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Folge unseres Lebensstils
Panorama 2 Min. 26.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Nackenverspannungen im Alltag

Folge unseres Lebensstils

Wer im Büro viel sitzt, hat schnell mal einen verspannten Nacken. Mit einfachen Übungen verschwinden die Beschwerden normalerweise nach ein paar Tagen wieder.
Nackenverspannungen im Alltag

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Wer im Büro viel sitzt, hat schnell mal einen verspannten Nacken. Mit einfachen Übungen verschwinden die Beschwerden normalerweise nach ein paar Tagen wieder.
Foto: dpa
Panorama 2 Min. 26.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Nackenverspannungen im Alltag

Folge unseres Lebensstils

Kevin WAMMER
Kevin WAMMER
Nackenverspannungen sind lästig, aber in den meisten Fällen leicht zu beheben. Unternehmen Betroffene allerdings lange nichts dagegen, drohen chronische Schmerzen. Am besten lässt man es so weit gar nicht kommen - und bleibt immer in Bewegung.

(dpa) - Manchmal reicht schon eine Kleinigkeit: Man hat Zugluft abbekommen, nachts auf dem falschen Kissen geschlafen oder lange angespannt vor dem Computer gesessen. Am nächsten Morgen ist der Nacken steif, der Kopf lässt sich kaum drehen. Fast jeder kennt das Problem. Nackenverspannungen sind eine typische Folge unseres Lebensstils.

„Langes Sitzen, eine falsche Position am Büroarbeitsplatz, ungewohnte oder einseitige körperliche Belastungen, aber auch Stress können Nackenverspannungen auslösen“, erklärt Ute Merz vom Deutschen Verband für Physiotherapie. Durch Fehlhaltungen werden Muskeln stark beansprucht. In der Regel bringen einfache Gegenmaßnahmen Entlastung: „Wer den ganzen Tag im Büro sitzt, sollte schauen, dass der Arbeitsplatz ergonomisch korrekt eingerichtet ist - also dass der Blickwinkel zum Bildschirm, die Sitzhöhe und die Beleuchtung passen“, erklärt Merz.

Außerdem sei es wichtig, eine monotone Sitzhaltung so oft wie möglich zu unterbrechen. Die Physiotherapeutin rät, häufiger aufzustehen, auch einmal im Stehen zu telefonieren und sich immer wieder bewusst gerade hinzusetzen.

Normalerweise verschwinden Nackenschmerzen nach wenigen Tagen von alleine. Trotzdem sollte man beginnende Verspannungen nicht ignorieren, sondern sofort für eine ausgleichende Bewegung sorgen, empfiehlt Merz. Sonst drohen zum Beispiel häufige Kopfschmerzattacken. „Die Verspannung von bestimmten Nackenmuskeln und Migräneanfälle hängen eng zusammen“, sagt der deutsche Kinderneurologe Florian Heinen.

Schutzfunktion des Körpers

Wenn man die Beschwerden selbst nicht in den Griff bekommt, die Schmerzen in die Arme ausstrahlen oder sich die Hände plötzlich pelzig anfühlen, sollte man allerdings zum Arzt gehen. Dann kann ein eingeklemmter Nerv oder ein Schaden an der Wirbelsäule das Problem sein. „Muskelverspannungen treten manchmal als Schutzfunktion auf, um bestimmte Bewegungen zu verhindern, wenn es eine Störung an der Wirbelsäule gibt“, sagt Bernd Kladny von der deutschen Fachklinik Herzogenaurach.

Spezifische Ursachen wie ein Bandscheibenvorfall mit Druck auf die Nerven müssen sofort behandelt werden, sind aber eher selten. Häufig findet der Arzt kein organisches Problem. „Machmal liegt es an einer Störung, die im Volksmund als Blockierung bezeichnet wird“, sagt Kladny. Dann müssen die Wirbel wieder beweglich gemacht werden. Physiotherapeuten können die Wirbelsäule mit bestimmten Handgriffen und über Dehnungsbehandlungen mobilisieren. 

Komplizierter wird die Therapie, wenn die Nackenverspannungen chronisch geworden sind, also drei Monate und länger bestehen. „Bei der Chronifizierung wird der Schmerz oft selbst zur Krankheit, eine Ursache findet man dann häufig nicht mehr“, erklärt Kladny. Meist spielen dabei psychische Faktoren eine wichtige Rolle. Einerseits verursacht Stress Muskelverspannungen, andererseits machen dauerhafte körperliche Beschwerden ängstlich und depressiv, was zu noch mehr Stress führt. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, müssen individuelle Therapiepläne erstellt werden, die auch die psychische Verfassung und das soziale Umfeld der Betroffenen in den Blick nehmen.


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