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Hape Kerkeling: „Mein Leben ist ein Traum“
Panorama 1 5 Min. 23.10.2021
Comeback mit neuem Album

Hape Kerkeling: „Mein Leben ist ein Traum“

Demnächst ist Hape Kerkeling auch wieder zu Gast in den Wohnzimmern seiner deutschsprachigen Fans: Die VOX-Reihe „Hape und die 7 Zwergstaaten“, deren Dreharbeiten den Entertainer auch ins Großherzogtum führten, feiert am 21. November Premiere.
Comeback mit neuem Album

Hape Kerkeling: „Mein Leben ist ein Traum“

Demnächst ist Hape Kerkeling auch wieder zu Gast in den Wohnzimmern seiner deutschsprachigen Fans: Die VOX-Reihe „Hape und die 7 Zwergstaaten“, deren Dreharbeiten den Entertainer auch ins Großherzogtum führten, feiert am 21. November Premiere.
Foto: Susie Knoll
Panorama 1 5 Min. 23.10.2021
Comeback mit neuem Album

Hape Kerkeling: „Mein Leben ist ein Traum“

Der deutsche Kultentertainer Hape Kerkeling spricht im Interview über seine neuen Songs, seine drei Katzen und das Älterwerden.

Interview: Steffen Rüth

In letzter Zeit hat Hape Kerkeling ein Buch geschrieben, das die Verkaufscharts stürmte, zwei Fernsehserien gedreht – in einer davon spielt auch Luxemburg eine Rolle – und das Schlageralbum „Mal unter uns …“ aufgenommen, das seit dieser Woche erhältlich ist. Ein guter Grund also, sich mit dem 56-jährigen Wahl-Bonner zu unterhalten, der vor sieben Jahren eigentlich beschlossen hat, beruflich kürzerzutreten.   

Hape Kerkeling, „Ich leb den Traum“ heißt eines Ihrer neuen Lieder. Es fängt ruhig an, um dann förmlich in Euphorie zu explodieren. Fasst dieser Song die ersten knapp 57 Jahre Ihres irdischen Daseins treffend zusammen?

Ja! Ich komme nicht umhin festzustellen, dass das, was ich mir als kleiner Junge für mich und mein Leben gewünscht habe, tatsächlich wahr geworden ist. Insofern ist mein Leben ein Traum.

Ein gutes Leben also?

Etwas anderes zu behaupten, wäre wirklich dämlich.

Auf „Mal unter uns …“ wechseln sich heitere Momente mit tiefen und ernsten Emotionen ab. Wie war es für Sie, doch so tief in Ihrem Inneren zu graben?

Das war sehr spannend für mich. Ich muss gestehen, dass ich dieses Album ehrlicherweise wohl ohne die Pandemie nicht aufgenommen hätte. Durch Corona hatte ich wirklich viel Zeit, darüber nachzudenken, was ich mir so auf meinem künstlerischen Weg noch wünsche. Und am Horizont entdeckte ich dann die Idee für dieses Album. Sagen wir mal, ich habe mich bei diesen Liedern selbst davon verblüffen lassen, wie weit ich teilweise inhaltlich gehe und wie sehr ich mich öffne.

Auf dem Album interpretieren Sie Lieder, die in den Niederlanden große Hits waren. Manche Ihrer Texte sind nah am Original, andere wiederum nicht. Wie kam es zu diesem Konzept?

Ich bin ein großer Freund der niederländischen Musik und ein großer Freund der Holländer als solcher. Ich habe dort verwandtschaftliche und freundschaftliche Bindungen, und ich bin eben auch mit dieser Musik groß geworden. Sie hat mich geprägt. Besonders gut gefallen hat mir immer, dass die Holländer im Schnitt ein bisschen melancholischer sind im Schlager als wir. Mich hat einfach gereizt, diese Lieder ins Deutsche zu übertragen, also durchaus melancholisch zu sein, ohne dass es gleich in Schmalz ausartet.

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Sie sind ja auch zeitweise als Königin Beatrix aufgetreten.

(lacht) Da sehen Sie es.

Das Lied „Amsterdam“ ist ein explizit schwules Liebeslied. Es geht um eine gemeinsame Nacht mit einem Studenten namens Jan.

Ja. Ich wollte das genauso. Das haben wir mit voller Absicht so geschrieben. Berlin möchte das zwar immer sein, aber ich glaube, in Wahrheit ist Amsterdam die schwule Hauptstadt Europas. Von daher lag es nah, diese Geschichte genau dort zu verorten.

Trifft der Eindruck zu, dass Sie immer selbstverständlicher mit Ihrer Sexualität umgehen?

Ehrlich gesagt war ich persönlich in Bezug auf meine Homosexualität eigentlich immer sehr entspannt. Das Umfeld war vielleicht manchmal nicht ganz so entspannt, und das führte dazu, dass man sich selber ein ums andere Mal etwas verkrampft hat. Tatsächlich ist es aber so, dass unsere Gesellschaft insgesamt entspannter und offener geworden ist und dadurch auch empfänglicher für ein solches Lied als das vielleicht noch vor zehn oder 20 Jahren der Fall gewesen wäre.

Eine Kollegin schrieb neulich, Hape Kerkeling sei der einzige deutsche Entertainer, den man sich auch als Bundespräsident vorstellen könne. Könnten Sie sich auch in diesem Amt vorstellen?

Die Frage steht ja zum Glück nicht an. Ich habe gerade sowieso schon genug zu tun. (lacht)

Aber Sie sind schon jemand, dem Sympathien aus den unterschiedlichsten Lagern der Gesellschaft entgegengebracht werden.

Darüber bin ich auch sehr froh. Aber ich ordne das ja nicht von Amtswegen an. Ich bin ein Mensch, dem Freiheit und Freiwilligkeit sehr wichtig sind. Und ich finde es schön, wenn die Leute aus freien Stücken meine Kunst für sich entdecken und mögen.

Dass Ihr Katzenbuch „Pfoten vom Tisch!“ zu den erfolgreichsten Büchern des Jahres zählt ... kann man mit so etwas rechnen?

Nein, das lässt sich nicht planen. Selbstverständlich ist es schon gar nicht. Eher sogar überraschend.

Was für ein Typ Tier ist eigentlich Ihre Katze?

Meine Katze hat vor allem einen an der Klatsche. (lacht) Aber Katzen, auch meine, sind grundsätzlich sehr freiheitsliebend, und auch deswegen sind mir diese Tiere sehr sympathisch. Ich lerne auch sehr viel von meiner Katze.

Wieso hat das Tier einen an der Klatsche?

Na, weil ich auch einen an der Klatsche habe!

Die Katze lebt mit Ihnen und Ihrem Mann zusammen. Ist er dann der vernünftige Part in dieser Konstellation?

Das ist ja dann fast zwingend so. Ich antworte mit ja. (lacht)

Wie heißt die Katze denn?

Die Katze, die einen an der Klatsche hat, heißt Bolli. Vielleicht auch mit „y“. Aber ich glaube, ich würde sie mit „i“ schreiben.

Gibt es noch weitere Katzen?

Ja, Bruno und Kitty.

Während Corona ist es im Hause Kerkeling also schon katzenbedingt nicht langweilig geworden.

Die Katzen waren allerdings nicht in Bonn. Das sind Streuner, um die ich mich in Italien kümmere. Es geht allen Dreien gut, Freunde passen auf sie auf.

Zurück zu Ihnen: Mit 50 haben Sie sich zurückgezogen. Mit fast 57 sind Sie wieder voll da. Sind Sie heute ein anderer als 2014?

Sieben Jahre machen schon einen großen Unterschied.

Ein Wendepunkt in Ihrem Leben war der Jakobsweg, den Sie mit 40 gegangen sind ...

Auf diesem Marsch habe ich wirklich gelernt, keinen unnötigen Ballast mit mir herumzuschleppen. Das ist eine Quintessenz, die ich bis heute beherzige.

Können Sie sich vorstellen, den Jakobsweg mit 60 nochmals hinter sich zu bringen?

Ich will nie „nie“ sagen. Im Moment habe ich in der Richtung aber nichts geplant.

Als Sie jüngst beim Deutschen Filmpreis den „Ehrenpreis“ überreicht bekamen, haben Sie da nicht auch gedacht: „Nett, aber so alt bin ich doch noch gar nicht“?

Ich habe den Preis auch deshalb so gerne entgegengenommen, weil ich endlich mal wieder hören wollte „Dafür sind Sie doch noch viel zu jung.“ Das sagt einem nämlich, wenn man auf die 60 zugeht, viel zu selten jemand. Aber wenn, dann fühlt man sich gleich besser.

Mal unter uns: Älterwerden, wie sehr nervt es?

Im Moment ist es noch voll okay. (lacht) 

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