen, um auf Schicksale von Menschen aufmerksam zu machen, denen es im Leben nicht so gut ergangen sei wie ihm.

„Ich hatte eine tolle Karriere, viele schönen Momente, zahlreiche Höhen, aber auch einige Tiefen. So ist nun mal das Leben.“ Er sei nicht einer von diesen Menschen, die nehmen, ohne etwas zu geben. Deshalb habe er keinen Moment lang gezögert, als Handicap International an ihn herangetreten sei. „Ich hatte so viel Freude in meinem Leben … Ich fühle mich sozusagen dazu verpflichtet, einen Beitrag zu leisten“, fährt der 56-Jährige mit Begeisterung fort.

Paratennis im Mittelpunkt

Das Schicksal von Menschen, denen das Leben übel mitgespielt habe, dürfe einen nicht kalt lassen. „Es könnte jeden treffen. Ein schwerer Unfall genügt, und man landet im Rollstuhl“. Ziel sei es nun, Paratennis (Tennis im Rollstuhl) der Öffentlichkeit näherzubringen und Mittel zu sammeln, um betroffenen Kindern den Zugang zum Sport zu erleichtern. Deshalb lade er zusammen mit Handicap International die Luxemburger ein, einen „angenehmen Nachmittag“ im Tennis-Club Arquebusiers zu verbringen. „Bei einem netten Lunch und anschließenden Matches mit Claudine Schaul, Sofie Cox, Annabelle Ribeaud und mir.“

Während Claudine Schaul in Luxemburg wohl keiner weiteren Vorstellung bedarf, dürften Cox und Ribeaud dem Publikum noch nicht so bekannt sein. Die Belgierin Sofie Cox ist Vize-Europameisterin im Einzel und derzeit die Nummer 82 auf der Welt. Während die 25-Jährige wegen Spina Bifida auf den Rollstuhl angewiesen ist, verlor die Schweizerin Annabelle Ribeaud bei einem Unfall jegliches Gefühl in den Beinen. Die 44-jährige Schweizerin ist derzeit die Nummer 84.

Der Tennis-Tag startet am Samstag, ab 12.30 Uhr im Tennis-Club Arquebusiers in der hauptstädtischen Val Ste-Croix). Gegen 14.30 Uhr treffen die Tennis-Stars aufeinander. Weitere Informationen auf www.hi-lux.lu


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