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"Geister-Autos" auf der Autobahn
Panorama 2 Min. 27.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Bald schon erste Teststrecke

"Geister-Autos" auf der Autobahn

So sieht das selbstfahrende Auto von Google aus. Die europäischen Hersteller wollen nachziehen, haben aber noch einen weiten Weg vor sich.
Bald schon erste Teststrecke

"Geister-Autos" auf der Autobahn

So sieht das selbstfahrende Auto von Google aus. Die europäischen Hersteller wollen nachziehen, haben aber noch einen weiten Weg vor sich.
REUTERS
Panorama 2 Min. 27.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Bald schon erste Teststrecke

"Geister-Autos" auf der Autobahn

Der Internetkonzern Google baut sie bereits: Autonom fahrende Autos, bei denen der Fahrer kaum noch gefordert ist. Für die etablierten Autohersteller waren die Tests ein Weckruf. In Deutschland wird jetzt eine Autobahnstrecke für "Geister-Autos" freigegeben.

(vb) - Der Internetkonzern Google baut sie bereits: Autonom fahrende Autos, bei denen der Fahrer kaum noch gefordert ist. Für die etablierten Autohersteller waren die Tests ein Weckruf. In Deutschland wird jetzt eine Autobahnstrecke für "Geister-Autos" freigegeben.

Im Sommer 2014 sorgten Bilder des ersten Google-Autos für ein Raunen in der Automobilbranche. Derzeit testet der Internetriese 150 Prototypen des selbststeuernden Autos im gewöhnlichen Verkehr auf US-Straßen. Zwar unterlag die Firma in einem Rechtsstreit der Zulassungsbehörde von Kalifornien, bei dem es um die Frage ging, ob Autos ein Lenkrad haben müssen. Doch wie es scheint, lässt sich Google nicht aufhalten, das Auto zur Serienreife zu bringen.

Diesseits des Ozeans horchten die Autohersteller auf: Sie fürchten, einen wichtigen Zukunftstrend zu verschlafen. Die drei Hersteller Mercedes, Audi und BMW testen alle drei Autos mit automatischer Steuerung, doch von einem alltagstauglichen Modell sind sie noch weit entfernt.

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat nun in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" angekündigt, eine Autobahnstrecke für Tests von Autokonzernen freizugeben. Dafür soll ein Abschnitt der A 9 voll digitalisiert werden, so dass es dort Kommunikation zwischen Straße und Fahrzeug, aber auch von Fahrzeug zu Fahrzeug geben kann.

Ein zusätzlicher Nutzen dieses Projekts könnten bessere Geisterfahrer-Warnungen sein. So soll eine Pilotanlage errichtet werden, die mit Hilfe moderner Erfassungssysteme Falschfahrer im Bereich der Anschlussstellen automatisch erkennt. Diese werden dann gezielt gewarnt, ebenso gehen entsprechende Hinweise an die anderen Verkehrsteilnehmer in dem Bereich der Anschlussstelle.

Ein großer Vorteil des autonomen Fahrens ist, dass die größte Fehlerquelle wegfällt, und das ist immer noch der Mensch. Fahrfehler, riskante Überholmanöver, dichtes Auffahren und Wut hinter dem Steuer - all das lässt sich mit dem Computer als Fahrer ausschalten. Googles Tests haben gezeigt, dass die "Geister-Autos" mit der Verkehrssituation auf Autobahnen schon sehr gut zurecht kommen. Schwieriger wird es im Stadtverkehr, wo Hindernisse rasch und aus allen Richtungen auftauchen können. Auch bei glatter Fahrbahn durch Eis und Schnee haben die autonomen Autos mit ihrem rotierenden Laser-Sensor auf dem Dach noch Probleme.

Nicht zuletzt stellen sich bei "Geister-Autos" rechtliche Probleme: Wer haftet, wenn das Auto seinen Passagier in einen Unfall verwickelt?

In Deutschland sollen die ersten Maßnahmen für das Pilot-Projekt "Digitales Testfeld Autobahn" in diesem Jahr starten. Auf der Teststrecke sollen Fahrzeuge zunächst teilautonom und später vollautonom unterwegs sein. Ob die Autohersteller die Lücke zu Google schließen können, ist allerdings offen. Denn dabei kommt es weniger auf die Fahrzeugtechnik an als auf Datenverarbeitung - und da hat Google die Nase vorn.


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