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Flieg, Roter Löwe, flieg
Panorama 5 2 3 Min. 09.09.2019

Flieg, Roter Löwe, flieg

Zwei Teams vertreten die Farben Luxemburgs in Portugal.

Flieg, Roter Löwe, flieg

Zwei Teams vertreten die Farben Luxemburgs in Portugal.
Foto: Eric Hamus
Panorama 5 2 3 Min. 09.09.2019

Flieg, Roter Löwe, flieg

Eric HAMUS
Eric HAMUS
Zwei Luxemburger Sportpiloten-Teams stellen in Portugal ihr Können in Sachen Flugnavigation unter Beweis.

Präzision, Timing und ein gutes Auge sind in den nächsten Tagen gefragt, wenn zwei Teams aus Luxemburg bei der ANR-Weltmeisterschaft in Portugal an den Start gehen. ANR steht für „Air Navigation Race“, eine noch junge Flugdisziplin, bei der Sportpiloten aus aller Welt ihr ganzes Können unter Beweis stellen müssen. Auf ihre Bordinstrumente nämlich können sich Laurent Schneider, Luis Pais, Sascha Zeidler und Dennis Mettler während des Wettbewerbes über der Küste Portugals nicht verlassen: Die vorgegebene Flugroute dürfen sie nur mit einer Stoppuhr und ihrem Orientierungssinn gewappnet abfliegen.

Eine penibel genaue Vorbereitung der Route ist unerlässlich.
Eine penibel genaue Vorbereitung der Route ist unerlässlich.
Foto: Eric Hamus

44 Mannschaften aus 16 Ländern sind bei der Flugnavigationsmeisterschaft gemeldet, darunter Piloten aus Europa, China, Südafrika und Saudi-Arabien. Die Rennen werden bis zum 14. September in Santa Cruz ausgetragen, einem Küstenort rund 60 Kilometer nördlich von Lissabon. Dass es sich bei den Teilnehmern aus dem Großherzogtum ausschließlich um junge Piloten handelt, erfüllt die Vertreter des Luxemburger Dachverbandes AOPA-UPL mit ganz besonderem Stolz.

Ein guter Anfang

Bei den ersten Auftritten der zwei Crews in Donaueschingen (D) und Castellón de la Plana (E) sprangen recht vielversprechende Resultate heraus. Vor allem an Donaueschingen erinnere man sich gerne, betonte Jungpilot Laurent Schneider vor dem Abflug nach Portugal gegenüber wort.lu. Dies sei das erste Flugnavigationsrennen auf hohem Niveau gewesen, an dem das noch junge Team aus Luxemburg teilgenommen habe. „Dabei sprang ein dritter und ein fünfter Platz heraus. Darauf lässt sich doch aufbauen“, so der 23-jährige Student aus Luxemburg mit einem Augenzwinkern.

Von den vier Vertretern aus dem Großherzogtum ist Schneider der einzige, der das Fliegen nicht zum Beruf macht. Das tut seiner Begeisterung am Flugsport aber keinen Abbruch: Der angehende Bauingenieur gerät geradezu ins Schwärmen, wenn man ihn zu den Herausforderungen dieser ganz besonderen Disziplin befragt. Flugnavigation sei eine Sache von ungeheurer Präzision. Er liebe es, Distanzen zu berechnen und die Flugroute dann so präzise wie möglich abzufliegen. „Die Herausforderung ist es, die Route auf Sicht abzufliegen, weil die dafür nötigen Bordinstrumente während des Wettbewerbes zugeklebt werden“, so der junge Sportpilot.

Tatsächlich werden die Routen von einem Computer vorgegeben. Kurz vor dem Start wird diese den Zweierteams ausgehändigt, die dann 30 Minuten Zeit haben, um ihren Kurs zu berechnen und auf die Sekunde genau einzuplanen. Tatsächlich werden die Piloten auch darauf bewertet, wie genau sie ihre eigene Zeitprognose einhalten können. Weitere Punkte gibt es für die Genauigkeit, mit der sie den vorgegeben Flugkorridor abfliegen. Der Wettbewerb wird an drei Tagen ausgetragen, Auftakt war Montag. Täglich kommt jedes Zweierteam jeweils einmal zum Einsatz. Am ersten Tag beträgt der Flugkorridor noch 0,4 nautische Meilen (rund 700 m), an den folgenden Tagen wird die Breite dann auf 0,3 nautische Meilen (550 m), respektive 0,2 nautische Meilen (370 m) reduziert.

Erste Trainingsrunden am Sonntag

Los ging es für die fliegenden Löwen am Sonntag mit den ersten Trainingsrunden. Das erste Rennen war für Montagmorgen angesetzt. Zu diesem Zweck waren Laurent Schneider und Luis Pais bereits am Freitagmorgen mit ihrer Sportmaschine vom Findel in Richtung Frankreich aufgebrochen. Rund 2000 Kilometer mussten sie in mehreren Etappen zurücklegen. Die reine Flugzeit betrug um die 13 Stunden.

Verabschiedet wurden die Sportpiloten auf dem Findel von einem Vertreter aus dem Sportministerium, der den jungen Piloten die besten Wünsche des Ministers überlieferte. Wegen des ersten Ministerrats nach der Sommerpause konnte Dan Kersch nicht persönlich dabei sein. Er werde den Wettbewerb aber mit Argusaugen aus der Ferne verfolgen, so sein Vertreter. Betreut werden Schneider, Pais, Zeidler und Mettler vor Ort von Manon Weber, Fabienne Baumann, Caroline Kugeler, Christian Lanser und Christian Altmeisch. Jean Birgen wird als langjähriges Vorstandsmitglied des internationalen Sportfliegerverbandes die Luxemburger Farben in der Jury vertreten.

Luxemburger bei Kunstflug-WM dabei

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Während die Kür des Flugnavigationsmeisters in den Lüften über der portugiesischen Küste noch aussteht, haben die Kunstpiloten ihre Weltmeister bereits ermittelt. Bei der 30. Ausgabe der „World Aerobatic Championships“ Ende August im französischen Chateauroux zeigte der Franzose Louis Canel die wagemutigsten Spiralen und konnte damit den Wettbewerb der Männer für sich entscheiden. Bei den Frauen machte Aude Lemorant den französischen Doppelsieg perfekt. In der Kategorie „Freestyle“ war es indessen der US-Amerikaner Robert Holland, der die Konkurrenz mit seinen atemberaubenden Kunstflügen hinter sich ließ.

Auch das Großherzogtum war in Chateauroux mit zwei Kunstpiloten vertreten. Während sich Cyrial Talon unter 61 Konkurrenten mit einem 30. Platz hervortun konnte, landete Alex Hory auf dem 37. Rang.