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Fitness: Gelenkschonend Sport treiben
Panorama 2 Min. 20.01.2018

Fitness: Gelenkschonend Sport treiben

Auch mit Gelenkproblemen kann man Sport treiben. Schwimmen zum Beispiel eignet sich dann sehr gut.

Fitness: Gelenkschonend Sport treiben

Auch mit Gelenkproblemen kann man Sport treiben. Schwimmen zum Beispiel eignet sich dann sehr gut.
Foto: dpa
Panorama 2 Min. 20.01.2018

Fitness: Gelenkschonend Sport treiben

Nicht zu hart, nicht zu heftig, nicht zu plötzlich: Stoßbelastungen sind für die Gelenke Gift. Doch mit der richtigen Umsetzung, der nötigen Vorsicht und der einen oder anderen Abwandlung ist sportliche Aktivität auch bei Gelenkschmerzen möglich.

(dpa) - Handgelenk, Fußgelenk, Schultern, Knie, Hüfte, Ellenbogen, Wirbelsäule: Der menschliche Körper besteht aus gut 140 Gelenken. Bei vielen Menschen funktionieren sie einwandfrei. Wo solche Strukturen verbaut sind, können sie aber auch Schaden nehmen. Die gute Nachricht: Sport ist trotzdem meist möglich. „Der Gelenkknorpel darf und soll belastet werden, aber auf die richtige Weise“, erklärt Prof. Sven Ostermeier von der Orthopädischen Gelenk-Klinik Gundelfingen bei Freiburg.

Man müsse sich den Knorpel vorstellen wie einen mit Wasser gefüllten Schwamm. „Nicht nur Jesus kann auf Wasser gehen, wir tun es jeden Tag!“ Sobald jemand ein Gelenk belastet, wird der Schwamm minimal zusammengedrückt, etwas Flüssigkeit tritt in den Gelenkspalt: „Das wirkt wie ein Schmiermittel und ermöglicht uns das Laufen“, erklärt der Orthopäde und Sportmediziner. Das Problem: Je länger sich der Schwamm in einer Position befindet, desto mehr wird er ausgedrückt. „Wenn der Knorpel an einer Stelle immer wieder belastet wird, geht er kaputt.“

Weniger belastende Bewegungen

Harte, unvermittelte Stoßbelastungen sowie Sportarten, die das Gelenk zu lange in einer Position belassen, sind daher ungünstig. Wer bereits Arthrose oder andere Gelenkschädigungen hat, sollte sich Sportarten aussuchen, bei denen wenig belastende Bewegungen ausgeführt werden. Das Paradebeispiel: Schwimmen. „Das verringert das eigene Körpergewicht, entlastet die Gelenke also noch“, sagt Ostermeier.

Für Übergewichtige sei auch Aquagymnastik die perfekte Sportart. Doch auch außerhalb des Wassers kann man gelenkschonend fit bleiben: Fahrradfahren, Übungen mit dem Theraband, Gymnastik. Die Gelenke selbst lassen sich jedoch nicht trainieren. Aber die umgebenden Strukturen zu stärken, tut auch dem Gelenk selbst gut. 

Wer seine angestammte Sportart nicht aufgeben möchte, kann sie auch modifizieren. Bei Knieproblemen sei zum Beispiel Walken oft die bessere Wahl als Joggen. Wer partout nicht aufs Joggen verzichten will, dem empfiehlt Ostermeier, auf den richtigen Untergrund zu achten. „Perfekt wäre ein Feldweg, der Federung bietet, aber nicht zu viele Hindernisse bereithält.“ 

Manch einer hat aber auch ohne bekannte Ursache nach jeder Laufrunde Knieschmerzen. In dem Fall kann eine Analyse Klarheit schaffen. Ab wann beginnen die Schmerzen? Ist das Knie instabil? Ist vielleicht die Technik fehlerhaft? Um dem Schmerz auf die Spur zu kommen, sollte man langsam starten: zwei Minuten joggen, zwei Minuten gehen, insgesamt unter dreißig Minuten. Wer dreißig Minuten ohne Schmerzen absolviert hat, kann in der nächsten Woche 31 Minuten laufen, dann 32 - bis der Körper an die Belastung gewöhnt ist.

Besser als sein Ruf für Gelenke ist das Gerätetraining im Fitnessstudio. Ausgeführt werden sollte es nur mit fachlicher Begleitung durch Trainer oder Therapeuten. Ein gutes Fitnessstudio, eine gute Anamnese und eine gute Betreuung: Diese Voraussetzungen sind ein Muss. Dann könnten alltagstaugliche Bewegungsmuster wie das richtige Heben, Tragen von Lasten, Kniebeugen auf diese Weise trainiert werden.


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