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Haustierbestattung nach Buddhas Art
Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen setzen den Rahmen für das letzte Geleit.

Haustierbestattung nach Buddhas Art

Foto: Christoph Sator/dpa
Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen setzen den Rahmen für das letzte Geleit.
Panorama 3 Min. 04.09.2018

Haustierbestattung nach Buddhas Art

Im Buddhismus ist es üblich, dass verstorbene Angehörige verbrannt werden. Jetzt haben einige Tempel in Bangkok ein neues Geschäftsfeld entdeckt: Hunde und andere Haustiere.

(dpa) - Waa Waa hatte kein einfaches Leben. Abgesehen davon, dass es grundsätzlich schönere Plätze für ein Hundeleben gibt als den Moloch Bangkok mit seiner schwülen Hitze und dem vielen Beton: Die Mischlingsdame war in ihren 13 Jahren sehr oft krank. Umso größer ist für Besitzerin Pattarat Kammonta jetzt der Abschiedsschmerz. Deshalb bekommt Waa Waa eine Bestattung, wie man sie früher nur für Menschen kannte. Sie wird nach buddhistischem Ritual verbrannt.

Inzwischen gibt es immer mehr Thais, die auch für das geliebte Haustier eine religiöse Feuerbestattung wollen und sich dies auch leisten können. Mehr als 4 000 Baht (etwa 100 Euro) kostet das in der Regel nicht, aber auch das ist für die meisten Leute hier eine ordentliche Summe. Pattarat, eine 38-jährige Geschäftsfrau, sagt: „Ich habe meine Hündin so sehr geliebt. Da will ich sie nicht einfach in der Erde verscharren.“

Also liegt Waa Waa jetzt in einem Meer aus Kunstblumen auf einem Altar in einem der vielen buddhistischen Tempel von Thailands Hauptstadt. Pattarat hat sie in ihre Lieblingsdecke gewickelt und drückt ihr noch ein paar Küsse aufs Fell. Dann spricht ein orange gekleideter Mönch ein Gebet und besprenkelt das tote Tier mit Weihwasser.

Mögliche Wiedergeburt als Mensch

Schließlich wird Waa Waa in den Ofen geschoben. Der Tempel Wat Kloeng Toei Nai hat drei solche Feuerkammern eigens für Tiere. Sie sind etwa doppelt so groß wie die Öfen ein paar Ecken weiter, in denen menschliche Leichname kremiert werden. Das Feuer brennt sofort. Dann geht die Klappe zu. Nach 20 Minuten ist alles vorbei. Von Waa Waa ist jetzt nur noch ein Häufchen Asche übrig. Das Tier wird in Papier gewickelt und in eine Plastiktüte verpackt.

Ein Mann hält die Asche seines verbrannten Hundes in einem buddhistischen Tempel, dem Wat Klong Toei Nai.
Ein Mann hält die Asche seines verbrannten Hundes in einem buddhistischen Tempel, dem Wat Klong Toei Nai.
Foto: Christoph Sator/dpa

Auf diese Weise gingen vergangenes Jahr allein in diesem Tempel, dem ältesten seiner Art, mehr als 15 000 Tier-Existenzen zu Ende. Zuverlässige Zahlen, wie viele es in Thailand insgesamt waren, gibt es noch nicht. Auf jeden Fall Zehntausende. Solche Verbrennungen werden auch in Europa durchgeführt. Der große Unterschied besteht allerdings darin, dass sie in Thailand meist nach einem religiösen Ritual erfolgen.

Nach dem immerwährenden Zyklus des Seins („Samsara“) können im Buddhismus Tiere auch als Mensch wiedergeboren werden. Thais hoffen, dass eine ordentliche Verbrennung die Chancen ihres Lieblings erhöht, beim nächsten Mal in höherer Form zurück auf die Welt zu kommen. Der Abt von Wat Kloeng Toei Nai, ein Mann von 70 Jahren namens Phra Ratchasittthi Suntorn, sagt: „Die Verbrennung an sich ist nicht religiös. Aber das Gebet kann helfen, die Seele an einen besseren Platz zu bringen.“


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Für einige Tempel in Bangkok hat sich das längst zu einem lukrativen Geschäft entwickelt. Meist werden Hunde eingeäschert, häufig auch Katzen. Es gab aber auch schon Feuerbestattungen für Kaninchen, Goldfische und Echsen sowie für ein kleines Pferd. Letzteres war aber fast schon zu groß. Schweine gelten wegen ihres hohen Fettanteils als schwierig.

Abschied mit Mönchsspalier

Der Preis für eine Einäscherung richtet sich nach Gewicht. Alle Tiere unter 20 Kilo schlagen im Wat Klong Toei Nai mit 1 500 Baht (etwa 40 Euro) zu Buche. Für alle Tiere, die darüber liegen, werden 2 000 Baht (gut 50 Euro) fällig. Zudem gibt es Särge in drei Größen, zwischen 2 000 und 3 000 Baht, eher die schlichte Art, mit Aufklebern. Sie sind aber kein Muss. Was allerdings erwartet wird: eine Spende für die Mönche, die im Tempel leben.

Im Kreis von Bangkoks Superreichen, von denen es gar nicht so wenige gibt, geht der Trend inzwischen dahin, sich den Abschied vom Haustier einiges kosten zu lassen. Grundsätzlich sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Ein Geschäftsmann ließ kürzlich seinen geliebten Golden Retriever vor 80 geladenen Gästen im handgeschnitzten Sarg verbrennen. 60 Mönche standen Spalier. Die Kosten: 400 000 Baht, umgerechnet etwa 10 000 Euro.

Die Mönche beteuern aber stets, mit den Feuerbestattungen keinesfalls Geld verdienen zu wollen. Auch der Abt sagt: „Wir machen das nicht aus Kommerz. Wir wollen den Leuten helfen, ihren Schmerz zu lindern.“ Bei Waa Waas Besitzerin ist das gelungen. Pattarat wartet nicht einmal ab, bis die Hündin ganz verbrannt ist. Die Überreste überlässt sie den Mönchen, damit sie die Asche später auf dem Chao Praya verstreuen, Bangkoks großem Fluss. Kosten dafür: 300 Baht. Acht Euro. dpa


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