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Galápagos-Riesenschildkröte doch nicht ausgestorben
Panorama 27.05.2021 Aus unserem online-Archiv

Galápagos-Riesenschildkröte doch nicht ausgestorben

Die Spezies Chelonoidis phantasticus, eine vermeintlich ausgestorbene Riesenschildkröte, wird auf den Galapagos-Inseln von zwei Männern getragen.

Galápagos-Riesenschildkröte doch nicht ausgestorben

Die Spezies Chelonoidis phantasticus, eine vermeintlich ausgestorbene Riesenschildkröte, wird auf den Galapagos-Inseln von zwei Männern getragen.
Foto: Parque Nacional Galápagos/dpa
Panorama 27.05.2021 Aus unserem online-Archiv

Galápagos-Riesenschildkröte doch nicht ausgestorben

Hungrige Seefahrer reduzierten einst die Bestände der Galápagos-Riesenschildkröte so sehr, dass sie lange Zeit als ausgestorben galten. Doch diese Annahme wurde nun widerlegt.

(SC/dpa) - Seit mehr als 100 Jahren galt die Riesenschildkröte von der Insel Fernandina im Galápagos-Archipel als ausgestorben. Nachdem Forscher vor zwei Jahren ein Exemplar des großen Reptils entdeckt hatten, bestätigten nun Genanalysen der Yale-Universität in den USA, dass es sich dabei um ein Tier der Spezies Chelonoidis phantasticus handelte. Das teilte das ecuadorianische Umweltministerium in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) mit.


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„Ohne Zweifel erneuert diese Entdeckung unsere Hoffnung, diese Spezies wieder zum Leben erwecken zu können“, sagte der Leiter des Nationalparks Galápagos-Inseln, Danny Rueda. Für das zweite Halbjahr 2021 planen Wildhüter und Forscher eine Expedition auf der Insel Fernandina, um nach weiteren Exemplaren der Schildkröten zu suchen.

„Eines der größten Geheimnisse der Galápagos-Inseln war stets die Riesenschildkröte von der Insel Fernandina. Die Wiederentdeckung dieser verlorenen Spezies könnte gerade noch rechtzeitig geschehen sein, um sie zu retten“, sagte der Schildkrötenexperte von der staatlichen Universität New York, James Gibbs. „Jetzt müssen wir dringend weiter suchen und noch mehr Schildkröten finden.“

Die Bestände der Galápagos-Riesenschildkröten wurden bereits kurz nach ihrer Entdeckung erheblich reduziert. Der Grund: Sie waren langsam, groß und somit ein „gefundenes Fressen“ für Seefahrer, die sie als Proviant auf ihre langen Reisen mitnahmen.


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In seinem Buch "A Sheltered Life: The Unexpected History of the Giant Tortoise" zitiert Autor Paul Chambers William Damier, einen britischen Piraten, der im 17. Jahrhundert die Gewässer vor den Galápagos-Inseln unsicher machte. Er beschrieb die Riesenschildkröten als „außergewöhnlich groß und fett, und so süß, dass sie besser als jede Junghenne mundet.“ Im 18. Jahrhundert seien so alleine von der Insel Rodriguez mehr als 4.000 Riesenschildkröten verschwunden, schreibt Chambers.

Die Spezies Chelonoidis phantasticus, eine vermeintlich ausgestorbene Riesenschildkröte, ist in freier Wildbahn entdeckt worden.
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Foto: A Morales A/Parque Nacional Gal

 


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