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Heike Makatsch: „Das Leben ist die beste Vorbereitung“
Panorama 1 5 Min. 14.03.2020

Heike Makatsch: „Das Leben ist die beste Vorbereitung“

Heike Makatsch begann ihre Karriere als Moderatorin beim Musiksender Viva. Ihre erste große Filmrolle übernahm sie in „Männerpension“, einer Komödie von Detlev Buck neben bekannten Schauspielern wie Til Schweiger und Marie Bäumer.

Heike Makatsch: „Das Leben ist die beste Vorbereitung“

Heike Makatsch begann ihre Karriere als Moderatorin beim Musiksender Viva. Ihre erste große Filmrolle übernahm sie in „Männerpension“, einer Komödie von Detlev Buck neben bekannten Schauspielern wie Til Schweiger und Marie Bäumer.
Foto: Shutterstock
Panorama 1 5 Min. 14.03.2020

Heike Makatsch: „Das Leben ist die beste Vorbereitung“

Die deutsche Schauspielerin spricht im Interview über ihre Rolle im Drogendrama „9 Tage wach“, die Sorgen einer Mutter und ihre Zukunft beim Mainzer „Tatort“.

Interview: Cornelia Wystrichowsky

Mit seiner Drogenbeichte sorgte Eric Stehfest für Furore: Der Star aus der Seifenoper „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ schrieb im Bestseller „9 Tage wach“ über seine jahrelange Abhängigkeit vom Rauschmittel Crystal Meth und seinen Weg aus der Sucht. ProSieben hat die Autobiografie nun fürs Fernsehen verfilmt: „9 Tage wach“ – zu sehen am 15. März um 20.15 Uhr – ist ein sehenswertes Drogendrama mit Starbesetzung. Jannik Schümann verkörpert den Schauspieler Eric Stehfest, seine verzweifelte Mutter wird von Heike Makatsch gespielt.

Heike Makatsch, „9 Tage wach“ basiert auf dem Buch des Schauspielers Eric Stehfest über seine Zeit als Drogenabhängiger. Kannten Sie den Autor vorher schon? 

Nein, nicht persönlich, und ich kannte ihn auch nicht aus seiner Rolle aus einer Vorabendserie, ich habe erst später mitbekommen, was er als Schauspieler schon alles gemacht hat. Aber ich habe tatsächlich von seinem Buch gehört, schon lange, bevor mir die Rolle in „9 Tage wach“ angeboten wurde.

Und was haben Sie gedacht, als das Buch erschien, in dem sich der langjährige Hauptdarsteller aus der Seifenoper „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ als ehemaliger Konsument von Crystal Meth geoutet hat? 

Ich habe ihn nicht als cleanen Sonnyboy aus einer Seifenoper wahrgenommen, der sich geoutet hat, sondern als jemanden, der seine Drogenproblematik ins Zentrum gestellt hat, und das fand ich eher interessant, als dass ich geschockt war.

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Finden Sie es richtig, dass er damit so an die Öffentlichkeit gegangen ist?

Ich sehe daran nichts Falsches. Er hat in einer sehr berührenden Art über diesen Teil seines Lebens geschrieben, und ich kann nachvollziehen, dass es für ihn eine Notwendigkeit war. Ich denke, es war für ihn ein kathartischer Prozess, und für die Leser ist es vielleicht ein mahnendes Beispiel. Aber natürlich weiß ich nicht, inwiefern sein Buch einen pädagogischen Aspekt erfüllen kann. Ich bin mir nicht sicher, ob Leute, die in der Gefahr sind, Drogen zu nehmen, sich von einem Buch oder einem Film davon abhalten lassen.

Sie spielen die Mutter von Eric Stehfest, die verzweifelt versucht, ihrem Sohn zu helfen. Warum war es Ihnen wichtig, in dieser Bestsellerverfilmung mitzuspielen? 

Mich hat die Rolle der Mutter fasziniert, die sich angesichts der Drogenproblematik ihres Sohnes die Frage stellt, was sie – in Anführungsstrichen – falsch gemacht hat. Welche Konstellationen begünstigen es, dass eine Mutter ihr Kind an Drogen verliert? Welche Erlebnisse führen dazu, dass das Kind Zuflucht nimmt bei Drogen? Das im Vorfeld zu erforschen, war interessant für mich. 

Die Vorstellung, dass man sein Kind nicht mehr beschützen kann, ist für Eltern fürchterlich … 

Das ist sie auf jeden Fall, aber die Thematik ist auch sehr komplex, und das fand ich spannend. Es gibt mehr als einen Weg, der in eine Sucht führt, und am Ende stellt man dieser Dynamik nichts mehr entgegen. Das finde ich tragisch und dramatisch. Die Frage, was es mit einer Mutter macht, wenn sie erkennt, wie machtlos sie gegenüber dem Sog einer so starken Droge ist, diese Hilflosigkeit einer Mutter nachzuempfinden, hat mich interessiert.

Wie haben Sie sich vorbereitet? 

Abgesehen davon dass ich das Buch gelesen habe, habe ich in meinem eigenen Umfeld auch Freunde, die mit Süchten zu kämpfen haben. Das ist nichts, was ich noch nie gesehen hätte, den verzweifelten Kampf gegen den Sog der Droge habe ich schon bei anderen Leuten erlebt. Und dann ist da noch mein grundsätzliches Interesse für das Thema Psychologie, dafür, welche Wege Menschen aus welchen Gründen einschlagen. Am Ende des Tages ist also das Leben selbst für mich die beste Vorbereitung. 

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Sind Drogen unter Schauspielern weiter verbreitet als im Rest der Gesellschaft?

Das würde ich so nicht unterschreiben, das ist, glaube ich, ein Vorurteil, das ich ungern füttern möchte. Eine Drogenlaufbahn kann ja auch ganz viele Ursachen haben, und das findet sich in ganz verschiedenen Milieus. Ich glaube nicht, dass es der Beruf ist, der einen zu den Drogen bringt, ich glaube, dass die Weichen viel früher gestellt werden. Die Frage, ob man in solchen Hilfsmitteln nach Liebe, Anerkennung und Wohlbefinden sucht, beginnt schon in der Kindheit.

ProSieben zeigt den Film zeitgleich zum neuen „Tatort“ im Ersten, eine ziemlich mutige Programmierung. Sie selber sind ja seit einigen Jahren ebenfalls als „Tatort“-Kommissarin im Einsatz, wann drehen Sie Ihren nächsten Fall als Ellen Berlinger? 

Der neue „Tatort“ ist mein nächstes Projekt, nach Ostern werden wir mit den Dreharbeiten anfangen. Es wird erneut ein Mainzer „Tatort“ sein, wieder mit Sebastian Blomberg an meiner Seite oder ich an seiner, wie man will. Ich freue mich, und es ist ja auch mal wieder an der Zeit. Wir lassen uns ja immer viel Zeit zwischen den einzelnen Fällen, und die Pause war jetzt sehr lang. 

Sollen es künftig vielleicht mehr werden? 

Das liegt nicht so sehr an mir, sondern am SWR und den Entscheidungen, die der Sender trifft. Es ist auf jeden Fall geplant, diese Kommissarin weiter fortzuführen, jetzt sind erst mal zwei neue Filme vorgesehen. 


Titel: The Masked Singer; 
Person: Ruth Moschner; 
Copyright: ProSieben/Willi Weber; 
Fotograf: Willi Weber; 
Bildredakteur: Jürgen Morgenroth; 
Dateiname: 1951847.jpg; 
Rechtehinweis: Dieses Bild darf bis eine Woche nach Ausstrahlung honorarfrei fuer redaktionelle Zwecke und nur im Rahmen der Programmankuendigung verwendet werden. Spaetere Veroeffentlichungen sind nur nach Ruecksprache und ausdruecklicher Genehmigung der ProSiebenSat1 TV Deutschland GmbH moeglich. Nicht fuer EPG! Verwendung nur mit vollstaendigem Copyrightvermerk. Das Foto darf nicht veraendert, bearbeitet und nur im Ganzen verwendet werden. Es darf nicht archiviert werden. Es darf nicht an Dritte weitergeleitet werden. Aneinanderreihung/Zusammenlegung/Kopplung von Bildern zum Zweck der Erstellung von Slide-Shows o.ä. nicht gestattet; Verbindung/Einfügen/Anfügen von Werbung nicht gestattet.
Bei Fragen: foto@prosiebensat1.com 
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Haben Sie Einfluss auf die Fälle der Kommissarin und die Frage, ob in den Krimis auch Themen wie Klimaschutz oder die aktuelle politische Lage verhandelt werden? 

Einfluss habe ich insofern, als ich die Fälle von Anfang an begleite, in jeder Entwicklungsphase wird der Stoff hin- und hergeschickt. Aber natürlich schreibe ich die Drehbücher nicht. Beim neuen Fall, den wir jetzt drehen, ist es ein tolles Buch geworden. Es ist ein psychologischer Thriller, ein atmosphärisch dicht gestrickter Krimi, sehr spannend. 

Und wann kommt die erste große Serie mit Heike Makatsch in der Hauptrolle?

Es ist schon was am Horizont, aber das darf ich jetzt noch nicht verraten. (lacht) 

Gibt es eine Serie, in der Sie gerne mitgespielt hätten? 

Ich bin kein so großer Serienjunkie, dass ich mich da übertrieben gut auskenne. Aber gerade gucke ich „Der Pass“, und das finde ich sehr spannend, eine tolle Serie.


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