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Geburtstag von Jamie Oliver: Der Missionar am Herd
Panorama 2 Min. 27.05.2015 Aus unserem online-Archiv

Geburtstag von Jamie Oliver: Der Missionar am Herd

Hat kein Problem mit dem Älterwerden - im Gegenteil: Jamie Oliver

Geburtstag von Jamie Oliver: Der Missionar am Herd

Hat kein Problem mit dem Älterwerden - im Gegenteil: Jamie Oliver
Foto: AFP
Panorama 2 Min. 27.05.2015 Aus unserem online-Archiv

Geburtstag von Jamie Oliver: Der Missionar am Herd

Der Starkoch aus Großbritannien hat schon etliche Kochbücher geschrieben, setzt sich für gesündere Ernährung und den "Veggie Day" ein und will ein neues Schulfach einführen. Heute feiert der Mann mit dem vollen Terminkalender seinen 40. Geburtstag.

(dpa) - Jamie Oliver hat viel zu tun: Er ist gefeierter Koch, Showmaster, Gastwirt, Buchautor, Werbegesicht, Lebensmittelproduzent, Ehemann und vierfacher Vater. Und ganz nebenbei will er noch die Welt verbessern. „Unser Terminplan ist immer wahnsinnig eng“, sagt sein Pressereferent und rollt mit den Augen.

Doch Jamie Oliver ist kurz vor seinem 40. Geburtstag am heutigen Mittwoch kein Stress anzumerken. Er geht schwungvoll, strahlt, spricht wie ein Wasserfall und nimmt sich für Gespräche mehr Zeit, als sein Team das gern hätte. Seine Erklärung: „Ich liebe, was ich tue.“

Gesund kochen als Revolution

In vielem ist Oliver auch mit 40 noch der junge Starkoch, der einfaches, aber gutes Essen und dessen Zubereitung cool gemacht hat – in seiner Heimat Großbritannien und der Welt. Auch heute noch trägt er Jeans, Sneaker und Wuschelhaare. Mit einem Johann Lafer oder Horst Lichter hat das wenig zu tun. Schon eher mit Tim Mälzer. Die beiden kennen sich schon lange und arbeiten immer wieder zusammen. Mälzer unterstützt auch den Food Revolution Day am 15. Mai, den Oliver vor vier Jahren ins Leben gerufen hat.

Wenn der Brite über seine Revolutionspläne in Sachen gesunder Ernährung spricht, wird er zum Missionar. Oliver nimmt sich kaum Zeit zum Luftholen, wenn er über volkswirtschaftliche Schäden von Übergewicht durch Diabetes, Herz- und Gelenkkrankheiten doziert, über schlimme Folgen der Massenproduktion und eine skrupellose Nahrungsmittelindustrie.

Für Menschen, denen der Gedanke an einen „Veggie Day“ die Zornesröte ins Gesicht treibt, hat Oliver kein Verständnis. „Wer das vorschlägt, hat Recht, aber vielleicht müssen noch ein paar mehr Leute sterben, bis alle das begreifen.“ Und er stellt klar: „Ich liebe Fleisch, aber wir essen einfach zu viel davon.“ Er selbst esse an drei Tagen in der Woche vegetarisch. Er habe ein vegetarisches Kochbuch geschrieben, das er bald rausbringen wolle. Einen Termin gibt es noch nicht.

Ernährung als Pflichtfach

Was Jamie Oliver will: Ernährungslehre als Pflichtfach an Schulen, und zwar weltweit. Angst, es mit Konzernen aufzunehmen, die an Fast Food und Tiefkühlpizza Milliarden verdienen, hat er nicht. „Ich kann nerven, ich bin ein Großmaul“, bekennt er grinsend – und man glaubt ihm.

Dass er nun 40 ist, stört ihn – wie er sagt – gar nicht. Im Gegenteil: „Von 20 bis 30 hat mir niemand über den Weg getraut. Ab 30 haben mir alle getraut, aber mich nicht mehr hinterfragt. Jetzt habe ich beides.“