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FNR-Awards 2020: Es regnet Preise für die Wissenschaft
Panorama 7 5 Min. 19.11.2020

FNR-Awards 2020: Es regnet Preise für die Wissenschaft

Der Fonds National de la Recherche hat zum zwölften Mal Wissenschaftler verschiedener Disziplinen ausgezeichnet.

FNR-Awards 2020: Es regnet Preise für die Wissenschaft

Der Fonds National de la Recherche hat zum zwölften Mal Wissenschaftler verschiedener Disziplinen ausgezeichnet.
Symbolfoto: Matthias Balk/dpa
Panorama 7 5 Min. 19.11.2020

FNR-Awards 2020: Es regnet Preise für die Wissenschaft

Bei der Verleihung der 12. FNR-Awards wurden erneut herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus Luxemburg ausgezeichnet.

(Sch)- Bereits zum zwölften Mal vergibt der Fonds National de la Recherche (FNR) in diesem Jahr seine Awards. Die Preisträgerinnen und Preisträger haben sich in der Luxemburgischen Wissenschaft mit herausragenden Projekten verdient gemacht. 

Outstanding PhD Thesis

In der Kategorie „Outstanding PhD Thesis“ wurde Thierry Titcheu Chekam vom  Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für seine Doktorarbeit zum Thema „Assessment and Improvement of the Practical Use of Mutation for Automated Software Testing“, in der es um die Qualitätskontrolle beim Testen von Computersoftware geht. 

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Die Jury ging in ihrer Begründung unter anderem auf den „beeindruckenden akademischen Werdegang“ des Preisträgers ein, der in China studiert hat. Daneben könnten die Resultate auch in anderen Bereichen angewendet werden. Einige seien etwa aktuell in der Erprobung für Projekte der Industrie. 

Nach seinem Bachelor- sowie Masterabschluss in Informatik, Technologie und Software-Engineering an Universitäten in China war Thierry Titcheu Chekam Software-Ingenieur  bei der Alibaba Group in Peking. Derzeit ist er als Postdoktorand mit einem FNR AFR-PhD-Stipendium an der Universität Luxemburg. 

Ebenfalls für seine Promotion ausgezeichnet wurde Maciej Chrzanowski, der an der Universität Luxemburg und in Kooperation mit ArcelorMittal Belval & Differdange S.A. im Bereich schwerer Verbundstützen, die beim Bau von hohen Gebäuden verwendet werden, geforscht hat. 

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Die Jury war unter anderem von der Konsistenz der Arbeit begeistert. Daneben lobten die Verantwortlichen auch die internationale Ausrichtung. Das Projekt sei in einem internationalen wissenschaftlichen Umfeld durchgeführt worden, das sich durch Kooperationen mit europäischen Wissenschaftlern auszeichne. Auch die Zusammenarbeit mit ArcelorMittal wurde hervorgehoben. Die Arbeit mit einem der wichtigsten Stahlproduzenten erhöhe den Einfluss der Forschung und biete eine gute Möglichkeit, die Theorie auf schnellem Wege zur Anwendung zu bringen. 

Maciej Chrzanowski absolvierte ein Bachelor- und Masterstudium im Bereich Bauingenieurwesen und Architektur in Warschau und war als Bauingenieur in der Telekommunikationsindustrie in Polen tätig. Ebenfalls als Träger eines FNR AFR-PPP PhD-Stipendiums war er Doktorand sowie Postdoktorand an der Universität Luxemburg.  Derzeit ist er Bauingenieur bei ArcelorMittal.

Outstanding Research-Driven Innovation

In der Kategorie „Outstanding Research-Driven Innovation“ wurden Claudine Kirsch und Simone Mortini von der Universität Luxemburg ausgezeichnet. Sie erhielten den FNR-Award für eine Reihe von Lehrvideos über Sprachlernpraktiken in Kindertagesstätten und Kindergärten.

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In der Begründung der Jury hieß es, das Projekt aus dem Bereich der Sozialwissenschaften werde das Ansehen Luxemburgs weltweit steigern. Es zeige in besonderer Weise, wie theoretische Ansätze mit praktischen Ergebnissen kombiniert werden könnten. Daneben zeigten die Videos „echte Leidenschaft“ für gesellschaftliche Effekte. 

Claudine Kirsch arbeitete als Grundschullehrerin in Luxemburg. Sie ist Doktor der Pädagogik und Dozentin an der Goldsmiths-Universität in London. Seit 2007 ist sie außerdem Mitglied des wissenschaftlichen Beirats „éducation plurilingue“ des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend und seit 2012 auch als assoziierte Professorin an der Universität Luxemburg tätig.

Simone Mortini hat einen Bachelorabschluss im Bereich Erziehungswissenschaften der Universität Luxemburg und einen Master im gleichen Fach von der Goldsmiths-Universität London. Derzeit beendet sie ihr Doktorat an der Universität Luxemburg und der Universität Köln. Seit diesem Jahr ist sie Leiterin des mehrsprachigen Früherziehungsprogramms in der ECEC-Abteilung „Innovation“ des „Service national de la jeunesse“.

Outstanding Scientific Publication

Der FNR-Award in der Kategorie „Outstanding Scientific Publication“ geht gleich an zwei Teams.

Eine Auszeichnung erhalten Laurent Pfister, Núria Martinez-Carreras, Christophe Hissler, Julian Klaus, Gwenael E. Carrer, Mike K. Stewart und Jeffrey J. McDonnell vom Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST). Sie werden für ihre Publikation zum Thema „Bedrock geology controls on catchment storage, mixing, and release: A comparative analysis of 16 nested catchments.“ prämiert. 

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Das Team von LIST untersuchte den tieferen Speicherraum unter der dünnen Bodenschicht, die das Flusseinzugsgebiet bedeckt. Sie wollten herausfinden, wie diese Schicht die Wasserspeicherung, -mischung - und -abgabe von Einzugsgebieten steuert. Durch die Verfolgung des Wassers unter der Erdoberfläche können Auswirkungen des Menschen auf die Landschaft und Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesellschaft bewusst gemacht werden - mit dem Ziel diese einzudämmen. 

Die Jury begründete ihre Wahl unter anderem damit, dass die Gruppe ein Beispiel dafür sei, wie „generationenübergreifende Erfolge in der Wissenschaft in der heutigen globalisierten Kultur“ möglich seien. Die Ergebnisse seien unter anderem relevant für die Verantwortlichen im Management von Wasserressourcen und für den Erhalt der Umwelt. 

Das Team setzt sich aus Mitgliedern verschiedener Länder und Generationen zusammen. 


Wie es sich beim Namen Regenwetter gehört, kam beim Fotoshooting prompt ein Schauer. / Foto: Frank WEYRICH
Von Zolver nach Illinois
Wie es Wissenschaftler Mike Regenwetter von Luxemburg in die US-Stadt Champaign verschlug.

Der zweite Award in der Kategorie  „Outstanding Scientific Publication“ geht an Carole Linster, Nicole Paczia, Julia Becjer-Kettern, Jean-François Conrotte und Daniel Kay vom  Luxembourg Centre for Systems Biomedicine  (LCSB) für ihre Veröffentlichung zum Thema „ NAD(P)HX dehydratase (NAXD) deficiency: A novel neurodegenerative disorder exacerbated by febrile illnesses.“

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Die Arbeit sei „exzellent“ und bringe einen konkreten Nutzen für Patienten und ihre Familien. Sie hebe außerdem die Wichtigkeit von Systemen hervor, die Stoffwechselprodukte reparieren. 

Das interdisziplinäre Team von jungen und erfahreneren Wissenschaftlern forscht unter anderem in den Bereichen Metaboliten-/Proteinschäden und Reparatur, seltene Krankheiten sowie an Metabolomik-Ansätzen für die Enzymforschung und Krankheitsforschung.

Outstanding Promotion of Science to the Public

Auch in der letzten Kategorie wurden in diesem Jahr zwei FNR-Awards vergeben. Nummer eins ging an Carole Blond-Hanten vom Luxembourg Institute of Socio–Economic Research (LISER).

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Sie entwarf ein Brettspiel, das dazu beitragen soll, Kinder, Jugendliche und Erwachsene für geschlechtsspezifische Ungleichgewichte und Stereotype zu sensibilisieren. Daneben vermittele das Spiel gleichzeitig auch Informationen über die wissenschaftliche Methode, mit der die Daten erhoben wurden, auf denen das Spiel basiert. 

Das Projekt gründe auf dem Prinzip „Forschung durch die Gesellschaft für die Gesellschaft“ und setze dort an, wo es am meisten gebraucht werde: bei Kindern und Jugendlichen, so die Jury-Begründung. 

Carole Blond-Hanten ist seit 2007 beim LISER angestellt und forscht schwerpunktmäßig in den Bereichen Arbeitsmarkt und damit verbundene Geschlechterungleichgewichte. Sie arbeitet derzeit an ihrer Promotion. 

Der zweite FNR-Award geht an Sophie Wagner, Sabine Schmitz, Ruxandra Soare Lelubre, Lucie Debroux, Lisa Smits und Philippe Lamesch vom LCSB.

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Ihr Jubiläumsprojekt verband Kunst und Wissenschaft durch die Zusammenarbeit mit renommierten in Luxemburg ansässigen Künstlern.

Zehn Skulpturen in Form von riesigen Gehirnen mit einer Verbindung zu verschiedenen Themen der Gehirnforschung wurden an öffentlichen Plätzen in Luxemburg-Stadt ausgestellt und anschließend verkauft, um Geld für die Forschung zu sammeln. Das Projekt habe aus „Wissenschaft einen bunten Teil der Luxemburger Stadt“ gemacht und ganz nebenbei Informationen zur entsprechenden Forschung geliefert. 

Das Team besteht aus Experten in den Bereichen  Wissenschaftskommunikation, Veranstaltungskoordination und Fundraising und realisiert regelmäßig Projekte zur Förderung der Wissenschaft des LCSB in der Öffentlichkeit.

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