Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Heino Ferch: „Ich esse gerne Kaviar“
Panorama 1 4 Min. 13.07.2019

Heino Ferch: „Ich esse gerne Kaviar“

Er lebt wie die Made im Speck: Kunstdetektiv Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) lässt es sich bei seinen Ermittlungen gut gehen.

Heino Ferch: „Ich esse gerne Kaviar“

Er lebt wie die Made im Speck: Kunstdetektiv Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) lässt es sich bei seinen Ermittlungen gut gehen.
Foto: ARD Degeto / Julie Vrábelová
Panorama 1 4 Min. 13.07.2019

Heino Ferch: „Ich esse gerne Kaviar“

Der deutsche Schauspieler Heino Ferch spricht im Interview über seine Rolle als Dandy-Detektiv, seine Liebe zur Kunst und die Hektik des modernen Lebens.

Interview: Cornelia Wystrichowski

Früher markierte er im Film oft den starken Helden, den Retter der Witwen und Waisen – doch Heino Ferch ist längst zum Charakterdarsteller gereift. Im Krimi „Allmen und das Geheimnis der Dahlien“ – zu sehen am 13. Juli in der ARD – nach einer Vorlage von Bestsellerautor Martin Suter, ist der 55-Jährige erneut als eleganter Kunstdetektiv Johann Friedrich von Allmen zu sehen. Der Züricher Dandy muss ein geraubtes Ölgemälde wiederfinden und ermittelt in der Welt der Reichen und Schönen.

Heino Ferch, Sie verkörpern zum dritten Mal den Schweizer Lebenskünstler Johann Friedrich von Allmen. Hat es Ihnen Spaß gemacht, den Dandy zu spielen?

Natürlich, ich liebe diese Rolle. Allmen ist ein moderner Dandy mit einem Händchen für das Schöne im Leben, ein aus der Zeit gefallener Geselle, das macht einen Riesenspaß. Er liebt edle Stoffe, Kunst, schöne Frauen, den richtigen Wein zum guten Essen – ein echter Lebemann. Ich genieße es, dass ich in der Rolle diese wilde Haartolle habe und maßgeschneiderte Garderobe tragen darf.

Dürfen Sie die Garderobe nach dem Dreh behalten?

Nein, das bleibt alles in einem speziellen Allmen-Fundus. Wir werden ja auf jeden Fall weiterdrehen, und dabei wird auf die Garderobe zurückgegriffen – deshalb muss ich übrigens auch meine Figur halten, daran arbeite ich jeden Tag. (lacht) Ich verfüge als Allmen über 30, 40 Anzüge mit den dazugehörigen Mänteln und Accessoires, da werden zum Teil Stoffe aus Italien und England verarbeitet. Sie können sich denken, dass das sehr teuer ist, und die Kostümbildnerin hegt und pflegt alles wie ihren Augapfel.

Ist auch echter Schampus in den Champagnergläsern, die Allmen regelmäßig leert?

Leider nein, das ist alkoholfreier Sekt. Das Prickeln in den Gläsern wird mit einer Prise Salz hergestellt, die hineingetan wird, damit das schön perlt wie der beste Champagner. Beim Rotwein ist Johannisbeer-Schorle in den Gläsern, und der Weißwein ist Apfelsaft in unterschiedlicher Verdünnung – ein Chablis zum Beispiel ist dunkler als ein Sancerre. Aber die Austern waren immerhin echt. (lacht)


22 June 2019, North Rhine-Westphalia, Cologne: Actress Martina Hill comes to the film premiere of the computer animation film PETS2. Photo: Horst Galuschka/dpa/Horst Galuschka dpa (Photo by Horst Galuschka/picture alliance via Getty Images)
Martina Hill: „Es ist so schön unkompliziert“
Komikerin Martina Hill spricht im Interview über ihre Leidenschaft fürs Synchronsprechen, Comedy und das eigene Bauchgefühl.

Lieben Sie Luxus auch so sehr wie Allmen, der etwa für weißen Kaviar schwärmt?

Davon hatte ich vorher noch nie gehört. Aber ich esse auch gerne mal Kaviar, und ich weiß auch, welche Weine ich mag. Bei der Garderobe bin ich eher ein klassischer Jeans-und-T-Shirt-Typ. Ich habe auch Anzüge zu Hause, klar, und zu einem entsprechenden Anlass ziehe ich mir auch gerne was Tolles an. Aber jeden Tag so exquisit – nein, ich bin da moderner. Wo Allmen und ich uns berühren, ist die Kunst. Ich liebe Kunst und beschäftige mich intensiv damit. Ich liebe Expressionisten, ich liebe Fotografie, ich gehe in Ausstellungen und zu Galeristen. Ich kaufe manchmal auch Kunst, und das hängt bei mir daheim auch an der Wand.

Im neuen Allmen-Film wird in einem Züricher Luxushotel ein Gemälde geklaut. In welcher Nobelherberge haben Sie gedreht?

In einem alten Grand Hotel in Karlsbad. Sie müssen wissen, dass mehr als 95 Prozent der Filme gar nicht in Zürich entstehen, sondern in Tschechien. Das ist viel günstiger als das unglaublich teure Zürich, außerdem bieten Prag und Tschechien an Gebäuden und Räumen sensationell viel Jugendstil und Art Déco. Wir sind exakt einen Drehtag in Zürich, und an dem drehen wir die ganzen Szenen, die im Boot auf dem Zürichsee spielen.

Was sagt eigentlich Martin Suter, der bislang fünf Allmen-Romane geschrieben hat, zu Ihrer Verkörperung seines Helden?

Er war sehr begeistert. Er hat mir nach den ersten zwei Filmen persönlich geschrieben und das wunderschöne Kompliment gemacht, dass er jetzt mich im Kopf hat, wenn er die Figur schreibt. Das freut mich deshalb besonders, weil wir bei der Entwicklung Allmens lange mit der Frage gerungen haben, wie dieser Mann aussehen könnte. Wir haben uns frühere Dandys angeguckt wie Cary Grant oder Gary Cooper, sind aber vor allem auch bei Bryan Ferry hängen geblieben. Das hat dazu geführt, dass wir diesen Charakter in dieser Geradlinigkeit und Qualität hingestellt haben, das hat Suter sehr gefallen.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Allmen ist ein Pleitier mit vollendeten Manieren. Er hasst es zum Beispiel, wenn Leute im Gespräch auf ihr Handy schielen. Kann man sich von ihm was abschauen?

Auf jeden Fall. Er ist gebildet, kennt sich mit Literatur aus, ist sehr höflich, speziell Frauen gegenüber, ein sehr eleganter Mann. Er genießt das Leben in vollen Zügen, auch wenn er es sich eigentlich längst nicht mehr leisten kann, lebt ganz im Jetzt und sorgt sich nicht um den nächsten Tag. Vor allem aber: Er verweigert sich diesem Lebensstil, dem wir alle jeden Tag ein Stück weit zum Opfer fallen, dieses Getriebene, Gehetzte, ständig Erreichbare.

Sie spielen regelmäßig noch eine weitere Ermittlerfigur, den mürrischen Psychiater Brock in der ZDF-Reihe „Spuren des Bösen“. Wer steht Ihnen näher?

Ich mag beide, auch wenn zwischen ihnen Welten liegen. Der fachlich brillante, aber privat völlig verkorkste Brock, der in all seiner Grantigkeit in Wien hockt und unglaublich reduziert spricht. Dagegen Allmen, der voluminöse Texte hat und Luxus liebt. In so gegensätzliche Welten einzutauchen, ist für mich als Schauspieler großartig.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.