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Gruppenarbeit im Studium: Alptraum Teamwork
Wer macht was? Gruppenarbeit unter Studenten gelingt am besten, wenn Aufgaben und Komepetenzen von Anfang an klar sind.

Gruppenarbeit im Studium: Alptraum Teamwork

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Wer macht was? Gruppenarbeit unter Studenten gelingt am besten, wenn Aufgaben und Komepetenzen von Anfang an klar sind.
Panorama 3 Min. 10.01.2018

Gruppenarbeit im Studium: Alptraum Teamwork

Manche ächzen, wenn sie das Wort hören - andere freuen sich. Doch Gruppenarbeit gehört zum Studienalltag, ob man sie mag oder nicht. Warum? Weil man hier mehr erreichen kann als eine gute Note - wenn man weiß, wie.

(dpa) - 8.15 Uhr, Seminarraum, die erste Sitzung - und dann fällt der gefürchtete Satz. „Die Note setzt sich aus der Klausur, einem Referat und dem Ergebnis einer Gruppenarbeit zusammen.“ Hektisches Köpfedrehen, Tuscheln. Darf man sich aussuchen mit wem? Kenne ich hier überhaupt jemanden? Wer sitzt neben mir? Und überhaupt - wozu immer diese Gruppenarbeiten?

Ob für ein Referat, eine Aufgabe im Seminar oder ein Langzeitprojekt: Arbeit im Team ist im Studium gang und gäbe. Viele stöhnen bei der Ankündigung: Schon wieder ein Projekt mit fremden Kommilitonen, mit denen man sich über die richtige Vorgehensweise streiten muss. Und manche freuen sich, zumindest heimlich: Gruppenarbeit, ist das nicht das, wo man andere die Arbeit machen lässt und am Ende trotzdem eine gute Note bekommt? Doch wer es richtig angeht, kann auch bei den unangenehmsten Aufgaben etwas lernen.

Wer mit wem?

Am Anfang steht die Frage: Mit wem? "Man kann die Leute selbst wählen lassen oder losen", sagt Siegfried Stumpf. Er ist Professor für Kommunikationspsychologie und Führungslehre an der TH Köln und nutzt in seinen Veranstaltungen immer wieder Gruppenarbeit als Methode. „Wir machen zurzeit die Losvariante“, sagt er. So lernen Studierende, mit fremden Menschen zusammenzuarbeiten, und erweitern ihr Netzwerk - und das Teamklima sei häufig besser.

Prinzipiell spricht aber nichts dagegen, mit Kommilitonen zusammenzuarbeiten, mit denen man sich gut versteht. Wenn Studierende eine Gruppe gefunden haben, in der die Zusammenarbeit gut läuft, sollten sie diese für die nächsten Gruppenarbeiten wieder aktivieren. Mehr als fünf Leute sollten es aber nicht sein, da sind sich die Experten einig. Sonst bilden sich schnell Untergruppen, was Kommunikation und Zusammenarbeit erschwert.

Beim nächsten Schritt passieren oft schon die ersten Schnitzer: „Die Studenten teilen zu schnell auf“, sagt Stumpf. Zu Beginn sei eine kurze Kennenlern- und Teambuilding-Phase sinnvoll. In der klärt man, wer welche Kompetenzen und Vorstellungen mitbringt. Erst dann sollten sich die Studierenden über die gestellte Aufgabe verständigen und diskutieren, welche Teilschritte zu erfüllen sind und wer für was am besten geeignet ist.

Rollenverteilung

Rollen können sich entweder spontan ergeben, je nachdem, wer welche Kompetenzen mitbringt, oder zu Beginn der Gruppenarbeit vereinbart werden. Einer sollte zum Beispiel die Moderation der Treffen übernehmen, ein anderer Zwischenergebnisse protokollieren, einer die Einhaltung des Zeitplans überwachen. Dabei ist nichts in Stein gemeißelt. Auch wenn Rollenzuweisungen stattfinden, kann jeder natürlich auch bei den anderen Aufgaben unterstützen.

Bei der folgenden Arbeitsphase sind zwei Dinge wichtig: Die Gruppe muss erstens den Zeitplan einhalten und zweitens möglichst effizient zusammenarbeiten. Beides scheitert schnell. Das liegt einerseits am „Studentensyndrom“, wie Psychologe Stumpf sagt: Die Deadline wird möglichst weit nach hinten verlegt, trotzdem fangen alle erst auf den letzten Drücker an. Das könne man verhindern, indem man Meilensteine festlegt - also Teilziele, die man in den Zeitplan integriert.

Der zweite Fallstrick ist die Gruppendynamik. „Die meisten Probleme sind Motivationsdefizite“, sagt Stumpf. Er nennt das auch „soziales Faulenzen“. Dieses Phänomen entsteht, wenn einige Übermotivierte alles an sich reißen und die anderen sich gar nicht mehr gebraucht fühlen. Oder wenn manche von Beginn an wenig Lust haben, sich zu engagieren. Stumpf rät, in solchen Fällen individuelle Teilaufgaben festzulegen. Dann ist leichter nachvollziehbar, wer welchen Anteil erfüllt hat.

Wer sich trotzdem fragt, wozu das Ganze überhaupt gut sein soll, für den hat der Motivationspsychologe und Coach Martin Krengel eine Antwort. „Natürlich schaffe ich allein am Schreibtisch mehr Seiten zu lesen, mehr Wiederholungen“, sagt er. „Doch nur dann, wenn ich das Wissen wirklich anwenden und es kommunizieren kann, nützt es mir.“

Außerdem sei die Arbeit mit anderen ein Kreativitäts-Booster. Gruppenarbeit ist allgemein bei komplexeren Aufgaben sinnvoll, bei denen der Wissens- und Ideenaustausch sowie kreative Elemente eine wichtige Rolle spielen. Man kann sich gegenseitig motivieren und unterstützen, wenn einer nicht mehr weiter weiß. Und: „Die Kompetenzen, die dabei erworben werden, helfen später in den meisten Berufsfeldern weiter.“


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