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Formula-Diät nicht für alle geeignet
Panorama 2 Min. 01.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Pulver gegen die Pfunde

Formula-Diät nicht für alle geeignet

Schnell in Wasser eingerührt ersetzt ein Formula-Drink eine ganze Mahlzeit. Das ist praktisch, aber ohne ärztlichen Rat sollte man sich nicht ausschließlich davon ernähren.
Pulver gegen die Pfunde

Formula-Diät nicht für alle geeignet

Schnell in Wasser eingerührt ersetzt ein Formula-Drink eine ganze Mahlzeit. Das ist praktisch, aber ohne ärztlichen Rat sollte man sich nicht ausschließlich davon ernähren.
Foto: dpa
Panorama 2 Min. 01.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Pulver gegen die Pfunde

Formula-Diät nicht für alle geeignet

Kevin WAMMER
Kevin WAMMER
Abnehm-Pulver können stark Übergewichtigen helfen, ihr Gewicht zu reduzieren. Sie eignen sich aber weniger für jene, die nach den Schlemmereien in der Weihnachtszeit zwei oder drei Kilos loswerden wollen.

(dpa) - Das Prinzip ist einfach, und bequem ist es auch: Mit fettarmer Milch oder Wasser werden Abnehm-Pulver oder Granulate angerührt, fertig ist eine Suppe oder ein Drink. Diese breiige oder flüssige Kost ersetzt komplette Mahlzeiten - und schon purzeln die Pfunde. Doch um den Speck, den man sich in der Weihnachtszeit angefuttert hat, wieder loszuwerden, eignet sich diese Methode nicht.

Mit den Pulvern ist zwar eine Gewichtsabnahme von 0,5 bis 2 Kilogramm pro Woche möglich, sagt Prof. Johannes Georg Wechsler, Facharzt für Innere Medizin aus München. Wer schnell ein paar Kilogramm abnehmen will, setzt aber besser auf eine fett- und kohlenhydratreduzierte Kost. Nur so entwickle der Betroffene ein Bewusstsein für eine gesunde Ernährungsweise und dafür, was dem Körper gut tut. So sieht es auch Prof. Alfred Wirth von der Deutschen Adipositas Gesellschaft. Aus Sicht beider Mediziner eignet sich eine sogenannte Formula-Diät mit Abnehm-Pulvern in erster Linie für stark übergewichtige Menschen, die sehr viele Kilos abnehmen wollen.

Radikale Diät

„Eine Formula-Diät sollte allerdings auch bei stark Übergewichtigen nur dann gemacht werden, wenn über einen anderen Weg eine Gewichtsabnahme nicht erfolgreich war“, betont Wirth. Die Diät ist zwar nicht gefährlich - aber sie ist radikal. Die Gesamtenergiemenge, die Abnehmwillige damit täglich zu sich nehmen, beträgt im Schnitt 800 bis 1.200 Kilokalorien. Zum Vergleich: Normalerweise nimmt ein Mann durchschnittlich 2.600, eine Frau durchschnittlich 2.300 Kilokalorien täglich zu sich. Eine Formula-Diät deckt also höchstens die Hälfte des täglichen Bedarfs ab. Darum nimmt man mit dem Pulver auch so schnell ab. Der rasche Gewichtsverlust kann aber unangenehme Begleiterscheinungen haben - Schwindel zum Beispiel oder eine verminderte Leistungsfähigkeit.

Wer mit einer Formula-Diät abnehmen will, geht am besten zunächst zum Arzt und bittet ihn um Hilfe. „Das Abnehmen sollte Teil eines medizinisch betreuten Ernährungsprogramms sein“, betont Wechsler, der Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) ist. Nur so sei ein langfristiger Erfolg wahrscheinlich. Vorübergehend können Formula-Diäten im Rahmen eines des Abnehmprogramms als vollständiger Nahrungsersatz sinnvoll sein.

Viel trinken

Ergänzend zu den Diät-Drinks ist es wichtig, täglich zwei Liter zu trinken, erklärt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Am besten eignen sich ihr zufolge kalorienfreie Getränke wie Wasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees.

Grundsätzlich ungeeignet ist eine Formula-Diät der DGE zufolge für Menschen mit einer schweren Krankheit oder Infektion, Menschen jenseits der 70 sowie für schwer körperlich Arbeitende und Leistungssportler.

Wer ohne Formula-Pulver Gewicht verlieren möchte, kann zum Beispiel versuchen, wenig Kohlenhydrate und Fett, dafür aber mehr Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Das Obst ist vergleichsweise kalorienarm, macht trotzdem satt und versorgt den Körper mit Vitaminen. Über den Tag verteilt sollte es dann kleinere Mahlzeiten mit einem hohen Anteil an Gemüse und Salat geben. Insgesamt ist diese Art der Ernährung deutlich abwechslungsreicher als die Pulver-Kost. Und: „Auch so lassen sich gute Abnehmerfolge erzielen“, sagt Wirth.


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