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Frische Merkel, böser Putin - Ex-Präsident Bush malt Staatsgrößen
Panorama 8 2 Min. 05.04.2014 Aus unserem online-Archiv

Frische Merkel, böser Putin - Ex-Präsident Bush malt Staatsgrößen

Panorama 8 2 Min. 05.04.2014 Aus unserem online-Archiv

Frische Merkel, böser Putin - Ex-Präsident Bush malt Staatsgrößen

George W. Bush war als Kriegspräsident bekannt. Im Ruhestand hat er eine künstlerische Ader entdeckt. Seine Porträts von Staatsgrößen sind jetzt erstmals ausgestellt.

(dpa) - Eine jugendlich-frische Angela Merkel. Ein grimmiger Wladimir Putin. Ein ernster und entschlossener Tony Blair. Der frühere US-Präsident George W. Bush hat im Ruhestand eine künstlerische Ader entdeckt und Porträts von Staats- und Regierungschefs gemalt, mit denen er es während seiner Amtszeit (2001 bis 2009) zu tun hatte. Seit Samstag sind die Werke von „W.“ erstmals ausgestellt. Und sie sagen, wie etwa die „New York Times“ schrieb, viel darüber aus, was der Republikaner von anderen politischen Größen hielt - und zugleich viel über den Maler selbst.

Zu sehen sind die mehr als 20 Porträts im George W. Bush Presidential Center in Dallas (Texas) unter dem Motto: „Die Kunst der Führerschaft: die persönliche Diplomatie eines Präsidenten“. Er habe viel Zeit mit ausländischen Führungspersonen verbracht und Freundschaften geschlossen, zitiert die „New York Times“ aus einem Video, das Besucher in dem Zentrum begrüßt. „Ich habe etwas über ihre Familien erfahren, darüber, was sie mögen und nicht mögen - bis zu dem Punkt, an dem ich mich wohlgefühlt habe, sie zu malen.“

Der heute 67-Jährige ging dabei sozusagen rund um die Welt. Er porträtierte unter anderem den Franzosen Nicolas Sarkozy, den Australier John Howard, den Japaner Junichiro Koizumi und den Briten Tony Blair - Spitzenpolitiker, die er wie Merkel zu seinen Freunden zählte. Zu Blair, seinem engsten Verbündeten im Irakkrieg gegen Saddam Hussein, verriet Bush, er habe dieses Gemälde „mit einer Menge Zuneigung“ geschaffen: „Ich wollte den Menschen sagen, dass er ein Mann mit Überzeugungen ist.“

Und Putin ein Mann, mit dem absolut nicht zu spaßen ist. Böse blickt der russische Präsident auf dem Gemälde drein, und auch der Chinese Jiang Zemin kommt nicht viel besser weg. Jovial erscheint dagegen der Kanadier Stephen Harper, ernst der Dalai Lama, den Bush bewundert.

Der Ex-Präsident fing laut Medienberichten vor zwei Jahren mit dem Malen an. „Winston Churchill hat mich inspiriert“, verriet er dem Sender NBC. Der ehemalige britische Premierminister griff im reiferen Alter ebenfalls zum Pinsel. Bush malte zunächst Hunde und Katzen sowie Landschaften, bevor er sich an Staats- und Regierungschefs wagte. Dazwischen lagen einige Selbstporträts, darunter eines von ihm in der Badewanne. Vergangenes Jahr hatten Hacker private E-Mails der Bush-Familie abgefangen und das Bild veröffentlicht. Damals geriet Bush als Hobbykünstler erstmals in die Schlagzeilen.

Auch seine Ehefrau Laura hat Bush schon porträtiert. Allzu gut kam dies allerdings nicht an, wie er NBC sagte: „Ich habe gelernt: Male niemals Deine Frau.“ Generell stuft Bush seine künstlerischen Talente eher bescheiden ein. Spaßt er sonst gern, es sei „ein Rembrandt in seinem Körper gefangen“, räumt er laut „New York Times“ in dem Video ein, dass seine Signatur auf den Bildern mehr wert sei als die Gemälde selbst.