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Großprojekt Auster
Ein Mitarbeiter hält einen Korb Austernschalen im Labor des «Billion Oyster Project» auf der Insel Governors Island, wo Umweltschützer und Schüler daran arbeiten, die Austernbestände im New Yorker Hafen wieder zu erhöhen.

Großprojekt Auster

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Ein Mitarbeiter hält einen Korb Austernschalen im Labor des «Billion Oyster Project» auf der Insel Governors Island, wo Umweltschützer und Schüler daran arbeiten, die Austernbestände im New Yorker Hafen wieder zu erhöhen.
Panorama 2 Min. 15.05.2019

Großprojekt Auster

Im New Yorker Hafen sollen wieder eine Milliarde Schalentiere angesiedelt werden - der Umwelt zuliebe.

(dpa) - Heute ist es schwer vorstellbar, dass New York vor rund 400 Jahren einmal den Titel der Austern-Welthauptstadt trug. Über 890 Quadratkilometer verteilten sich die Riffs damals in der Metropole. „Man musste nicht weit ins flache Wasser gehen, um Austern wie reife Früchte zu pflücken“, schreibt Mark Kurlansky in seinem Buch „The Big Oyster: History on the Half Shell“. Aber Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die New Yorker alle Austern gegessen. Manhattan wuchs in die Breite und Höhe, und die sumpfig-steinigen Ufer im Tidengewässer – ein ideales Zuhause für Austern – wurden von Schottwänden und Piers verdrängt. Hinzu kamen tonnenweise Abwasser und Chemikalien.

Das Labor des «Billion Oyster Project» auf der Insel Governors Island, wo Umweltschützer und Schüler daran arbeiten, die Austernbestände im New Yorker Hafen wieder zu erhöhen.
Das Labor des «Billion Oyster Project» auf der Insel Governors Island, wo Umweltschützer und Schüler daran arbeiten, die Austernbestände im New Yorker Hafen wieder zu erhöhen.
Foto: dpa

Nichts für Feinschmecker

Erst mit einem umfassenden Gesetz zur Reinhaltung des Wassers von 1972 kam die Wende. Die Frage war nur: Können sich die abgeernteten Bestände erholen und dank ihrer hohen Filterleistung vielleicht sogar helfen, die Wasserqualität zu verbessern?

Hier setzt das „Billion Oyster Project“ an, das pro Woche 3,6 Tonnen Austernschalen von etwa 80 Restaurants der Stadt recycelt und in Brutgebiete für Austernlarven verwandelt. In sogenannten Hafenlabors werden dafür zunächst Keimzellen in Wassertanks befruchtet. Die entstehenden Larven werden mit Algenkulturen versorgt und nach zwei bis drei Wochen in Tanks zu den Restaurant-Schalen gesetzt. Dieses Andocken gelingt bei 10 bis 40 Prozent der Larven, die sich dann in Austern verwandeln. In schwimmenden Käfigen und später an neu gebauten Riffs und Gittern wachsen sie schließlich weiter. Essbar sind die so gezüchteten Austern jedoch nicht, dafür ist das Wasser im Hafen zu verschmutzt.


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Die öffentlichen Schulen binden das Non-Profit-Projekt in ihren Unterricht ein. 28 Millionen Austern haben Schüler und Freiwillige in fünf Jahren seit Projektbeginn bereits gepflanzt. Was nach viel klingt, ist für Direktor Pete Malinowski erst der Anfang. Ziel seien eine Milliarde Austern. Geschafft sind also gerade einmal 2,8 Prozent. Eine Milliarde Austern würden das stehende Wasser im Hafen – Zu- und Abfluss vom Atlantik nicht mit berechnet – einmal alle drei Tage reinigen, sagt Malinowski.

Aber den Organisatoren des Projekts geht es um noch mehr, nämlich um eine stärkere Verbindung der Bewohner zum Lebensraum Hafen. „Die meisten New Yorker leben fußläufig zum Wasser, die meisten Straßen enden am Wasser, trotzdem identifizieren sich die New Yorker nicht als Bewohner einer Hafenstadt oder eines wichtigen Natursystems“, sagt Malinowski.

Bisher waren mehr als 6 000 Schüler und 9 000 Helfer direkt oder indirekt am Austernprojekt beteiligt. Einer ist der 17 Jahre alte Jaelin McGriff, der sich im Hafenlabor um die Larven kümmert. Auch wenn die Austern im New Yorker Hafen nicht essbar sind, habe er die Schalentiere bereits im Restaurant probiert, sagt McGriff. Die biologische Seite des Ganzen ist ihm aber lieber: „Ich mochte es, aber es hatte einen schleimigen Nachgeschmack.“ 


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