Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Fritz Wepper: „Die Arbeit ist mein Lebenselixier“
Panorama 1 4 Min. 07.01.2020

Fritz Wepper: „Die Arbeit ist mein Lebenselixier“

Wohin geht die Reise für Bürgermeister Wöller (Fritz Wepper)? Schafft er es, mit dem Bau einer mittelalterlichen Burg auf dem Klostergelände an EU-Gelder für seine Gemeinde zu kommen?

Fritz Wepper: „Die Arbeit ist mein Lebenselixier“

Wohin geht die Reise für Bürgermeister Wöller (Fritz Wepper)? Schafft er es, mit dem Bau einer mittelalterlichen Burg auf dem Klostergelände an EU-Gelder für seine Gemeinde zu kommen?
Foto: ARD/Barbara Bauriedl
Panorama 1 4 Min. 07.01.2020

Fritz Wepper: „Die Arbeit ist mein Lebenselixier“

Fritz Wepper spricht im Interview über den Dauerbrenner „Um Himmels Willen“, Schicksalsschläge und Fernsehkrimis.

Interview: Cornelia Wystrichowski   

Fritz Wepper gehört zu den populärsten deutschen TV-Stars. Nun ist der 78-Jährige in neuen Folgen der Erfolgsserie „Um Himmels Willen“ – ab dem 7. Januar 2020 um 20.15 Uhr immer dienstags in der ARD – zu sehen. Bereits seit 2002 spielt Wepper den schlitzohrigen Bürgermeister Wolfgang Wöller, der im Dauerclinch mit den Nonnen des bayerischen Klosters Kaltenthal liegt. In der aktuellen Staffel will Wöller in seiner Heimatgemeinde eine mittelalterliche Burg nachbauen, um EU-Fördergelder für den Ort zu ergattern – und seine Intrigen gegen die Nonnen erreichen einen neuen Höhepunkt.

Fritz Wepper – oder soll man Bürgermeister Wöller sagen. Was reizt Sie an dieser Rolle?

Wenn ich Verabredungen eingehe, dann halte ich die auch ein – so wie hier. Außerdem macht es mir wirklich Spaß, ich spiele den Wöller gerne und ich bin auch gerne mit meinen Kollegen zusammen. Wir verstehen uns gut, und die Atmosphäre beim Drehen macht mir wirklich Freude.

Sie haben vor einigen Monaten Ihre Frau verloren und haben lange an den Folgen einer schweren Herzoperation laboriert. Woher haben Sie in dieser Zeit die Kraft genommen weiterzuarbeiten?

Die Kraft musste einfach irgendwie da sein, weil wir die aktuelle Staffel ja fertigstellen mussten. Und eigentlich ist die Arbeit auch ein Lebenselixier für mich. Die Folgen der Operation habe ich jetzt bewältigt, ich bin medizinisch in guten Händen, kann wieder meinen Übungen nachgehen und an meiner Kondition arbeiten. Also das nimmt einen guten Verlauf.

Müssen Sie sich nicht schonen?

Ich habe einen speziellen Vertrag, der vorsieht, dass ich nicht mehr als zehn Stunden pro Tag drehe. Das ist ein Selbstschutz vor mir. Das sind dann zwar immer noch 50 Stunden pro Woche, aber es gibt ja auch Produzenten, die drehen einfach so lange, wie sie wollen, ohne Rücksicht auf die Schauspieler, und dem habe ich vertraglich einen Riegel vorgeschoben. Aber ich muss schon zugeben: Wenn ich Gewerkschaftsforderungen nach der 28-Stunden-Woche höre, löst das bei mir ein Lächeln aus. (lacht)

Sie spielten schon als Elfjähriger in Kindersendungen mit. Sind Sie stolz auf Ihre Karriere?

Nein, stolz bin ich nicht, das ist mir zu eitel. Aber ich bin froh über diesen Werdegang, und ich liebe meinen Beruf. Ich werde öffentlich wahrgenommen, mitunter sogar wertgeschätzt, und das genieße ich.

Welches war in Ihren Augen die wichtigste Rolle Ihrer Karriere?

Was die Rolle meines Lebens war, kann ich gar nicht sagen, es gab so viele. Entscheidend waren für mich auf jeden Fall die Filme „Die Brücke“ und „Cabaret“. Die Rolle als Harry Klein in „Derrick“ war vielleicht nicht ganz so wesentlich, aber mit den Jahren habe ich in der Reihe viele Erfahrungen gesammelt, und der Kollege Klein ist ja auch im Lauf der Jahre älter geworden und gereift.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Werden Sie noch oft auf „Derrick“ angesprochen?

Das geschieht ganz selten. Früher wurde mir oft „Harry, hol schon mal den Wagen“ zugerufen, aber es ist ja viele Jahre her, dass wir die letzte Folge „Derrick“ gedreht haben. Weil ich die Rolle als Harry Klein so lange gespielt habe, taucht es zwar immer mal wieder auf, aber mittlerweile ist es durch den Wöller aus „Um Himmels Willen“ zugedeckt.

Wissen Sie, wie es mit Wöller zu Ende gehen soll?

Ich denke gar nicht ans Aufhören, deshalb habe ich dazu auch keine Idee.

Was ist das Erfolgsrezept von „Um Himmels Willen“?

Die Serie ist, wenn man diese bald 20 Jahre beleuchtet, immer auch mit der Zeit gegangen. Aktuelle Themen, die zum Teil auch politischer Natur sind, fließen ein, ob es nun um Migranten geht oder andere aktuelle Stoffe. Das spiegelt sich jeweils im Alltag des Bürgermeisters wider oder in dem des Ordens, und es kommt zu Konflikten zwischen der himmlischen und der weltlichen Macht. Das ist ja gerade der Reiz der Serie.


ARD UM HIMMELS WILLEN XVI. Staffel (13 neue Folgen), ab (02.05.17), immer dienstags um 20.15 Uhr im Ersten.
Bürgermeister Wöller (Fritz Wepper)
© ARD/Barbara Bauriedl - honorarfrei, Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter ARD-Sendung bei Nennung: "Bild: ARD/Barbara Bauriedl" (S2). ARD Programmdirektion/Bildredaktion, Tel. 089/5900 23879, mail bildredaktion@daserste.de
Fritz Wepper im Gespräch: „Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Jesus“
Seit 2002 spielt der 75-jährige TV-Star in der Serie „Um Himmels Willen“ Bürgermeister Wolfgang Wöller, der im Dauerclinch mit den Nonnen des Klosters Kaltenthal liegt. Die neuen Folgen der 16. Staffel des Dauerbrenners sind ab heute in der ARD zu sehen.

Mögen es die Fans, wenn aktuelle Themen eingeflochten werden?

Das kommt bei meinen Begegnungen mit Fans in dem Sinne nicht zur Sprache. Wenn ich am Morgen nach der Ausstrahlung einer Episode beim Bäcker Zuschauer treffe, dann sagen die mir oft, es habe ihnen sehr gut gefallen. Tatsache ist: Die Leute empfinden unsere Serie als Entspannung. Kurz vorher laufen ja immer die Nachrichten mit dem Aktuellen aus aller Welt, das ist, maximal mit Ausnahme der Wetterkarte, eine Ansammlung von Bad News. Bei uns können sich die Zuschauer dann zurücklehnen, und das genießen sie.

Also geht es darum, heile Welt zu spielen?

Ich finde nicht direkt, dass wir heile Welt verbreiten, es gibt in der Serie ja auch Konflikte. Aber bei uns geht das natürlich gewaltfrei vonstatten. Sehen Sie, ich habe ja früher auch in Krimis mitgewirkt, aber ich muss schon sagen: Diese Welt hat sich ja sehr drastisch verändert. Ich habe neulich mal einen Krimi eingeschaltet und gleich wieder ausgemacht, denn da schwammen drei abgeschlagene Köpfe in einem Brunnen in Italien. Das ist nicht nach meiner Gesinnung, und ich glaube, dass viele Menschen ähnlich denken. Jeder kann für sich entscheiden, ob er sich so was anschauen will.

Bürgermeister Wöller ist in der Serie der Gegenspieler der Nonnen von Kloster Kaltenthal. Wie halten Sie es mit der Religion?

Für mich ist Glaube sehr wichtig. Ich bin evangelisch getauft und bete jeden Tag. Darüber hinaus habe ich mich eingehend mit der buddhistischen Lehre beschäftigt und von einem japanischen Zen-Meister in der Meditation anleiten lassen, ich praktiziere das regelmäßig. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Kuchen für Könige
Bereits am Freitag - drei Tage vor dem Dreikönigstag - präsentierte der Verband der Bäcker- und Konditorenmeister den größten Königskuchen des Landes im Glasanbau des hauptstädtischen Bahnhofs.
Panorama,Gréissten Kinnekskuch zu Letzebuerg,Dréikinnekskuch,Gare de Luxembourg.. Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.