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Für die Natur im Einsatz
Panorama 3 Min. 27.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Für die Natur im Einsatz

Die EBL-Verantwortlichen Marianne Kollmesch, Pierre Schmitt und Guy Spanier (v.l.n.r.) freuen sich nach dem jüngsten Beitritt der Gemeinde Lorentzweiler über die Nummer 50 im Bunde.

Für die Natur im Einsatz

Die EBL-Verantwortlichen Marianne Kollmesch, Pierre Schmitt und Guy Spanier (v.l.n.r.) freuen sich nach dem jüngsten Beitritt der Gemeinde Lorentzweiler über die Nummer 50 im Bunde.
Foto: Christophe Olinger
Panorama 3 Min. 27.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Für die Natur im Einsatz

Nicole WERKMEISTER
Nicole WERKMEISTER
Das Team der Emweltberodung Lëtzebuerg fördert eine ökologische Wende im Land.

„Nachhaltigkeit“ ist eine viel strapazierte Vokabel. Mit seiner sinnvollen Umsetzung beschäftigen sich Experten im Land bereits seit mehr als 25 Jahren. Einige von ihnen setzen sich auch ehrenamtlich für den Wandel im Großherzogtum ein: mit der Emweltberodung Lëtzebuerg.

Um den Umweltschutz im Großherzogtum voranzutreiben wurden bereits Anfang der 1990er-Jahre in einigen Gemeinden Stellen für Umweltberater geschaffen. Da aber vor allem kleinere Gemeinden nicht über genügend Kapazitäten verfügen, um eine solche Stelle zu unterhalten, gründeten die damaligen Umweltberater eine ehrenamtliche Initiative: die Emweltberodung Lëtzebuerg (EBL). Sie dient als Anlaufstelle für Fragen von inzwischen 50 Gemeinden und auch dem Austausch der inzwischen zwölf Umweltberater des Landes untereinander. Mit dem Klimapakt, dem inzwischen alle Gemeinden beigetreten sind, wurde zudem das Aufgabengebiet der EBL erweitert. Sie hat die Klimaberater in ihren Reihen aufgenommen und bietet ihnen eine Wissens- und Austauschplattform mit „Best practice“- Beispielen an.

Experten ergänzen sich

„Wir kommen alle aus verschiedenen Fachbereichen. Ich kenne mich insbesondere mit allem, was die Energieversorgung angeht, aus. Meine Kollege aus der Stadt, Pierre Schmitt, wiederum ist gelernter Agrarwissenschaftler, weitere Kollegen haben andere Spezialgebiete. Über diese unabhängige Plattform können wir unser Wissen einfach teilen“, erklärt EBL-Präsident, Guy Spanier. Ein Beispiel, an dem sich die Wirksamkeit der EBL-Initiativen in Zahlen ablesen lässt, ist das jeweilige Abfallaufkommen der Gemeinden. Dort, wo Mülltrennung und Abfallvermeidung bereits gut funktionieren, kommt man auf eine jährliche Pro-Kopf-Abfallmenge von 145 Kilogramm. In anderen Gemeinden liegt diese Zahl noch bei mehr als 250 Kilogramm. Dagegen versucht das Team der EBL in beratender Funktion mit Strategien zur Abfallvermeidung, dem Einsatz nachhaltiger Verpackung und Tipps zum Einkauf für den Bedarf der Gemeinden vorzugehen. Hierbei hilft die mit SuperDrecks- Këscht ins Leben gerufene Kampagne „Ech kafe clever“, die sich bei der Anschaffung von schadstofffreiem und nachhaltigem Lehrmaterial auch an Schulen und Verwaltungen wendet.

Ist die Dynamik erst einmal da, ist sie nicht mehr zu bremsen.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der EBL ist die Gründung von Kampagnen und Initiativen zu bestimmten umweltrelevanten Themen, wie etwa die Aktion „Ouni Pestiziden“, die bereits große Erfolge verbuchen konnte. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, konnte man erreichen, dass zahlreiche Gemeindegrünflächen heute pestizidfrei gepflegt werden – und Hobbygärtner bei Gärtnereien regionales Saatgut und Pflanzen finden, die ohne Chemikalien aufgezogen wurden. So können heimische Imker einige von den Gemeinden nicht mehr behandelte Flächen nun für ihre Bienen nutzen und Schulklassen demonstrieren, welch wertvolle Aufgabe diese Insekten für die Bestäubung der Pflanzen übernehmen.

Begeisterung, die ansteckt

Zur Zeit im Fokus der EBL steht das Thema Wasser. Zur Information der Bürger wurden die Mitgliedgemeinden mit Infografiken und Flyern ausgestattet, die über Wasserversorgung, -aufbereitung und den Umgang mit der Ressource im privaten Haushalt aufklären. Auch in Sachen Energieeinsparung gibt es positive Ergebnisse: Mit dem Projekt „Energie light“ , das in Zusammenarbeit mit „Klimabündnis Lëtzebuerg“ entstand, konnte man durch Schulung einfacher Verhaltensweisen – wie dem Ausschalten von Licht bei Verlassen des Büros oder der Vermeidung von Stand-by-Betrieben – eine Energieeinsparung in verschiedenen Verwaltungsgebäuden zwischen zwölf und 15 Prozent erreichen. Solche Tipps geben die EBL-Verantwortlichen mit Workshops auch in Schulen und Maisons relais weiter und setzen damit auf wichtige Multiplikatoren: die Kinder, die zu Hause ihre Eltern weiterbilden. „Ist die Dynamik erst einmal da, ist sie nicht mehr zu bremsen“, weiß Guy Spanier zu berichten und freut sich über das spürbar wachsende Interesse der Bevölkerung für Umwelt und Klima.


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