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Gelenkschmerzen: Mit Zucker aus Algen Arthrose bekämpfen
Panorama 01.09.2017

Gelenkschmerzen: Mit Zucker aus Algen Arthrose bekämpfen

Viele Menschen haben mit hartnäckigen Gelenkschmerzen zu kämpfen.

Gelenkschmerzen: Mit Zucker aus Algen Arthrose bekämpfen

Viele Menschen haben mit hartnäckigen Gelenkschmerzen zu kämpfen.
Foto: Getty Images/iStockphoto
Panorama 01.09.2017

Gelenkschmerzen: Mit Zucker aus Algen Arthrose bekämpfen

Der Volkskrankheit Arthrose wollen Wissenschaftler jetzt mit einer neuen Behandlung begegnen. Ein langkettiges Zuckermolekül aus Braunalgen soll - chemisch modifiziert - den oxidativen Stress senken.

(glp) - Bei Arthrose wird das Knorpelgewebe im Gelenk, eine Art Schutzschicht auf den Knochen, das die Gelenke schmiert, mit der Zeit abgebaut. Dies kann extrem schmerzhafte Folgen für die betroffenen Personen haben, da mit dem Knorpelabbau Entzündungsreaktionen einhergehen. Im späteren Verlauf der Erkrankung sind die Knochen dann nicht mehr ausreichend geschützt und können direkt aufeinander treffen. Die Krankheit gilt bisher als unheilbar. Gängige Behandlungsmethoden wie Entzündungshemmer und Schmerzmittel bekämpfen in erster Linie die Symptome. Als letzter Ausweg hilft oft nur ein künstliches Gelenk.

Erste Forschungsergebnisse

Nun aber haben Forschende der ETH Zürich, der Empa und des norwegischen Forschungsinstituts SINTEF eine Substanz identifiziert, die den Knorpelabbau in den Gelenken aufhalten könnte. Das aus den Stielen von Braunalgen gewonnene Polysaccharid Alginat, das bestimmten Biomolekülen aus Knorpelgewebe ähnelt. Im Laborversuch stellte sich heraus, dass der Stoff chemisch modifiziert und in gelöster Form den oxidativen Stress erheblich senken kann.

Sowohl in menschlichen Knorpelzellen, sogenannten "Chondrozyten", als auch in Makrophagen - den "Fresszellen" unseres Immunsystems - konnte Alginatsulfat die Expression von Genen, die eine Entzündungsreaktion auslösen, herunter regulieren, schreiben die Forscher. Die Algenmoleküle sollten damit den Abbau der Gelenkknorpel verlangsamen. "Die Hoffnung ist, dass sie den Abbau sogar stoppen können", sagt Empa-Forscher Markus Rottmar.

Dafür seien jedoch weitere Untersuchungen und Tests notwendig. Als nächstes müssen die Substanzen im Tierversuch getestet werden. Ist dies erfolgreich, könnten anschließend klinische Studien mit Testpersonen folgen. Diese Tests seien jedoch langwierig und aufwändig.

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