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Harry und Meghan: Arbeit in der Suppenküche statt Glamour
Panorama 4 Min. 06.07.2020

Harry und Meghan: Arbeit in der Suppenküche statt Glamour

2019: Harry und Meghan bei einer Rede vor dem Youth Employment Services Hub in Johannesburg.

Harry und Meghan: Arbeit in der Suppenküche statt Glamour

2019: Harry und Meghan bei einer Rede vor dem Youth Employment Services Hub in Johannesburg.
Foto: AFP
Panorama 4 Min. 06.07.2020

Harry und Meghan: Arbeit in der Suppenküche statt Glamour

Als Harry und Meghan ihren Abschied vom Königshaus verkündeten, rieben sich viele Menschen verwundert die Augen. Fast 100 Tage nach dem "Megxit" leben sie zurückgezogen in den USA.

(dpa) - Gummihandschuhe statt edler Garderobe, Suppenküchen anstelle von Empfängen: Prinz Harry (35) und Herzogin Meghan (38) gehen ihr Leben in Kalifornien gänzlich unglamourös an. Am Donnerstag ist der "Megxit", ihre Loslösung vom britischen Königshaus, schon 100 Tage her. Noch immer gibt es aber kaum öffentliche Auftritte des Paares in ihrer neuen Wahlheimat Los Angeles. Und wenn, dann zeigten sich die ehemaligen Royals mit hochgekrempelten Hemdsärmeln bei Wohltätigkeitsorganisationen.

In der Backstube von "Homeboy Industries", wo frühere Gangmitglieder und Ex-Häftlinge arbeiten, packte das Paar Ende Juni "völlig engagiert und sehr ungezwungen" mit an, berichtete Projektgründer Greg Boyle der US-Zeitschrift "People". Mit Mundschutz, Gummihandschuhen und Haarnetzen, mitten in der Corona-Pandemie, waren die beiden kaum zu erkennen.

Schon wenige Wochen nach der Aufgabe ihrer royalen Pflichten Ende März und nach einer kurzen Zwischenstation auf Vancouver Island in Kanada teilten sie bereits in der Metropole Los Angeles Mahlzeiten an Kranke und Bedürftige aus.

Solche Einblicke in ihr Leben sind rar, erst Recht wenn es um den kleinen Archie geht. Zum ersten Geburtstag ihres Sohnes veröffentlichten sie Anfang Mai ein Video, in dem Meghan ihrem Sohn aus dem Kinderbuch „Duck! Rabbit!“ vorliest, die kleine Familie wirkte völlig entspannt. 

Königin Elizabeth II. (94) hat ihren kleinen Urenkel seit Monaten nicht mehr persönlich gesehen. Sie harrt gemeinsam mit Ehemann Prinz Philip, der vor wenigen Wochen seinen 99. Geburtstag feierte, in der Corona-Krise auf Schloss Windsor bei London aus. Kontakt zu Harry und anderen Royals hält sie per Telefon und Videocall.

Der 31. März war der letzte Tag als Vollzeit-Royals für Harry und Meghan. Sie einigten sich mit dem Königshaus auf einen klaren Bruch und wollten finanziell unabhängig sein. Im kommenden Jahr will die Königin alle mit dem Paar getroffenen Vereinbarungen auf den Prüfstand stellen. Dazu zählen auch der Verzicht auf die lukrative Marke "Sussex Royal" sowie auf die Anrede "Königliche Hoheit".

Ende März kehrten Harry und Meghan dem britischen Königshaus den Rücken zu. (Foto zur Bekanntgabe ihrer Verlobung im Jahr 2017)
Ende März kehrten Harry und Meghan dem britischen Königshaus den Rücken zu. (Foto zur Bekanntgabe ihrer Verlobung im Jahr 2017)
Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Wovon leben die beiden nun? Meghan erklärte in einem Prozess gegen die britische Zeitung "Mail on Sunday", in der es um die Veröffentlichung eines Briefes an ihren Vater ging, wieder unternehmerisch tätig zu sein. Was sie genau macht, ist öffentlich allerdings nicht bekannt. Finanziell haben die beiden ein gutes Polster - allerdings haben sie auch einen aufwendigen Lebensstil.


ARCHIV - 25.09.2019, Südafrika, Kapstadt: Der britische Prinz Harry (r), Herzog von Sussex, und seine Frau Meghan (M), Herzogin von Sussex, kommen gemeinsam mit ihrem Sohn Archie (l) zu einem Besuch bei Desmond Tutu, Erzbischof von Kapstadt und Friedensnobelpreisträger, an. «Baby Sussex», wie Archie auch genannt wird, feiert nun schon seinen ersten Geburtstag - weit weg vom britischen Königshaus in den USA. Foto: Toby Melville/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Royales Nomadenleben: Archie wird ein Jahr alt
"Baby Sussex", wie Archie auch genannt wird, feiert seinen ersten Geburtstag - weit weg vom britischen Königshaus in den USA.

Im April hatte das Paar Pläne für die Gründung seiner gemeinnützigen Organisation "Archewell" für soziale Projekte verkündet. Wie steht es darum? Zu diesem Zeitpunkt noch nichts Neues, so lautet die knappe Antwort ihrer Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Harry und Meghan erklärten der britischen Zeitung "The Telegraph" zumindest die Herkunft des Namens: "Archewell ist ein Name, der das antike Wort für Kraft und Handeln kombiniert mit einem anderen, das die tiefen Ressourcen anklingen lässt, die jeder von uns braucht."

Seinen Rückzug von den Royals hat Harry symbolisch noch einen kleinen Schritt weiter getrieben. Von der Webseite seiner Initiative "Travalyst" für nachhaltigen Tourismus sei der Ehrentitel "His Royal Highness" entfernt worden, berichtete "People.com". Übrig bleibt - wie mit der Queen vereinbart - nur der Herzog von Sussex. 

2018, Neuseeland: Prinz Harry, Herzog von Sussex und seine Frau Herzogin Meghan kommen zu einem Treffen mit Jugendlichen.
2018, Neuseeland: Prinz Harry, Herzog von Sussex und seine Frau Herzogin Meghan kommen zu einem Treffen mit Jugendlichen.
Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Je weniger der Prinz und die Herzogin preisgeben, umso mehr müht sich die Boulevardpresse in den USA und Großbritannien ab. Werden sie weiter in Beverly Hills in der Luxusvilla von Hollywood-Mogul Tyler Perry wohnen oder suchen sie ein eigenes Haus im Küstenort Malibu, rätselte das Portal "Pagesix.com". Anderen Berichten zufolge könnte Meghans Mutter Doria Ragland, eine in Los Angeles lebende ehemalige Yogalehrerin und Sozialarbeiterin, bei der kleinen Familie einziehen.

Die Briten scheinen enttäuscht vom einstigen Traumpaar zu sein. Harry ist in seiner Heimat nicht mehr so beliebt wie früher. Ein Großteil der Briten findet, er sollte nicht mehr finanziell von seinem Vater, Thronfolger Prinz Charles, unterstützt werden. Und über die frühere US-Schauspielerin Meghan ziehen Boulevardmedien teils kräftig her - wie auch bereits vor dem Bruch des Paares mit dem britischen Königshaus. Kritiker werden der Boulevardpresse wegen ihrer teils schonungslosen Schlagzeilen Rassismus vor.


ARCHIV - 02.07.2020, Großbritannien, Salisbury: Ghislaine Maxwell, Tochter des verstorbenen britischen Verlegers R. Maxwell, verlässt in einem Auto mit Prinz Andrew, Herzog von York, die Hochzeit der damaligen Freundin Cecil in der Pfarrkirche St. Michael. Die frühere Partnerin von Jeffrey Epstein, dem Sexualverbrechen vorgeworfen wurden und der sich dann im Gefängnis umbrachte, ist in den USA festgenommen worden. Der 58-Jährigen werde vorgeworfen, Epstein dabei geholfen zu haben, Minderjährige zu missbrauchen. Foto: Chris Ison/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Missbrauchsvorwürfe: Ex-Partnerin von Jeffrey Epstein festgenommen
Im vergangenen Sommer sorgte der Missbrauchsskandal um den US-Unternehmer Jeffrey Epstein für weltweites Entsetzen. Jetzt ist seine frühere Partnerin Ghislaine Maxwell festgenommen worden.

Tatsächlich bereitet ein anderes Mitglied der Königsfamilie vermutlich aber noch mehr Kummer: Harrys Onkel Prinz Andrew. Er soll in den Missbrauchsskandal um den inzwischen gestorbenen US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein verwickelt sein. Nach der Verhaftung von Ghislaine Maxwell, ehemalige Partnerin von Epstein und Bekannte von Prinz Andrew, nimmt der Druck auf den 60-Jährigen zu. Eine Aussage im Fall Epstein hat der Prinz bisher noch nicht getätigt, seine royalen Pflichten lässt er bereits seid Ende vergangenen Jahres ruhen. In der Öffentlichkeit wird Andrew kaum noch gesehen.


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